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Und Gott sprach „Wir müssen reden“

 

Und Gott sprach:
„Wir müssen reden!“

Von Hans Rath

Dieses Buch habe ich letztes Jahr schon meiner Mutter zu Weihnachten geschenkt. Sowohl Titel wie auch Kurzbeschreibung habe mich ein bisschen an „der alte Mann und Mr. Smith“ erinnert. Das gefiel uns beiden auch schon sehr gut.  Hier erscheint Gott auf der Erde bei uns Menschen und schaut mal was wir eigentlich so machen.

Bei „und Gott sprach Wir müssen reden!“ ist es dann aber doch ein bisschen anders wenn auch nicht weniger humorvoll.
Der gescheiterte Psychotherapeut Jakob Jakobi scheint auf der ganzen Linie versagt zu haben. Ehe geschieden, Praxis nicht mehr existent, weil keine Patienten mehr, von der Familie zurückgestuft. So gebeutelt trifft er auf Abel Baumann. Einen, dem ersten Anschein nach, glücklosen Zirkusclown. Doch schnell stellt sich heraus das Baumann sich für Gott hält und Jakobs Hilfe braucht. Baumann hat sich in den Kopf gesetzt Jakob von seiner himmlischen Herkunft zu überzeugen. Jakob seinerseits hält Abel Baumann für einen sympathischen Spinner mit kurioser Persönlichkeitsstörung.

Im Verlauf des Buches werden immer wieder die grundlegenden Frage eines ungläubigen Menschen unserer Zeit gestellt.

– Warum hat Gott die Erde erschaffe:
Stell dir mal vor: „allein in einem Leeren Raum. Und das auch noch          für die Ewigkeit. Ohne Drinks. Ohne einen Film oder ein Buch(…) Ich    gehe davon aus das ich mich zu Tode gelangweilt hätte.“

– Warum Gott die Welt nicht besser macht:
„Gott kann mit seiner eigenen Welt nicht mehr Schnitt halten (…) Glaub mir ich würde auf diesem Planeten sehr gerne eine Menge Dinge verändern, aber mir sind die Hände gebunden. (…)offensichtlich mache ich irgendetwas falsch. Hilf mir es zu finden, damit die Menschen wieder an mich Glauben.“

Und noch einiges Spannende Themen mehr.
Immer wieder geht es um das eine Thema: warum die Menschheit nicht mehr an Gott glaubt. Diese Frage beantwortet Abel sich dann einfach selber: „Es ist wirklich ein bisschen viel verlangt an einen Gott zu Glauben, der ständig Fehler macht.“ Und was ist nötig das die Menschen wieder glauben?
An den Stellen fragt man sich als Leser dann nur zu oft, warum glaubt man eigentlich nicht. Oder tut man es doch… Vielleicht sehnt man sich sogar ein bisschen danach einem wie Baumann zu begegnen, damit man glauben kann. Aber warum braucht man immer einen Beweis? Es heißt doch schließlich an Gott glauben und nicht wissen. Abels bester Freund Heinz hat das etwas besser auf den Punkt gebracht als ich. Er verlässt sich bei der Frage ob Abel Gott ist ganz allein auf sein Gefühl: „es gibt nichts, das konkreter wäre als Gefühle. Das ist der Grund, warum die Menschen sich nicht nach Erkenntnissen sehnen, sondern nach Liebe, Glück und Freundschaft.“
Immer wieder Stößt man als Leser auf solche tollen Sätze die einen kurz inne halten lassen. Die man erstmal verdauen muss. Die einen zum nachdenken anregen.
Ich habe in diesem Buch bestimmt 10 Stellen angemarkt, die mir gefallen habe und die ich hier zitieren wollte. Aber das wäre dann doch eine etwas lange Rezension geworden. Außerdem will ich ja auch nicht alles vorwegnehmen.
Aber nicht das ihr jetzt meint das ist ein bierernstes Buch mit lauter religiösem Schmarrn … Die ganze Story ist mit soviel Humor, Ironie und Sarkasmus gewürzt, das man es nur schwer weglegen kann. Mir hat es ausgesprochen gut gefallen, weil wirklich viel drin ist.

Ich habe dieses Buch zwar schon Anfang des Jahres gelesen, aber weil es irgendwie auch eine ganz tolle Weihnachtsgeschichte ist, dachte ich mir das es doch besser unter den Weihnachtsbaum passt als ins Osternest.