Der Bienenhirte Teil 1

Vor einer ganzen Zeit habe ich beim Zahnarzt im Wartezimmer einen Artikel über einen Imker gelesen, der sich selbst als Bienenhirte bezeichnet. Er passt auf seine Bienen auf, das sie immer genug Tracht einbringen können. Er achtet drauf das sie keine Krankheiten haben und lässt ihnen mehr als genug eigenen Honig zum überwintern. Die meiste Arbeit tun ja eh die Bienen. Er passt nur auf sie auf und schafft die Rahmenbedingungen, das die Bienen das tun können, wofür sie eigentlich da sind. Die Natur am laufen zu halten.
Wusstet ihr das es in Deutschland keine Wildbienen mehr gibt? Ohne den Imker und eine durch ihn durchgeführte Varroabekämpfung kann kein Bienenvolk dauerhaft überleben. So weit ist es schon gekommen mit unserer Natur.
Zwei Gedankenansätze die mich dazu veranlasst haben, darüber nachzudenken, ob ich nicht vielleicht auch ein Bienenhirte sein könnte. Genügend Platz haben wir ja. Auch wenn das Imkern auf dem Land Heute schwieriger ist als in der Stadt. Paradox!

Also habe ich mich mal ein bisschen schlau gemacht und rumgefragt, wie man eigentlich Imker wird. glücklicher Weise bietet der Kreisimkerverein Gütersloh e.V. ein Rundumpaket für angehende Jungimker an. Ein über das ganze Bienenjahr begleitender Kurs mit ausführlichem Theorie und Praxisteil, verbunden mit der Möglichkeit dort auch Ausrüstung und sogar Völker zu erwerben. Das nenn ich doch mal sinnvolle Starthilfe.
Letzten Samstag war es dann soweit. Erster Kurstag, spanende Sache!
Zunächst ging es mal mit ein wenig Theorie los über die Frage was braucht ein Imker und vor allem was brauchen die Bienen. Auch über sinnvolle Standorte und Aufstellmöglichkeiten wurde Gesprochen. Ein bisschen Grundwissen halt, das unterhaltend und anschaulich erklärt wurde. Doch dann ging es an die anstehenden Arbeiten. Die Frühjahrsnachschau. Hier wird erstmal geschaut ob die Bienen den Winter überhaupt überstanden haben. Ein fürchterlicher Gedanke, das so ein ganzes Volk von mehreren 1000 Bienen über Winter verreckt, weil man nicht genug eingefüttert hat oder die Varroabekämpfung nicht ausreichend war. Doch das passiert leider immer wieder, und auch den erfahrensten Imkern. Da muss man dann halt schauen, woran hat es gelegen, damit man den Fehler kein zweites mal macht. Außerdem wird geschaut ob noch genügend Futter da ist für die nächsten vier Wochen bis zu Kirschblüte. Sonst muss nachgefüttert werden.
Diese Verbindung, der Bienen mit der Frage wann blüht was, woraus sich die jeweiligen Tätigkeiten eines Imkers ergeben, gefällt mit fast am besten an der Imkerei. Man erlebt die Jahrszeiten und den Lauf der Natur viel bewusster.
Die anstehenden Arbeiten der Frühjahrsnachschau haben wir nicht nur theoretisch gelernt, sondern auch gleich an echten, lebenden und summenden Bienen durchgeführt. Ich muss gestehen, das mir schon ein wenig mulmig war so zwischen dem ganzen Gesummse. Alle durften auch einmal ein Rähmchen mit Bienen in die Hand nehmen. Und es ist auch keiner gestochen worden. Waren aber auch sehr liebe Bienen.

Alles in allem hat mich der erste Kurstag einmal mehr überzeugt, mit der Imkerei einen guten Beitrag zu unsere Umwelt zu leisten, den ich auch gut leisten kann. Doch dies war erst der erste Tag. Ich bin schon sehr gespannt wie es beim nächsten mal, wenn hoffentlich die Kirschblüte eingesetzt hat, weiter geht.

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