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Die Cherusker sind da!

Und damit ist der Startschuss für mein erstes Bienenjahr gefallen. Ich dachte mir ich bin mal mutig und beginne mit einem Wirtschaftsvolk. Nicht das es mir unbedingt um den Honig gegangen wäre den man nur mit einem Wirtschaftsvolk gewinnen kann, sondern viel mehr um die Zeit. Viele meiner Mitschüler im Kurs letztes Jahr haben im vergangenen Sommer bereits mit Ablegervölkern begonnen. Das ist sicherlich für Anfänger einfacher, da man nicht gleich mit so viel Bienen konfrontiert wird und auch nicht gleich mit der Honigproduktion durchstarten muss. Aber mir war es wichtig mir einmal das ganze Bienenjahr anzuschauen und dann erst im zweiten Jahr, also genau jetzt, zu starten. Und an dem Punkt bin ich nun mit meinen Mädels. Letzten Freitag kam der lang ersehnte Regen und somit auch der Umzugstag. Samstag schien dann direkt wieder die Sonne und die Mädels sind auch gleich durchgestartete die Gegend zu erkunden. Und es hat keinen zwei Stunden gedauert und die Cherustker haben bereits die Pflaumenbäume und sämtliche Tränken der Gegend eingenommen. Sehr zur erschrecken der Katerjungs. Aber sie werden sich schon zusammenraufen.

Wie man hier schön erkennen kann herrscht reger Flugbetrieb.

Und wer genau hinschaut sieht auch die niedlichen kleinen Pollenhöschen die die Mädels alle an haben. Ich bin begeister.

Montag habe ich dann mit viel Rat und Tag und noch mehr Unterstützung eines Imkerkollegen das ganze Volk durchgeschaut, die Königin gezeichnet, Drohnenrahmen rein gehängt und sogar schon den ersten Honigraum aufgesetzt. Und so schaut das ganze nun nach erfolgreichen Umzug in die neue Beute aus. Ich sag euch, Ich bin stolz wie Bolle!

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Kätes kleines Herbarium – Die kleine Traubenhyazinthe

Und einmal mehr stehe ich vor der selbst aufgestellten Hürde, hier über etwas zu schreiben das im Augenblick in unserem Garten blüht. Da ich aber erst in diesem Jahr mit der Umsetzung meiner neuen Gartenstrucktur beginne ist auch in diesem Monat die Auswahl der Kandidaten sehr mau. Das hat aber auch den großen Vorteil das man sich nicht lange enscheiden muss. Aktuell blüht in unserem Garten nur eine kleine Perlhyazinthe, deren Blühte im letzten Jahr noch meinen Küchentisch geschmückt hat. Ich habe mir nämlich den Rat einer lieben Verwanten zu Hertzen genommen, solche kurzweiligen Zwiebelblumendekorationen nach der Blühte zu trocknen und dann einfach ins nächst beste Beet zu popeln. Hat funtionier. Somit ist also mein Kandidat für den April die „Muscari botryoides“ oder besser bekannt als Perl- oder Traubenhyazinthe.

Steckbrief:
  • Lateinischer Name: Muscari Botryoides
  • Familie: gehört zur Familie der Hyazinthengewächse
  • Blütenfarbe: verschiedene Blautöne, manchmal auch weis
  • Blütezeit: März bis Mai
  • Blattfarbe: helles frisches Grün
  • Blattform: Grundständig und fast so lang wie die Blütenstände
  • Winterhart: überdauert als Zwiebel den Winter
  • Wuchseigenschaft: krautig
  • Wuchshöhe: 15-25cm
  • Giftpflanze: Zählt zu den Giftpflanzen und kann Hautiritationen hervorrufen
Standort und Pflege:
  • Licht: sonnig und warm
  • Bodenart: locker und durchlässig
  • Bodenfeuchte: nicht zu feucht
  • Pflanzzeit: September bis Oktober
  • Die kleine Traubenhyazinthe steht wächst gerne zusammen mit anderen frühblühenden Zwiebelblumen unter unter Laubbäumen. Hier ist der Boden humus und die Lichtverhältnisse im zeitigen Frühjahr optimal.
Bienenweide:
  • Nektarwert: mäßig
  • Pollenwert: mäßig

Die Traubenhyazinthe wird stellenweise zu den Neophyten gezählt, da sie aus dem Mittelmehrraum stammt. Da ihre Verbreitung hierzulande aber eher gering und nicht bedrohlich für andere Pflanzen ist gewähre ich ihr in unsrem Garten gerne Asyl. Genaugenommen ist sie nämlich ein Flüchtling, da sie in ihren Herkunftsländern auf grund der Klimaveränderung keine optimalen Lebensbedingungen mehr findet und dort bereits auf der roten Liste steht.

Kleiner Nachtrag:
Diesen Artikel habe ich bereits letzte Woche schon geschrieben und bin jetzt ganz erstaunt, was die Natur rund um uns in den letzten sonnenverwöhnten Tagen bereits auf die Beine gestellt hat. Und da bin ich doch sehr beruhigt das mittlerweile die Traubenhyazinthe nicht mehr das einzige ist das in unserem Garten blüht.

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12tel Blick im März

Bei uns wird endlich geackert. Und zwar selber. Wie ich schon in den vorrangegangen 12tel Blicken im Januar und im Februar erwähnt habe wurden uns bei der Verwirklichung unseres Bienweidenprojekts einige Steine in den Weg gelegt. Wie man hier schön erkennen kann handelt es sich um keine kleine Fläche die man nicht mal eben mit Spaten und Grabegaben umpflügt. Wir sprechen hier von 2200 Quadratmeter Ackerland, für deren Bewirtschaftung man Maschinen braucht die wir leider nicht haben. Somit werden wir Lohnunternehmer beauftragen müssen die das ackern und einsähen und später auch schneiden für uns übernehmen werden. Aber die machen das leider auch nicht für umsonst und auch das Saatgut fällt nicht einfach so vom Himmel sonder möchte bezahlt sein. Alles in allem wird es sich um eine Summe handeln, die wir im Augenblick noch gar nicht so richtig absehen können. Nun wird der eine oder andere vielleicht sagen: „Aber das ist doch Umweltschutz. Da gibt es doch bestimmt Zuschüsse von der EU“. Haben wir auch gedacht. Aber leider sind wir Privatleute und für Privatleute gibt es leider Garnix! Und glaubt mir ich habe ne Menge versucht. Ausschließlich ein Landwirt der für ein „Blüh- und Schonstreifenprogramm der EU zugelassen ist kann für so eine Fläche Zuschüsse beantragen, die dann aber so gering sind das wahrscheinlich nicht mal die laufenden Kosten gedeckt sind. Außerdem gibt es für dieses Programm sehr strenge Vorgaben. Unter anderem legt man sich 5 Jahre fest und darf nichts anders mit dieser Blüh- und Schonfläche machen. Kein drauf rum laufen, keine Hühner drauf halten keine Blumen pflücken, keine Bienen rein stellen, nix. Und das fand ich jetzt nun wirklich nicht gut. Ich lass mir doch nicht verbieten mich in meine eigene Blumenwiese zu legen und mich von meinen Bienchen umschwirren zu lassen.
Und somit haben wir uns entschieden die Sache eben selber zu machen. Mein Mann hat den alten Trecker aus der Scheune geholt und die alte Löffelegge ausgemottet und ist hoch professionell über den Acker gelöffelt. Ich war wirklich sehr stolz auf ihn. Wer kann der kann. Aber leider war das auch fürs erste das Ende unserer Eigeninitiative mangels nötiger Gerätschaften. Pflügen, grubbern und einsähen tut dann ein befreundeter Landwirt, den wir aber selbst verständlich auch dafür bezahlen werden. Und das ist der wirklich traurige Aspekt an der Sache. Alle schreien sie „Die Insekten sterben, die Insekten sterben“ Dan will man was tun und zwar was richtig Großes und dann steht man plötzlich allein da und muss alles aus eigener Tasche zahlen. In Marienfeld und Langenberg werden dieses Jahr ähnliche Blühflächen angelegt. In der Zeitung standen Summen die in die Tausende gehen um solche Projekte umzusetzen. Alles schön von Steuergeldern und EU Zuschüssen finanziert die ja auch nichts anderes als Steuergelder sind. Und der kleine Privatmann? Der darf zusehen wie er das allein bezahlt.

Nun ja, wie auch immer. Ich bin mir sehr sicher das unsere Finanzierung weit im dreistelligen Bereich bleiben wir. Und eigendlich sollte ja auch der Sinn dieser Unternehmung im Vordergrund stehen. Einen Platz zu schaffen in dem sich Insekten und Wildtiere wohl und heimisch fühlen können. Mal schauen ob wir das hinbekommen.

Diesen Artikel habe ich mit dem Blog von Tabea Heinicker verlinkt. Hier könnt ihr bei Interesse nochmal alles über diese tolle Projekt nachlesen.

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Wir haben jetzt Würmer

Klingt komisch, is aber so. Allerdings muss man dazu sagen, das unser c.a. 1000 Kompostwürmer in einer eigens für sie her- und aufgestellten Wurmfarm wohnen und liebevoll von mir gehegt und gepflegt und vor allem gefüttert werden.
Warum das, mag sich nun der eine oder andere angewidert fragen. Dafür gibt es eine Menge guter Gründe. Ich habe mich letztes Jahr ein bisschen mit Sepp Holzer und seiner Permakultur beschäftigt und fand den Gedanken von einem Gartensystem das fast von alleine funktioniert sehr spannend. Und eine Wurmfarm ist nix anderes und außerdem noch ein hilfreicher Baustein beim naturnahen gärtner. Sehr vereinfacht dargestellt: Man tut Würmer und Bioabfälle in eine Kiste. Die Würmer machen aus dem Grünzeug Humus und Dünger. Damit düngt man sein angebautes Obst und Gemüse, das man dann Essen kann. Was davon übrig bleibt verwerten wieder die Würmer zu Humus und Dünger und immer so weiter. Na klar ein Kompost macht nix anderes und da sind auch im besten Fall jede Menge Würmer drinn. Doch soll der Humus den man aus einer Wurmfarm ernten kann noch viel gehaltvoller sein als Kompost. Ganz zu schweigen von den wertvollen Wurmtee, der mit kostenlosem Flüssigdünger in absolut reinster Bioqualität gleich zu setzten ist. Außerdem habe ich gerne etwas was ich hegen und pflegen kann. Wenn ich schon keine Esel haben kann dann doch wenigstens Würmer.

Und ich muss sagen das sie wirklich Spaß machen. Ich finde es sehr spannend zu beobachten wie sich so ein kleiner Mikroorganismus in der Kiste entwickelt. Ich habe diese Wurmfarm zu Weihnachten bekommen (Ja, ich weis… man soll keine Haustiere zu Weihnachten verschenken. Aber bei Würmern kann man ja mal eine Ausnahme machen.) und in den letzten drei Monaten haben sich die Burschen (sie heißen alle Erwin) ganz fein entwickelt. Auch wenn mein Mann die letze Wurmflucht nicht so lustig fand. Wenn in so einem kleinen Lebensraum etwas nicht so läuft wie es soll, können auch schon mal einige Würmer die Flucht ergreifen und man findet am nächsten Morgen lauter kleine Mumien im Flur. Ich habe alle Erwinse anständig beerdigt und erst mal eine Fehleranalyse gemacht Gut beobachten ist hier die Devise. Dann habe ich zwei drei Dinge anders gemacht und schon verändert sich das ganze System. Im Augenblick sind sie sehr zufrieden und produzieren fleißig Dünger. Quasi meine erste Nutztierhaltung.

Wer jetzt Lust bekommen hat auch Wurmfarmer zu werden kann sich hier mal umschauen. Da findet ihr viel wissenswertes über diese possierlichen kleinen Kerlchen.

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Stine

Stine

von Marlies Wiedenhaupt

Anneline Petersen war ein ganz besonderer Mensch, der in keinen Rahmen passte“ So beschrieb Pastor Melf Binge Anneline in ihrer Grabrede und ich habe bei der Lektüre dieser Biografie den Eindruck gewonnen, das er sie nicht hätte treffender beschreiben können. Und weil Stine nun mal war wie sie war möchte ich auch die Rezension ihrer Biografie in keinen Rahmen zwängen und schreib heute mal ein bisschen frei von der Leber weg.

Stine war eine Landwirtin, die auf dem elterlichen Hof mitten im alten Husum mehr als 17 Hektar Land bewirtschaftete. Und das ganz allein. Das war schon sehr ungewöhnlich für die damalige Zeit. Eine Frau die in der Landwirtschaft ihren Mann steht. Doch sie hatte wohl keine andere Wahl. Ihr Bruder sollte den Hof nach dem zweiten Weltkrieg übernehmen. Doch Stine wartete ihr Leben lang vergebens auf seine Rückkehr. Immer in der Hoffnung er käme eines Tages nach Hause, hielt sie den Hof so gut sie eben konnte aufrecht. Und das bis sage und schreibe zwei Wochen vor Ihrem Tod. Da war sie 85 Jahr alt. Das soll ihr erst mal einer nachmachen.

Doch Stine konnte nicht nur Arbeiten. Alte Schulbücher belegen das sie ein außergewöhnlich intelligentes Mädchen war. Sie spielte Klavier, kannte Unmengen von alten Volksliedern, konnte blitzschnell im Kopf rechnen (Wer kann denn das heute noch) und hatte eine ganz besonders innige Bindung zu ihren Tieren. Das Kapitel das sich mit der Verbundenheit zu ihren Tieren befasst, wird wie folgt eingeleitet: „Anneline Petersen war „mit dem Land und den Tieren verbunden wie der Wind und das Meer“. Das versicherte sie einem NDR-Reporter und das bestätigen die Menschen die sie kannten“. Dieser Satz ist mir noch lange im Gedächtnis geblieben. Auch wenn es vielleicht nicht der vorgezeichnete Weg diese gescheiten Mädchens war sich von Morgens bis Abend’s auf dem Hof krumm zu buckeln, so glaube ich doch das es ihre Bestimmung war. Diese innige Verbundenheit mit den Tieren, für die sie sorgte und mit dem Land auf dem sie lebte, hat ihr scheinbar ein erfülltes Leben beschert.  Und darum Ist sie vielleicht auch ein Stück weit Vorbild für mich geworden.

Man darf auch nicht vergessen, das sie eine der reichsten Frauen Husums war und doch nie Geld auf der Tasche hatte. Das Land das sie besaß und bewirtschaftetet lag schon fast im Husumer Stadtkern und muss ein Vermögen wert gewesen sein. Sie hätte leicht alles hinwerfen, Land und Tiere verkaufen und die Füße hochlegen können. Tat sie aber nicht. Und vor so viel Courage ziehe ich meinen Hut.

Doch leider nimmt die Geschichte ein weniger ehrenvolles Ende. Die Tatsache das eine Nacht nach Stines Beerdigung ihr alter Hof im Stadtweg 42 bis auf die Grundmauern nieder brannte hat mich sehr traurig gemacht. Doch wahrscheinlich ist es besser so. Mit Stine ging anscheinend auch ein Stück des alten Husums und nun ist auch ihr Hof nicht mehr. Übrig bleiben uns die Geschichten und kuriosen Erzählungen der Hinterbliebenen die Stine noch gekannt haben wie sie war. Diese Zeitzeugnisse trägt Marlies Wiedenhaupt in dieser kleinen Biografie zusammen und lässt Stine wieder ein Stück weit lebendig und vielleicht auch unsterblich werden. Ich für meinen Teil bin dankbar, das ich Stine wenigstens auf diese Art und Weise kennen lerne durfte und von ihr lernen konnte, das ihre tiefe Verbundenheit  mit ihrem Land und ihren Tieren mehr bedeuten als Geld und Wohlstand. Davon könnten sich mal so einige Leute eine Scheibe Abschneiden.

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12tel Blick im Februar

Regen, regen und nochmals Regen schien das Motte des Winters 2017/2018 zu werden. Doch der Februar scheint da ganz anderer Meinung zu sein. Stahlender Sonnenschein und klirrende Kälte und das nicht erst seit den letzten Tagen, wie dieses Bild beweist das ich bereits am 4ten des Monats geschossen habe. Ich war so früh im Februar ganz begeistert diesen Winter doch noch ein Sonnenfoto ergattert zu haben und hätte mir nicht träumen lassen das fast der gesamte Februar so sonnig bleibt. Doch so schön die Sonne auch ist, es ist halt auch kalt. Und das geht mir mittlerweile ein bisschen auf die Nerven. Ich möchte endlich wieder was tun können… draußen. Möchte anfangen den Garten zu gestallten den Bienenstand einrichten, den Kompost anlegen, die Benjeshecke aufstellen und noch so vieles mehr. Aber das geht halt bei der aktuellen Wetterlage noch nicht. Und so werde ich mich weiter gedulden müssen und versuche die Vorfreude auszukosten auf den tollen Sommer der da kommen wird.

Was unser Bienenweidenprojekt angeht, so sind wir schon mal einen kleinen Schritt weiter, auch wenn man es hier nicht sehen kann. Unser Pächter war schon mal so nett unser Fläche noch mal mit zu Mulchen (das heißt, das die alten Maisstoppel abgemäht und zerkleinert wurden). Sobald es wärmer wird kann man dann grubbern oder pflügen. Aber wie oben schon geschrieben. Im Augenblick geht halt nix. Und das nervt!

Diesen Artikel habe ich mit dem Blog von Tabea Heinicker verlinkt. Hier könnt ihr bei Interesse nochmal alles über diese tolle Projekt nachlesen.