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Ich bin hier bloß der Hund…

Ich bin hier bloß der Hund…

Von Jutta Richter mit Bildern von Hildegard Müller

Als ich vor einigen Jahren durch meinen Lieblingsbuchladen stöberte bin auf dieses Buch gestoßen und wurde als Weltgrößter Hundefreund natürlich gleich neugierig. Das musste auf jeden Fall mit. Und so wurde es zu einem meiner absoluten Lieblingsbüchern.

Jutta Richter beschreibt den Blick auf unsere Welt aus der Sicht des ungarischen Hütehundes „Anton“.
In den einzelnen Kapiteln  erzählt uns Anton wie sich die für Ihn wesentlichen Dinge eines Hütehundelebens verändert haben, seit dem er nicht mehr in Ungarn ist und Zackelscharfherden bewachen kann. Nun versucht er eben sein neues „Rudel“ vor dem Goldschakal zu beschützen. Aber das machen ihm Friedbert, Emily und die Kleine, die er nun als seine Rudel ansieht, nicht immer leicht.
Ich mag diese feine und leise Gesellschaftskritik die man zwischen den Zeilen lesen kann. Viele Dinge die für uns so wesentlich sind, sind für Anton vollkommen fremd und unsinnig und er hat so Recht. Wir sollten uns doch wirklich mehr auf die wichtigen Dinge des Lebens konzentrieren.
Meine Lieblingsstelle ist als Anton uns über seinen Schlafplatz berichtet: „Ich habe Friedbert deutlich zu verstehen gegeben, was ich vom Körbchen halte. Ich beiße Nacht für Nacht die Weidenzweige durch, und jeden Morgen muss ich das Geschrei ertragen, das er macht wenn er den Schaden sieht. Er nennt das Pfui. Und er hat recht, ich kenne nichts, das schlechter schmeckt als Weidenholz“ Für Anton ist es eben das Wichtigste, das nachts das Rudel immer beieinander liegen muss.

Jeder der schon einmal einen Hund zu seinen Familienmitgliedern zählen konnte, kann sich garantiert in der einen oder anderen Geschichte von Anton wieder finden. Ich für meinen Teil bin Anfangs aus dem Schmunzeln gar nicht mehr raus gekommen und dachte bei jedem Kapitel: „Das könnte auch Luna sein.“ Im letzten Kapitel wird dann ein wenig Licht in Anton’s wirklich Vorgeschichte gebracht. An dieser Stelle sind die Parallelen zur Vergangenheit meiner eigenen Hündin so erschreckend ähnlich das ich wirklich Rotz und Wasser geheult habe… Ich verstand dann auch warum Anton am Ende eines jeden Kapitels sagt: „Nicht das ich mich beklagen will. Im Großen Ganzen habe ich es gut getroffen.“ Das Denke ich mir auch oft, wenn ich Luna so anschaue. Was für ein Glück sie hatte. Und was für ein Glück ich habe so viel Gutes tun zu können.

P.S. Anton gibt es wirklich!