Kaffee-Pause in der Guten Stube

8_Totale

In der Guten Stube lehnt man sich gerne mal zurück, liest die Tageszeitung und genießt eine schöne Tasse Kaffee.
Bis vor kurzem war das kein Problem. Da hatte ich noch so etwas wie eine Kaffeemaschine. Um genau zu sein eine Pad-Maschine.
In meinem ersten Leben als Stadtpflanze hatte ich sogar so einen hochmodernen Kaffeevollautomaten, der auf Knopfdruck und ein bisschen gut zureden, so ziemlich jede Kaffee-Köstlichkeit zaubern konnte. Doch als ich dann auf’s Land zog wollte der Vollautomat lieber in der Stadt bleiben. Da wäre mehr los und da passe er auch besser hin. Recht hat er.
Zu dem Zeitpunkt lief mir besagte Pad-Maschine über den Weg. Auf den ersten Blick passten wir ganz gut zusammen. Schnell ne Tasse Kaffee für kleines Geld. Aber schon nach kurzer Zeit war klar, das sie dem harte Landleben und dem noch viel härtere Wasser, in unserer Region nicht gewachsen war. Irgendwann waren alle Dichtungen porös und so wurde sie erst zu einem Auslaufmodell und später dann entsorgt.
Nun Stand ich da, ohne Kaffeemaschine und folglich auch ohne Kaffee. Diejenigen unter euch, die mich besser kenn, wissen genau: Das kann nicht lange gut gehen. Aber irgendwie wollte ich kein neues Gerät. Obwohl der Kaffeemaschinenmarkt eine scheinbar unendliche Vielfalt an Angeboten, Systemen und Möglichkeiten bereit hält, wollte ich nicht schon wieder so ein elektrisches Gerät haben, das mir früher oder später wieder das Herz brechen wird.
Und so dachte ich mir, ich versuche das mal auf die herkömmliche Methode des Kaffeekochens. Einfach aufgießen. So macht man das bei uns auf dem Land. Und auch meine Schwiegermutter ist der Meinung, das der Kaffee so am besten schmeckt. Na die muss es ja wissen.
Und sie weis auch wie es geht. Sie, meine Schwägerin, mein Großvater und das Internet. Ich habe so einige Zeit rumgetüftelt und viele Leute befragt wie sie denn ihren Kaffee zubereiten. Nun habe ich aus allen Tips für euch das beste zusammengefasst.

Was Ihre braucht:

1_Was brauche ich

Als erstes nimmt man sich mal die Filtertüte vor und knick sie an den zwei Nähten ein, so das sie schön passig im Filter sitzt.

2_Filtertüte knicken

Nun müsst ihr das Ganze einmal mit heißem Wasser ausspülen. Ich wollte das auch erst nicht glauben, Aber macht man das nicht, schmeckt der Kaffee ganz leicht nach Papier. Glaubt mir, es lohnt sich.

3_Filtertüte einsetzen und spühlen

Nachdem alles Wasser durchgelaufen ist, das Kaffeepulver locker einstreuen. Eine der wichtigsten Fragen ist: wieviel Pulver brauch man? Aber das sind wirklich Erfahrungswerte, die man mal machen muss. Ich habe auch so einige Zeit gebraucht, bis ich die Dosierung für nur eine Tasse zurecht hatte. Ich fand drei leicht gehäufte Teelöffel am angenehmsten und vor allem nicht zu stark. Ich bin aber auch eher der Blümchenkaffee Trinker.

Aber jetzt kommt noch der absolute Geheimtip. Das ist die Krönung der Kaffeekochkunst. Eine Prise Salz! Ich wollte auch das erst nicht glauben. Aber mein Großvater, von dem man nicht meinen sollte, das der was vom Kaffeekochen versteht hat mir das mal gezeigt. Macht ruhig mal den Test, mit und ohne Salz.

4_Kaffeepulver und Salz

Als nächstes, ausreichend Wasser zu Kochen bringen und den Kaffee ein erstes Mal aufgießen. Hier ist es jetzt wichtig nur soviel aufzugießen, das die Menge an Pulver gerade so mit Wasser bedeckt ist.

5_erstes Aufgießen

Beim zweiten Aufgießen kann man den Filter jetzt ganz nach Mengenbedarf mit Wasser auffüllen. Jetzt ist ein bisschen Geduld gefragt, bis alles durchgelaufen ist. In der Zeit kann man ja schon mal den ersten Keks essen. Der schmeckt dann auch schon ohne Kaffee.

6_zweites Aufgießen

Und dann ist er auch schon fertig. Nun noch schnell einen ordentlichen Schuss Milch rein und zurücklehnen.

7_Der Kaffe ist Fertig

Hätte ich das vorher gewusst, wie schnell und einfach diese Art der Kaffeezubereitung ist, ich hätte mich schon vor Jahren getrennt. Und das schönste ist, er schmeckt wirklich richtig gut. Ja, Ja. Die von früher wussten schon wie ein guter Kaffee geht.

 

 

9 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Das ist wirklich herrlich geschrieben. Ich hab viel geschmunzelt und Schmunzeln, dass hat uns ja der grosse grosse Max Goldt gelehrt, ist Vanille für die Seele.

    Aber zur Sache: Was Du nicht erwähnt hast ist, dass das ja auch noch Platz in der Küche spart. Man hat halt ein Gerät weniger rumstehen.
    Was ich ergänzen empfehlen kann, ist die vorher die Bohnen mit einer Kaffeemühle frisch zu malen. Da gibt’s von Bodum eine schön robuste ohne viel Schnickschnack.

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    • Oh ja, das wollte ich doch noch reingeschrieben haben, das man so auch noch wunderbar Platz spart.
      Ob eine frischgemahlen Bohne den Kaffeegenuss noch krönen kann, bleibt noch zu beweisen. Ich werde diesbezüglich mal einige Selbsttests durchführen und dann an dieser Stelle berichten.
      Da fällt mir ein… leihst du mir deine Mühle?

      LG, Katrin

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  2. Pingback: Wie die Welt sich am Kaffee scheidet | anmut und demut

  3. Hi liebe Katrin,
    wir brühen unseren Kaffee seit Jahren so von Hand auf. Das ist der beste Kaffee den es gibt, finden wir. In Duft und Geschmack nicht zu überbieten.
    In einem meiner 50er-Jahre Haushaltsratgeber fand ich einmal folgenden Tipp, den ich dir gern weitergeben möchte: Anstelle von Salz gibst du je nach Tassenmenge eine Prise ,bzw. Messerspitze Natron dazu. Mit der Zeit hast du es im Gefühl. Das schäumt beim Aufgießen kurz auf (also nicht wie gewohnt schütten ;o)) und macht das Wasser weicher. Wir brühen nur noch so auf.
    Wir nehmen immer das Kaiser Natron aus der Drogerie.
    Ach ja und noch ein Tipp aus dem Haushaltsratgeber: „Guter Kaffee heißt nicht starker Kaffee. Einige Mitmenschen scheinen der Ansicht zu sein, dass ein Kaffee nur dann mundet, wenn er tiefschwarz aus der Kanne fließt…“ Das ist natürlich eine Geschmacksfrage, doch seither brühen wir etwas weniger stark und genießen dafür mehrere Tassen ;o)
    Ganz liebe Grüße und viele weitere herrliche Tassen Kaffee.
    Sascia von epipa

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    • Hallo Sascia,
      es freut mich wirklich ganz besonders, von dir hier zu lesen. Das mit dem Natron muss ich unbedingt mal ausprobieren. Da bin ich ja schon sehr gespannt.
      Das Buch ist übrigens inzwischen angekommen und es übertrifft alle meine Erwartungen. Es ist einfach toll.

      LG, Katrin

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  4. Ah, wunderbar, so habe ich das auch gelernt, mit Salz und so. Den Natron-Tipp kannte ich noch nicht, das wird aber bei nächster Gelegenheit ausprobiert. Und ganz stilecht mit dem keramischen Filterhalter, herrlich 🙂 Genau so einer ist uns vor einigen Tagen auf dem Flohmarkt wieder zugelaufen …

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