Die sonderbare Buchhandlung des Mr.Penumbra

Die sonderbare Buchhandlung des Mr Penumbra

Von Robin Sloan

Dieses Buch ist doch mal wieder der beste Beweis das ein Buch wie eine Pralinenpackung ist. Man weis nie was drinnen ist. (Frei zitiert noch Forest Gump)

Ich habe vor einiger Zeit schon mal eine Beschreibung über dieses Buch gelesen und fand die Thematik sehr interessant. Und auch die Zusammenfassung auf dem Buchrücken macht Appetit, lässt aber etwas anderes vermuten, als man dann doch tatsächlich bekommt:

Clay Jannon ist eigentlich Webdesigner, doch die Rezession hat ihn seinen Job gekostet und so führt ihn eine Stellenanzeige in die durchgehend geöffnete Buchhandlung von Mr. Penumbra. Clay merkt sehr bald, das dies keine gewöhnliche Buchhandlung ist und hier irgendetwas nicht stimmt. Zusammen mit zwei Freunden macht er sich dadran, das Geheimnis der Buchhandlung zu lüften.
Findet ihre nicht auch das man hier den Eindruck bekommt, es geht um eine spannende Geschichte in einer Buchhandlung. Mit vielen tollen verweisen zu anderen Büchern und Geschichten. Son bisschen Tintenherz angehauchter Harry Potter Nachts im Museum. (In einer anderen Besprechung habe ich gelesen das dieser Clay die Nachtschicht hat. Daher die Assoziation mit „Nachts im Museum“.)
Tja, so kann man sich täuschen. In Wirklichkeit ist es eine Erzählung um einen ziemlich schrägen Geheimbund und viele Rätsel die zu lösen sind. Soweit noch ganz gut. Doch die eigentliche Kernaussage ist der Gegensatz zwischen altem Wissen und neuen Medien.
Das alte Wissen ist alles, was in gedruckten Büchern steht und noch nicht von Google (Google ist ein ganz heißes Thema in diesem Buch) digitalisiert wurde. Die neuen Medien sollen Helfen die Rätsel um dieses alte Wissen zu lüften, was auch teilweise gelingt.
Weist du, alte Bücher sind ein großes Problem für uns. Überhaupt altes Wissen – old knowledge. Wusstest du, dass 95% des Internets erst in den letzten fünf Jahren entstanden sind? Nun wissen wir aber, das das Verhältnis genau umgekehrt ist, wenn es um das gesamte menschliche Wissen geht – das altes Wissen sogar das meiste davon ausmacht.“
Das gefällt mir am meisten an diesem Buch. Wie der Autor diese Gegensätze immer wieder herausarbeitet. Neue Technologien wie Internet, schnelle Rechner, Bücherscanner und riesenhafte Speichermengen sind zwar eine ganz tolle und nützliche Sache. Aber doch eine eher verschwindet geringe Errungenschaft im Vergleich zu all dem Wissen, das die Menschheit bis zum heutigen Tag angesammelt hat. Ebenso die Diskussion über die Unsterblichkeit eines gedruckten Buches im Gegensatz zur schnelllebigkeit von digitalen Daten. Ganz besonders im Internet.
Auch sehr schön ist, das Clay als Romanfigur seine Leser immer mal wieder ganz direkt anspricht. „simuliertes Licht, das aus simulierten Fenstern hereinfällt, lässt in dem simulierten Laden markante Schatten entstehen. Wen das jetzt beeindruckt, der ist über dreißig.“ diese Kommentare ließen mich immer ein wenig schmunzeln, da sie auch immer passten. Ja, ich war beeindruckt.

Ich finde es sehr schade, das dieses sehr spezielle Buch nicht mit einer art Warnhinweis verkauft wird. „Vorsicht, nur etwas für Nörds und solche die es werden wollen“ Ich glaube, das hier so manch einer mit der Materie überfordert ist und ebenso wie ich einfach von diesem Buch etwas ganz anderes erwartet hat. Ich denke da nur an die Frau im Buchladen neben mir, der dieses Buch als spannende Geschichte für zwischendurch verkauf wurde. Man schaut den Leuten ja nur vor den Kopf. Aber ich bin mir da nicht so sicher, ob diese wirklich „nett“ aussehende Dame mit der Materie ausreichend vertraut ist. Ich für meinen Teil bin immer wieder an meine digitalen Grenzen gestoßen. Ich habe mir halt etwas anderes vorgestellt. Im Umkehrschluss kann ich mir vorstellen, das es eine Menge Leute gibt die das Thema ganz toll finden. Mir war es definitiv zu technisch.

5 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ach, das ist ja was. Ich hab das Buch vorletztes Jahr gelesen, hätte aber nicht gesagt, dass es zu technisch ist. Aber ich kann ja auch programmieren, hehe.

    Ich mochte, und mag bis heute, die Idee, mal etwas zu haben (also in diesem Fall die Buchhandlung), was nur Analog ist, von dem es online keine Hinweise gibt.

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  2. Das klingt sehr spannend! Muß ich mir mal bestellen 🙂
    Danke, daß Du mich auf Deinen Blog aufmerksam gemacht hast! Wunderschöne Fotos machst Du 🙂
    Liebe Grüße
    Suse

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    • Hallo Suse, wenn du möchtest kann ich dir das Buch im tausch gegen ein anderes deiner Wahl auch zuschicken. Ab Mai wird es hier in der Guten Stube so eine art Büchertauschaktion geben. Aber da muss man natürlich nicht bis Mai warten.

      LG, Katrin

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  3. Pingback: Der Bücher-Bollerwagen im Mai | Gute Stube

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