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Was Katzen wirklich wollen

Was Katzen wirklich wollen

von Dr. Mircea Pfleiderer und Birgit Rödder

Eine Frage die ich mir bei der aktuellen Katzenproblematik schon so einige mal gestellt habe. Daher fand ich es mehr als passend, einmal hier diese Sachbuch über das erstaunliche und für viele schier unergründliche Tier Katze vorzustellen.

Letztes Jahr haben wir uns ganz bewusst für Jesse und Johann entschieden. Für mich die ersten Katzen in meinem Leben. Mein Mann hingegen ist mit Landwirtschaft aufgewachsen, in der es natürlich auch Katzen gab. Doch hatte ich das Gefühl, das auch sein Wissen über die samtweichen Taschentiger eher von Vorurteilen und Halbwissen geprägt war.
Wenn man eine ganz neue Tierart in seine Familie aufnimmt und eigentlich gar keine Ahnung hat was einem da plötzlich gegenüber steht, ist es aus meiner Sicht das mindeste sich mal zu informieren wie dieses Tier so tickt. Unsere Katzenpatentante hat mir ihre Ausgabe von „Was Katzen wirklich wollen“ geliehen und zu Weihnachten bekam ich dann mein eignes Exemplar von meinem Mann geschenkt, der inzwischen auch festgestellt hat, das Katzen doch viel mehr sind als nur Mäusejäger und ganz anders Ticken als Hunde. Ich habe diese Buch letztes Jahr in den Sommerferien schon einmal komplett durchgelesen.
Ich war angenehm überrascht wie fesselnd ein Sachbuch sein kann. Es werden Fragen angesprochen wie „Was ist eine Hauskatze, Das Wildtier in unsere Hauskatze, Der Rhythmus eines Katzenalltags, welche Katze passt zu mir oder auch sehr interessant, Wie Katzen sich mit ihresgleichen verständigen“ und vieles Mehr. Am Anfang eines jeden Kapitels gibt es eine kleine Geschichte über die Katzen der beiden Autorinnen, die das jeweilige Thema einleitet und somit dem Lesenden einen Augenblick Lernpause gönnen. Ebenfalls gut gefallen hat mir die bilderreiche Gestaltung des Buches, die anhand vieler Fotos und Grafiken anschaulich erklärt wie ein Katze denn nun ausschaut bevor sie dir mordlüstern ans Bein spring.
Viele Tips und Erklärungen zum Verhalten unserer kleinen Fellnasen und wie wir am besten mit ihnen Umgehen haben mir  in den ersten Wochen sehr geholfen zu verstehen was die zwei denn eigentlich von mir wollen. Ja, auch Katzen können reden. Man muss nur ihre Sprache verstehen. Und so ein fachkundiges Nachschlagewerk wie diese Hilft da schon enorm.

Auch bei der wirklich schwierigen Zusammenführung unseres altkaters Jesse und dem neuzugang Jello, habe ich versucht einiges über ihr Verhalten aus diesem Buch in Erfahrung zu bringen. Zum Beispiel, warum Jello sich immer so lautstark mitteilt. Was will er mir mit seinem ewigen Gejammere, das auch irgendwie ein bisschen niedlich klingt, mitteilen. Oder ist es vielleicht doch angeboren und er sabbelt halt einfach nur gern. Einige kleine Fragen konnten wir durch das Buch beantworten. Und hätten wir uns von Anfang an an die empfohlene Weise einer Zusammenführung, wie sie in diesem Buch beschrieben ist gehalten, so wär vielleicht auch alles gut gegangen. Aber auch das steht hier geschrieben. Wenn man nicht weiter kommt sollte man sich professionelle Hilfe holen und das haben wir dann auch getan.

Alles in allem ein wirklich sehr lehrreiche Sachbuch das durch seine netten kleinen Erzählungen das lesen leichter macht und für den Hausgebrauch und die Dinge des Alltags (die auch nicht zu unterschätzen sind) sehr lehrreich sein kann. Doch wenn es ans Eingemachte geht ist es sicherlich ratsam, wie in unserem Fall, eine Fachfrau um Hilfe zu bitten, und nicht gleich die Flinte ins Korn zu werfen.

Am Ende sein noch kurz erwähnt das mir besonders der geschichtliche Teil zur Entwicklung unsere Hauskatze gefallen hat. Es steckt in einer Katze eben doch noch viel mehr Wildtier als in einem Hund. Das kann man an einer Katze jetzt mögen oder nicht, aber es erklärt so einiges.

 

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Der Bienenhirte Teil 1

Vor einer ganzen Zeit habe ich beim Zahnarzt im Wartezimmer einen Artikel über einen Imker gelesen, der sich selbst als Bienenhirte bezeichnet. Er passt auf seine Bienen auf, das sie immer genug Tracht einbringen können. Er achtet drauf das sie keine Krankheiten haben und lässt ihnen mehr als genug eigenen Honig zum überwintern. Die meiste Arbeit tun ja eh die Bienen. Er passt nur auf sie auf und schafft die Rahmenbedingungen, das die Bienen das tun können, wofür sie eigentlich da sind. Die Natur am laufen zu halten.
Wusstet ihr das es in Deutschland keine Wildbienen mehr gibt? Ohne den Imker und eine durch ihn durchgeführte Varroabekämpfung kann kein Bienenvolk dauerhaft überleben. So weit ist es schon gekommen mit unserer Natur.
Zwei Gedankenansätze die mich dazu veranlasst haben, darüber nachzudenken, ob ich nicht vielleicht auch ein Bienenhirte sein könnte. Genügend Platz haben wir ja. Auch wenn das Imkern auf dem Land Heute schwieriger ist als in der Stadt. Paradox!

Also habe ich mich mal ein bisschen schlau gemacht und rumgefragt, wie man eigentlich Imker wird. glücklicher Weise bietet der Kreisimkerverein Gütersloh e.V. ein Rundumpaket für angehende Jungimker an. Ein über das ganze Bienenjahr begleitender Kurs mit ausführlichem Theorie und Praxisteil, verbunden mit der Möglichkeit dort auch Ausrüstung und sogar Völker zu erwerben. Das nenn ich doch mal sinnvolle Starthilfe.
Letzten Samstag war es dann soweit. Erster Kurstag, spanende Sache!
Zunächst ging es mal mit ein wenig Theorie los über die Frage was braucht ein Imker und vor allem was brauchen die Bienen. Auch über sinnvolle Standorte und Aufstellmöglichkeiten wurde Gesprochen. Ein bisschen Grundwissen halt, das unterhaltend und anschaulich erklärt wurde. Doch dann ging es an die anstehenden Arbeiten. Die Frühjahrsnachschau. Hier wird erstmal geschaut ob die Bienen den Winter überhaupt überstanden haben. Ein fürchterlicher Gedanke, das so ein ganzes Volk von mehreren 1000 Bienen über Winter verreckt, weil man nicht genug eingefüttert hat oder die Varroabekämpfung nicht ausreichend war. Doch das passiert leider immer wieder, und auch den erfahrensten Imkern. Da muss man dann halt schauen, woran hat es gelegen, damit man den Fehler kein zweites mal macht. Außerdem wird geschaut ob noch genügend Futter da ist für die nächsten vier Wochen bis zu Kirschblüte. Sonst muss nachgefüttert werden.
Diese Verbindung, der Bienen mit der Frage wann blüht was, woraus sich die jeweiligen Tätigkeiten eines Imkers ergeben, gefällt mit fast am besten an der Imkerei. Man erlebt die Jahrszeiten und den Lauf der Natur viel bewusster.
Die anstehenden Arbeiten der Frühjahrsnachschau haben wir nicht nur theoretisch gelernt, sondern auch gleich an echten, lebenden und summenden Bienen durchgeführt. Ich muss gestehen, das mir schon ein wenig mulmig war so zwischen dem ganzen Gesummse. Alle durften auch einmal ein Rähmchen mit Bienen in die Hand nehmen. Und es ist auch keiner gestochen worden. Waren aber auch sehr liebe Bienen.

Alles in allem hat mich der erste Kurstag einmal mehr überzeugt, mit der Imkerei einen guten Beitrag zu unsere Umwelt zu leisten, den ich auch gut leisten kann. Doch dies war erst der erste Tag. Ich bin schon sehr gespannt wie es beim nächsten mal, wenn hoffentlich die Kirschblüte eingesetzt hat, weiter geht.

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Jello

Ich hatte mir letztes Jahr vorgenommen das wir nur Tier „in Not“ aufnehmen. So welche die eigentlich keiner haben will. Denen man ein schönes Zuhause schenken kann. Die Heime sind voll und das Leid der Tiere groß. Da ist es mir unbegreiflich warum sich die Menschen immer noch kleine Katzen vom Bauern holen oder sogar kleine Hund von irgendwelchen dubiosen Händlern aus dem Ausland. So werden die Bauern niemals lernen wie wichtig die Kastrationspflicht ist. Die niedlichen kleinen Kitten werden sie ja immer ganz leicht wieder los. Und was ist mit den armen Teufeln im Tierheim…?

Ich hätte aber nicht gedacht, das ich, nachdem Jesse und Johann bei uns eingezogen sind, so schnell wieder an meinen guten Vorsatz erinnert werde.
Johann wurde vor Fünf Wochen bei und an der Straße, direkt vorm Haus überfahren. Es ist hart, aber wenn man seinen Katzen Freigang gewähren möchte muss man mit so etwas rechnen und ich bin froh das ich ihm wenigstes noch ein schönes halbes Jahr hier bei uns auf dem Hof ermöglichen konnte.
Nachdem Johann nicht mehr da war wurde sein kleiner Bruder Jesse immer anhängliche. (An dieser Stelle kann man mal sehen wie zutraulich und verschmust ein vermeintlicher Problemkater werden kann. Nach etwas mehr als einem halben Jahr hört Jesse auf seinen Namen und mein Wort. Oft sogar besser als mein Hund es ja getan hat.) Wir dachten er sucht unsere Nähe, weil er ja nun viel alleine war und beschlossen uns mal umzuschauen. Und so kamen wir zu Jello oder besser er zu uns. Ein gut 10 Monate alter Kater, der den größten Teil seines Lebens im Heim zugebracht hat. Da er in seinem kleinen Leben schon viel krank war findet er Menschen und besonders das, was ihre Hände tun, ganz schlimm. Außerdem hat er eine kleine motorische Störung beim laufen, weshalb er in der Gruppe, in der er lebte auch immer der rangniedrigste war. Dazu kommt noch das er seine Angst und Unsicherheit, allem und jedem gegenüber, mit einem sehr niedlichen Fauchen überspielte. Klar das so einen keiner haben will, wenn es auch beim Züchter so liebe und gesunde Kätzchen gibt. Es war wirklich herz zerreißend mit anzusehen wie die anderen im immer die Leckerlis weggenommen haben die ich ja eigentlich für ihn mitgebracht habe.
Also wurde das kleine fauchende etwas unter Einsatz unseres Lebens und das des Tierheimpersonals eingepackt und Jesse vor die Nase gesetzt. „Schau mal was wir dir mitgebracht haben. Ein Freund mit dem du nun wieder gemeinsam die blöde Nachbarskatze verjagen kannst“. Leider sah Jesse das etwas anders. Es sind halt doch wilde Tiere die ihre ganz eigenen Regeln haben. Jesse findet Jello extrem doof und hat auch sehr schnell durchschaut das Jello ihm, durch seine motorische Einschränkung,  körperlich unterlegen ist. Es kam immer öfter zu Auseinandersetzungen und das Ende vom Lied war dann, das Jello sich nur noch in einem offenen Regalfach aufhalten durfte, ohne das Jesse ihn sofort attackiert. Es hat mich wirklich unglaublich viel Nerven und Kraft gekostet, das mitansehen zu müssen. Ebenso der Verdacht, das es ihm im Heim wohl doch besser gegangen wäre. Aber so schnell wollte ich mich jetzt doch nicht geschlagen geben. Getreu nach dem Motte „Am Ende wird alle gut. Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es nicht das End“ Also habe ich mir Hilfe geholt. Unter anderem von einer Tier-Heilpraktikerin die mir einige homöopathische Mittel an die Hand gegeben hat, aber auch den Rat die beiden Stresspusteln räumlich zu trennen. Also haben wir keine Kosten und Mühen gescheut und letztes Wochenende ein Katzennetz quer durch meine Werkstatt gespannt. So kann Jesse Jello nicht mehr verprügeln und Jello kann endlich ganz in Ruhe lernen das die menschliche Hand vielleicht ja doch ganz nützlich ist. Nun setzen wir auf den Faktur Zeit und das die beiden Streitkater sich im laufe der nächsten Wochen oder Monate soweit annähern das vielleicht ja doch ein nebeneinander möglich macht. Ich glaube zwar nicht, das die Zwei jemals zusammen in einem Körbchen schlummern werden, aber wer weis. Ich hätte vor einem halben Jahr auch noch nicht gedacht das Jesse mir mal freiwillig auf den Schoß springt und sich da selig schnurrend einrollt. Wunder geschehen halt immer wieder. Aber man muss auch was dafür tun.

Apropro tun… An dieser Stelle möchte ich mich auch nochmal bei dem unfreiwilligen Katzenfreund an meiner Seite bedanken. Eigentlich wollte mein Mann gar keine Katzen und nun schlägt er sich die Wochenenden mit katzennetzinstalations Aktionen um die Ohren. Aber so ist das halt in einer Familie. Da ist man für einander da und lässt den Anderen auch nicht hägen, auch wenn es gerade mal ein bisschen unbequem wird. Und Jello gehört jetzt eben auch zu Familie.

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12tel Blick im Februar

Februar 2017! eine schwierige Zeit die uns viel abverlangt hat. In den letzten  Woche sind, nicht ganz überraschend, zwei sehr enge Verwandte von uns gegangen. Sie hatten beide ein glückliches und erfülltes Leben. Das eine war länger, das andere ein wenig kürzer. Aber beide haben nach langer Krankheit und Qual den Weg gefunden.
Kleiner Kater Jello hat auch seinen Weg gefunden. Und zwar zu uns. Doch leider verläuft die Kater-Zusammenführung nicht ganz so reibungslos wie ich mir das gewünscht hätte. Es kostet mich mehr Kraft als ich gedacht hätte, mit anzusehen wie schwer sich der kleine Wicht tut. So bekommt man seine Baustellen direkt vor die Nase gehalten und es ist doch so schwer an ihnen zu arbeiten. Aber wir geben nicht auf. Jetzt erst recht.
Zu allem Überfluss hat uns der Gärtner noch eröffnet, das zwei der ältesten Baume auf unserem Grund morsch sind. Sie werden mir wirklich fehlen, da ich mit beiden schon einen kleinen Abschnitt meines Lebens verbinde. Aber auch an unseren Katern sieht man schon, wo etwas geht entsteht eine Lücke die durch etwas neues gefüllt werden kann. Mal schauen wie sich das bei den beiden Bäumen gestalten wird.

Passend zu unserem Februartief hätte ich gerne eine Aufnahme an den beiden Sturmtagen gemacht. Doch so ist das nun mal mit einem 12tel Blick, der nicht direkt am Haus ist. Wenn man Arbeiten muss kann man halt nur am Wochenende ein Bild machen.
Diese Aufnahme ist am Samstag nach dem großen Sturm entstanden. Ich war froh zu sehen das alle meine Fixpunkte noch vorhanden waren und auch die Bank nicht weggeflogen ist. Bei uns auf dem Hof hatten die Gartenmöbel den Orkanböen nicht so viel entgegen zu setzen und wir mussten sie am nächsten Tag aus dem Gebüsch pulen.
Zwei Tage später war der Spuk schon wieder vorbei und ich konnte diese herrlich graue Aufnahme machen, die meine Stimmung im Februar so trefflich wieder spiegelt. Aber wer mich kennt sieht, das hinten am Horizont, hinter der letzten Baumreihe die Sonne schon wieder scheint. Wer hier noch einen Augenblick verweilt wird es sehen.

Diesen Artikel habe ich mit dem Blog von Tabea Heinicker verlinkt. Hier könnt ihr bei Interesse nochmal alles über diese tolle Projekt nachlesen.

 

 

Bildergalerie

Strickschal mit Perlmuster

Ich finde das mit dem Stricken geht schon ganz gut und es kommen auch wirklich hübsche Ergebnisse bei raus, wie ihr hier sehen könnt. Das Stricken so einfach ist hätte ich wirklich nicht gedacht. Mama sei dank habe ich jetzt den Dreh raus.

Mama hat auch gesagt, man soll am besten mit einem Schal anfangen. Hab ich auch gemacht. Jetzt kann ich auch das Perlmuster. Das gefällt mir wirklich gut und der Schal hat dadurch eine ganz tolle Haptik. Vor allem aber auch weil ich mich mal ausnahmsweise für eine richtig gute Wolle aus dem Fachgeschäft entschieden habe. Das zahlt sich dann ja doch aus.

Wer sich auch so eine schönen warmen Schal für die letzten kalten Tage stricken möchte findet hier die Anleitung.

Verlinkt mit Creadienstag