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Altes Handwerk in der Guten Stube

Die Mutter einer guten Freundin fragte mich, ob ich für sie einen alten Stuhl aufmöbeln könnte. Da war ich natürlich gleich Feuer und Flamme und nahm das gute Stück erstmal gründlich unter die Lupe.
Das Rückengeflecht war zum Glück noch sehr gut erhalten. Aber die Sitzfläche wurde gänzlich entfernt und durch eine gammelige Platte ersetzt, die stümperhaft unter dem Rahmen festgenagelt war. Für mich eine sehr fragwürdige Lösung, da man ja dann mit seinem Hintern in einer Art Mulde hockt. Stell ich mir unangenehm vor… Zu allem Überfluss hat man das gute Stück in seiner Vergangenheit dann auch noch mit irgendeiner matt-braunen Tunke übergejaucht. Da kann man nur mit dem Kopf schütteln und sein Bestes geben. Also befreite ich meinen neuen Schützling erstmal von dieser Platte und der braunen Farbe. Da hieß es dann, wie immer, schleifen, schleifen, schleifen… Während ich also so vor mich hinschliff, überlegte ich, wie ich denn jetzt das Problem mit der Sitzfläche löse. Aber wenn man mal ganz ehrlich ist, da kann man noch so viel überlegen, alles außer ein neues Geflecht wäre nicht akzeptabel. Da ich ja gewisse Ansprüche an meine Arbeit habe, musste ich also flechten lernen. Gesagt, oder besser gedacht, getan. Schon nach kurzer Internetrecherche fand ich sowohl eine passable Anleitung, wie auch einen Materiallieferanten und einen Mann der mich schwer motivierte, diese Herausforderung anzunehmen. Es sei schließlich noch kein Meister vom Himmel gefallen. Der besagte Mann war übrigens ein freundlicher Mitarbeiter des Geflechtlieferanten. Kein Wunder, das der freundlich war. Als das Geflecht dann endlich eintraf, hatte ich bereits die ersten zwei Schleifgänge beendet und einige Ecken, die all zu sehr ausgefressen waren (ja, ja, der Zahn der Zeit) beigespachtelt.

Einige Tage zuvor meinte eine Bekannte, dass es für meine treuen Leser doch vielleicht spannend wäre, mehr über meine Restaurationsarbeiten zu lesen und dass sich so ein Lernprozess doch anbieten würde. Also fing ich an, die ganze Geschichte von diesem Punkt an auch fotografisch festzuhalten.
Als ich mit dem ersten Schritt (erste Lage vertikal) anfing, dachte ich noch etwas übermütig “Warum wird in jeder Beschreibung vor dem immensen Zeitaufwand gewarnt? Ich muss ein Naturtalent sein…“. Das dachte ich nach dem zweiten Schritt (erste Lage horizontal) und dem dritten Schritt (zweite Lage vertikal) auch noch. Nur leider ein etwas Rückenschmerz geplagtes Naturtalent. Da muss man sich ganz schön verbiegen.

Aber im vierten Schritt (zweite Lage horizontal) wurde ich dann eines Besseren belehrt. An diesem Punkt wird das Rohr das erste Mal wirklich eingeflochten und das ist zugegeben doch etwas zeitintensiver. Aber mit Geduld und Spucke meisterte ich auch diese Hürde. Richtig spannend wurde es dann aber in Schritt fünf (erste Lage diagonal) und Schritt sechs (zweite Lage diagonal). Hier ist die Gefahr, dass so ein Rohr mal reist, am größten. Aber da ich recht besonnen ans Werk ging, hat alles gut gehalten und besser geklappt als gedacht.

In Schritt sieben werden dann nur noch alle losen Enden miteinander verdröselt und das Geflecht ist eigentlich fertig.  Eigentlich… Aber das Schlimmste kommt ja noch: Die erste Sitzprobe, ob auch alles hält. Ich hatte schon ein bisschen Herzklopfen, das gebe ich zu. Nach einer kurzen Verschnaufpause inklusive Jubelschrei, habe ich mich dann daran gemacht, den Stuhl wieder in seine Ursprungsfarbe zurück zu versetzten und bei der Gelegenheit das neue Rohrgeflecht etwas abzudunkeln.

Als nun alles fachgerecht gebeizt war, Stuhl, Rohrgeflecht, mein Unterarm… fehlte nur noch ein bisschen Glanz auf der Oberfläche und fertig ist das Gute Stück.

Im Nachhinein betrachtet, bin ich sehr froh, diesen, wenn auch sehr langen Weg, beschritten zu haben. Zum einen habe ich wieder etwas Neues dazu gelernt und zum andern finde ich es sehr schön, sich mit altem Handwerk und Traditionen zu beschäftigen. Das Flechten hat mir auch viel Spaß gemacht und da mein Vater mir noch vier Stühle mit Rohrgeflecht anvertraut hat, bei denen zwei Sitzflächen auch schon kaputt sind, kann ich ja jetzt so richtig durchstarten. Der Winter ist ja noch nicht rum.

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Tod in der Marsch

Tod in der Marsch

Ein „Hinterm Deich Krimi“ von Hannes Nygaard

Diese „Hinterm Deich Krimis“ sind schon was Feines. Wenn man gerade eine fesselnde und bewegende Trilogie von irgendwas hinter sich hat, ist Hannes Nygaard genau das richtige, um wieder runter zu kommen. Er pflegt eine sehr saubere und gewählte Art zu Schreiben und macht es so dem geneigten Leser nicht schwer, dem Handlungsstrang zu folgen.

Ein Großteil seiner Romane spielt auf Eiderstedt, einer Landzunge nördlich von Hamburg, die auch von einem Teil meiner Familie bewohnt wird und auf der ich fast jeden Sommer verbracht habe.So lesen sich (für mich) diese Romane immer sehr echt und man kann sich ganz anders in die Protagonisten (Hauptkommissar Christoph und Große Jäger) hineinversetzten, wenn man genau weiß, wie Land und Leute wirklich sind.

Das erste Buch dieser Reihe beginnt damit, dass Hauptkommissar Christoph Johannes aus der Landeshauptstadt aus einem ungeklärten Grund in diesen scheinbar gottverlassenen Landstrich versetzt wird.Auch die Bekanntschaft mit seinem neuen Kollegen „Große Jäger“ scheint für den feinsinnigen Kommissar eher ein Kulturschock. An diesen Stellen muss man als Leser immer wieder über die fein ausgearbeiteten Charaktere der Mitspieler schmunzeln.Ganz langsam kommt die Geschichte ins Rollen mit einem vermissten Mädchen und seiner Mutter, dessen Spuren die Kripo Husum nach Marschenbüll, einem fiktiven Ort auf Eiderstedt, führen.Hier stößt das ungleiche Team auf einerseits viel Aronganz in Form des Großgrundbesitzers Herr von Dirschau, andererseits auf Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit bis hin zu Antisemitismus, verkörpert von der vorherrschenden Dorfbevölkerung. Sehr schnell wird deutlich, dass es in der „Stillen Marsch“ gar nicht immer so still ist, sondern auch höchst ungemütlich werden kann. Und damit meint Hannes Nygaard nicht nur das Wetter…

Wie am Anfang schon erwähnt, sind diese Krimis, die nur ca. 200 Seiten stark sind, immer etwas für die schnelle Zerstreuung zwischendurch. Was mir sehr gut gefällt, ist, dass immer ein aktuelles Thema aufgegriffen wird. Quasi ein Krimi mit moralischem Anspruch. In diesem Fall wird der Leser mit Intoleranz, Rassenhass und deren Folgen konfrontiert.Im nächsten Deichkrimi “Vom Himmel hoch“ zeigt Hannes Nygaard auf, welche fatalen Folgen Mobbing haben kann und wie leicht man abstürzen kann, wenn man auf Kosten anderer hoch hinaus will.

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Alte Bekannte…


Man könnte meinen, die beiden wären dieselben, die ich euch schon im letzten Sommer gezeigt habe. Aber wer genau hinschaut, erkennt, dass aus dem kleinen gebückten Vögelchen eine Art Wiedehopf geworden ist. Und das zweite Vögelchen reist jetzt keck seinen Schnabel auf, als wollte er ein Lied trällern.

Maße für einen Vogel
Höhe: 12,5cm

Leider schon verkauft!

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„Netzwerken- oder wie bekommt man mehr Leser“

Schreibzeit_02.15. Netzwerken oder wie bekommt man mehr Leser

In der Schreibzeit ruft Sabine diesen Monat zum Thema „Netzwerken- oder wie bekommt man mehr Leser“ auf.
Wie ich das gelesen habe, war ich ganz happy, ein Thema zu haben, mit dem ich mich aktuell sowieso schon etwas länger beschäftige.
Wenn man sich meine Blog-Vita mal so anschaut, könnte sich der eine oder andere fragen.“ Warum hat sie da nicht schon früher drüber nachgedacht. Die Gute Stube gibt’s doch schon seit Mitte letzten Jahres.“
Das liegt wohl daran, dass, als ich die Gute Stube ins Leben rief,  ich nur schemenhaft wusste, was ein Blog überhaupt ist. Eigentlich wollte ich nur ein paar alte Schätzchen und Erbstücke verkaufen (die ganze Geschichte findet ihr hier). Also fragte ich meinen Bruder, der in der Branche recht gut bewandert ist und schwubdiwub war ich eine Blogerin. Als Ben meinte: „Schau dir doch mal meinen Blog oder den von Anne-Birga (die einzigen Blogger, die ich persönlich kenne) an“,  ging mir langsam ein Licht auf, was bloggen überhaupt bedeutet. Ich  war sehr dankbar, einen Kanal gefunden zu haben, in dem ich nicht nur kreativ sein kann, sonder auch meine Leidenschaft für Aufgemöbeltes und Dekoratives darstellen kann.
Von da an stellte sich mir immer nur die Frage: “Wie finde ich neue Käufer?“ Da im Augenblick aber saure Gurkenzeit ist und in meiner Werkstatt fast Minusgrade herrschen, hatte ich zwischen den Jahren Zeit, mich mal mit ein paar anderen Blogs zu beschäftigen.
Was tun die anderen eigentlich alle so? Auf welchen Plattformen sind die alle unterwegs? Will ich das auch? Warum nicht? Na, ich probier’s mal aus. Und siehe da… sobald ich einen Facebook-Account eingerichtet hatte, war ich nicht nur stolz wie Bolle, sondern hatte auch tatsächlich ein-zwei Kommentare.  Also: weiter so…
Ich freu mich schon auf andere Plattformen. Pinterest und Instergram kenne ja sogar ich, aber was ist eigentlich Bloglovin und dieses Google+ Ding? Naja, ich werd’s schon raus kriegen.

Und dann ist da ja auch noch die Sache mit dem Kommentieren. Bis jetzt habe ich immer die Rolle des stillen Beobachters eingenommen. Erstmal schauen, wie das so geht… Sieht einfacher aus, als es ist. Aber wer weiß, vielleicht finde ich ja noch gefallen daran. Im realen Leben muss ich ja auch zu allem meinen Senf dazu tun.

Aber die einzige wirklich alles entscheidende Frage, die ich mir bei dieser ganzen Netzwerkerei stelle, ist: „WANN MACHEN DIE DAS ALLE?“
Wie schafft ihr das bloß alle, auf all diesen Plattformen so präsent zu sein und dann auch noch tolle Posts zu schreiben und mit noch tolleren Bilder … (Sind wir jetzt wieder beim Thema „die Frau von heute“?)
Im Augenblick finde ich das alles noch ziemlich zeitintensiv und hoffe, dass, wenn man den Bogen erstmal raus hat, alles etwas schneller von der Hand geht.
Aber es würde mich wirklich mal interessieren, wie viel Zeit der normale Blogger so im Durchschnitt in der Woche für seinen Blogg und seine Netzwerkerei investiert. He Bine, wäre das nicht ein spitzen Thema für die nächste Schreibzeit!?

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Echt alt…

Das passiert auch nicht alle Tage, das man einen so schönen alten Stuhl findet, ohne das man etwas nacharbeiten muss. Er ist aus massivem Holz und die cremeweiße Lackierung ist noch original und somit auch all ihre kleinen Zeichen der Zeit.
Und noch seltener ist, dass man gleich vier von denen findet, die alle in einem vergleichbaren Zustand sind. Das ist schon wirklich selten und ein echter Glücksfall.
Bei Interesse einfach nachfragen, wie viele noch da sind.

Maße:
Höhe: 82cm
Breite: 44cm
Sitzhöhe: 46cm

Leider schon verkauft

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Kubische Porzellanvase mit Goldrand

Bei dieser Vase bin ich mir wirklich nicht so sicher. Ist sie jetzt Vintage oder Retro?
Die schlichte kubische Form ist eigentlich typisch Retro. Die auffällige Porzellanstruktur und den noch sehr gut erhaltenen Goldrand würde ich aber eher bei Vintage einstufen.
Auf jeden Fall ist sie alt und somit trifft beides irgendwie zu.

Maße
Hoch: 14cm
Tief: 8cm
Breit: 8cm

Preis: 8€
Wenn ihr euch für dieses Produkt interresiert schaut doch einfach mal auf meiner Dawandaseite vorbei:
http://de.dawanda.com/product/76709187-Kubische-Porzellanvase-mit-Goldrand

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Shop around the Blog

shoparound

Beim  “ein bisschen durchs Web Stöbern“  bin ich auf eine spannende Aktion von Puppenzimmer gestoßen. Hier wird immer am 3. jedes Monats eine Art Flohmarkt gestartet. Die Regeln sind ganz einfach und der Rahmen hat mir sehr gut gefallen.
Also dachte ich mir, ich reduziere mal ein paar Sachen aus der Guten Stube und stelle sie hier zum Verkauf.

Leider schon verkauft.

Von diesem  Vintage-Milchkännchen mit dezentem Goldrand würde ich mich ebenfalls für 2€ trennen.
Porto und Verpackung: 4€

Nach Weihnachten ist vor Weihnachten… Wenn ihr heute zugreift, habt ihr für nächstes Jahr schon ganz tolle Geschenke und weniger Vorweihnachtsstress. Und das Ganze für nur 1,50 € pro Stern (inkl. Untersetzter und Kerze). Ich habe von den Sterne insgesamt 4 verschiedene Größen und pro Größe je 3 Sterne (inkl. Untersetzter und Kerze)
Porto und Verpackung: 2€

Bei Fragen oder Interesse einfach eine E-Mail an:
katrin.birkenhake@googlemail.com

Zum Lieferumfang gehört nur der beschrieben Artikel. Alle weiteren abgebildeten Gegenstände dienen der Dekoration.

Privatverkauf. Keine Gewährleistung oder Rücknahme. Keine Abwicklung über Dawanda.