Westfälische Affären

Westfälische Affären

Ein Kriminalroman von Katharina Gerwens

Ein netter kleiner Happen für zwischendurch. Mit seiner 330 Seiten starken Kriminalgeschichte erinnert mich dieser kleine Schmöcker an die Nordseekrimmis von Hannes Nygaard. Nur das es hier eben um waschechte Westfalen geht und ich bei der Beschreibung des einen oder anderen Charakters schon sehr schmunzeln musste. Aber das ist es ja, was ich an den Westfalen so mag. Sie sind dickköpfig, lästern gerne über die Nachbarn und umgeben sich immer mit einem leichten Hauch von Arroganz.

Die Geschichte ist nicht allzu groß und leicht überschaubar. Der neue Sparkassendirektor der verschlafenen Örtchens Kalverode wird von seiner Putzfrau tot aufgefunden. Schnell wird klar, es handelt sich hier um Mord und schon steht der illustre Polizeiapparat der Kalveroder Dienstelle voll unter Strom. Und das bei 35Grad im Schatten. Nach kurzen wühlen in der Vergangenheit des Verstorbenen wird deutlich das er ein regelrechter Schürzenjäger war, der für beinahe jeden Tag der Woche eine Frau hatte. Wär mir ja zu stressig. Als dann noch die totkranke Witwe auf der Bildflächer erscheint wird es kurz mal etwas wuselig bei so vielen Weibern.
Eine skurrile Puppenbeerdigung rundet das ganze aber wieder ab. So ist halt für jeden etwas dabei.
Im Großen und ganzen kein Buch das mich tief bewegt hat. Aber das muss es auch gar nicht. Ich finde es auch mal ganz schön zwischendurch ein Buch für zwischendurch zu lesen.

  • Humor: Wer sich über die Eigenarten der Westfalen amüsieren kann, kommt auf jeden Fall auf seine Kosten.
  • L’amour: Nicht wirklich. Auch wenn der verstorbene durch seinen Abgang so einige Herzen gebrochen hat. Doch mit solchen Hühnern habe ich nur wenig Mitleid.
  • Fantasie: Zwar eine sehr verrückte Geschichte mit den ganzen geliebten, aber möglich ist alles.
  • Fesselfaktor: Vielleicht ein bisschen. Aber auf keinen Fall soviel, das man das Buch nicht aus der Hand legen könnte. Ist auch mal ganz angenehm.
  • Tiefgang: Auf eine angenehme Art und Weise nein.
  • Schreibstil: Ähnlich wie bei Hannes Nygaard, sehr eingängig und leicht zu lesen.
  • Cover / Titel: Ich weis zwar nicht, was das Cover mit der Geschickte zu tun haben soll, aber der Titel past. Vielleicht sollen die Pferde ja sinnbildlich für die Weiber stehen, die sich das Opfer „gehalten“ hat. Wer weis…
  • Empfehlenswert: Wer ein nettes kurzweiliges Lesevergnügen sucht, dem kann ich die Westfälischen Affären auf jeden Fall empfehlen.

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Pingback: Der Bücher-Bollerwagen im Juni | Gute Stube

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.