Tod in der Marsch

Tod in der Marsch

Ein „Hinterm Deich Krimi“ von Hannes Nygaard

Diese „Hinterm Deich Krimis“ sind schon was Feines. Wenn man gerade eine fesselnde und bewegende Trilogie von irgendwas hinter sich hat, ist Hannes Nygaard genau das richtige, um wieder runter zu kommen. Er pflegt eine sehr saubere und gewählte Art zu Schreiben und macht es so dem geneigten Leser nicht schwer, dem Handlungsstrang zu folgen.

Ein Großteil seiner Romane spielt auf Eiderstedt, einer Landzunge nördlich von Hamburg, die auch von einem Teil meiner Familie bewohnt wird und auf der ich fast jeden Sommer verbracht habe.So lesen sich (für mich) diese Romane immer sehr echt und man kann sich ganz anders in die Protagonisten (Hauptkommissar Christoph und Große Jäger) hineinversetzten, wenn man genau weiß, wie Land und Leute wirklich sind.

Das erste Buch dieser Reihe beginnt damit, dass Hauptkommissar Christoph Johannes aus der Landeshauptstadt aus einem ungeklärten Grund in diesen scheinbar gottverlassenen Landstrich versetzt wird.Auch die Bekanntschaft mit seinem neuen Kollegen „Große Jäger“ scheint für den feinsinnigen Kommissar eher ein Kulturschock. An diesen Stellen muss man als Leser immer wieder über die fein ausgearbeiteten Charaktere der Mitspieler schmunzeln.Ganz langsam kommt die Geschichte ins Rollen mit einem vermissten Mädchen und seiner Mutter, dessen Spuren die Kripo Husum nach Marschenbüll, einem fiktiven Ort auf Eiderstedt, führen.Hier stößt das ungleiche Team auf einerseits viel Aronganz in Form des Großgrundbesitzers Herr von Dirschau, andererseits auf Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit bis hin zu Antisemitismus, verkörpert von der vorherrschenden Dorfbevölkerung. Sehr schnell wird deutlich, dass es in der „Stillen Marsch“ gar nicht immer so still ist, sondern auch höchst ungemütlich werden kann. Und damit meint Hannes Nygaard nicht nur das Wetter…

Wie am Anfang schon erwähnt, sind diese Krimis, die nur ca. 200 Seiten stark sind, immer etwas für die schnelle Zerstreuung zwischendurch. Was mir sehr gut gefällt, ist, dass immer ein aktuelles Thema aufgegriffen wird. Quasi ein Krimi mit moralischem Anspruch. In diesem Fall wird der Leser mit Intoleranz, Rassenhass und deren Folgen konfrontiert.Im nächsten Deichkrimi “Vom Himmel hoch“ zeigt Hannes Nygaard auf, welche fatalen Folgen Mobbing haben kann und wie leicht man abstürzen kann, wenn man auf Kosten anderer hoch hinaus will.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. So, jetzt muss ich doch mal zurück kommentieren in deinem sehr sympathischen Blog 🙂
    Die Krimis hören sich gut an. Ich bin im Moment sehr für schnelle Zerstreuung zu haben 🙂
    Ich habe dir übrigens eine Antwort zu den Leinenbeuteln unter meinen Post geschrieben. Wenn dir da an Infos noch was fehlt, sag Bescheid.
    Liebe Grüße!
    Steffi

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.