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12tel Blick im Mai

Wie man an der geringen Zahl der veröffentlichten Beiträge unschwer erkennen kann, haben sich meine selbst auferlegten Aufgaben vom April zum Mai nicht wirklich verringert. Das ist aber nicht weiter schlimm. Blumen gießen, Rasen mähen und viel Zeit mit den Miezen verbringen macht mir im Augenblick halt mehr Spaß als vorm Rechner sitzen und bloggen. Und wenn ich die letzten Monate mal so zurück blätter, spiegeln mir die wenigen Beiträge meine aktuelle Begeisterung für alles was draußen kreucht und fleucht wieder. Und so soll es ja auch sein. Über das schreiben was einen Aktuell antreibt macht halt viel mehr Freude.

Ein spannendes neues Projekt, das ich im Mai gestartet habe sind meine phänologischen und meteorologischen Aufzeichnungen. Ganz fleißig sitze ich jeden Abend an meinem Schreibtisch und schreibe auf wie das Wetter war und was in der Vegetation um uns rum so los ist. Ich erhoffe mir dadurch eine bessere Übersicht über die Frage wann was blüht und wie war das eigentlich letztes Jahr zu dieser Zeit.  Da der Mai ja noch nicht ganz rum ist werde ich die zusammengefasste Auswertung nächste Woche veröffentlichen. Bin mal sehr gespannt ob der Mai wirklich so sonnig und regenarm war wie ich ihn in Erinnerung habe.

Der 12tel Blick zeigt auf jeden Fall sehr schön, wie die Vegetation am Mastholter See scheinbar explodiert ist. Also muss ja doch ein bisschen Wasser von oben im Spiel gewesen sein. Von einem Bild auf’s nächste stehen alle Bäume in einem hübschen grünen Kleid das am Anfang des Sommers immer noch satt und frisch ausschaut. Aufgenommen habe ich diesen 12tel Blick an einem der wenigen Tage an den ich dann doch mal die Zeit gefunden habe zum See zu fahren. Eigentlich habe ich ja gerade aus dem Grund, öfter mal zum See zu fahren, diesen 12tel Blick gewählt. Doch bis jetzt geht die Rechnung noch nicht so richtig auf. Aber die Abende werden länger und vielleicht kann ich im Juni mal meinen inneren Schweinehund überwinden und einfach mal mit dem Rad noch eine kleine Abendrund einlegen.

Diesen Artikel habe ich mit dem Blog von Tabea Heinicker verlinkt. Hier könnt ihr bei Interesse nochmal alles über diese tolle Projekt nachlesen.

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Trümmergöre

Trümmergöre

von Monika Held

Trümmergören sind die Kinder der Nachkriegszeit. Die zwischen ausgebombeten Straßenschluchten „Der Russe kommt“ spielen. Die sich die Kriegsgeschichten der Eltern und Großentern anhören und für ganz normal befinden. Die lieber beim Onkel auf dem Schottplatz Autos Putzen als die Schularbeiten zu machen. Jula ist so eine Trümmergöre. Aufgewachsen im zerbombten Hamburg der Nachkriegszeit wird die vierjährige halbweise von ihrem Vater bei der Großmutter abgegeben. Er arbeitet beim auswertigen Amt und schickt Tochter und Großmutter regelmäßig Karten aus aller Herren Länder, die die beiden sorgfältig in ein Album kleben.

Die nächsten acht Jahre leben Jula nun bei Ihrer Großmutter, die sie von herzen liebt und in ihr die Tochter sieht die sie nie hatte. Nicht minder vergöttert wird sie von ihrem Onkel Hans der mit im Haus lebt. Doch sowohl die Großmutter wie auch der Onkel reden kein Wort miteinander. Warum das so ist fragt eine vierjährige nicht. Doch das ein dunkles Geheimnis über der Familie liegt ahnt der Leser an dieser Stelle bereits.

Erzählt wird das Leben der kleinen Jula aus ihrer Sicht. Nun ist sie eine Frau um die 30 und schreibt die  Erinnerungen an ihre Kindheit nieder. Und das macht diese Buch auch so besonders. Der Schreibstil ist zwar ein bisschen wirr zu lesen, doch sind Erinnerungen genau so. Ich habe mich beim lesen immer wieder an meine eigene Kindheit erinnert gefühlt. (Wobei meine mit der von Jula nicht das geringste gemeinsam hatte.) Wenn ich am Wochenende mal bei Oma war und was wir dann für Rituale hatten. Was eine schöne Zeit. Bis zu letzt habe ich geglaubt das es sich hier um einen autobiografischer Erzählung handelt, da ich mir nicht vorstellen konnte, wie man Erinnerungen so treffend beschreiben kann ohne sie selbst erlebt zu haben. Doch nach kurzer Recherche stellte ich fest, das doch alles fiktiv war und doch so real erschien. Fast schien es so als könnte man die wirren Bilder in Jula’s Kopf wie in einem nebolösen Film sehen, So wie man die eigenen Bilder die man im Kopf hat auch nie ganz klar sieht.

Eine einfühlsam erzählte Erinnerung, die durch ihre Bilderreiche Sprache dem Leser das gefühl gibt direkt im Kopf der Erzählerin zu sitzen und genau mit anzuschauen wie Jula zwischen Schrottplatz, Kietzkneipen, der Liebe Ihrer Großmutter und dem Großbürgerlichen Leben des Vaters, dem Dunklen Geheimnis das Ihren Onkel zu dem gemacht hat der er war, auf die Spur kommt.

  • Humor: Sucht man hier vergebens. Vermutet man bei dem Titel aber auch nicht.
  • L’amour: Auch die Liebe innerhalb einer Familie ist eine Art von liebe und hier ein Zentrales Thema.
  • Fantasie: Wie schon geschrieben ist dies, zu meinem Erstaunen keine autobiographische Erzählung. Doch bin ich mir sehr sicher das sich diese Geschichte so ähnlich vielfach im Nachkriegsdeutschland abgespielt hat. Erschreckten real.
  • Fesselfaktor: Wenn man anfällig ist für die düstere Zeit nach 1945 und wie die Menschen doch versucht haben das beste drauß zu machen, durchaus. Ich für meinen Teil finde diese Zeit sehr fessseln. Gerade weil die Menschen dieser Zeit so stark waren und sich wieder aufgerappelt haben. Trotz der schlimmen Dinge die geschen sind und hier so nachdrücklich dargestellt werden. Vor diesen Menschen und ihren Geschichten habe ich die größte Hochachtung.
  • Tiefgang: Na Kar, Nachkriegsgeschichten haben immer Tiefgang.
  • Schreibstil: Ich muss wirklich an dieser Stell einmal sagen das ich so einem Schreibstil noch nicht begegnet bin. Die Fähigkeit, den Leser in die ungefilterten Erinnerungen der Erzählerin zu versetzen ist schon etwas ganz besonderes. Wenn auch bestimmt nicht einfach zu lesen. Aber es lohnt sich.
  • Couver / Titel: Das Couver hat für mich leider gar nichts mit den Bilder zu tun, die die Erzählung in mir hinaufbeschworen hat. Weder sehe ich dadrin die Trümmergöre noch das Alte Haus in der Wielandstraße in dem so viele Erinnerungen wohnen. Leider nicht getroffen. Aber der Titel ist treffend, wenn auch etwas nichtssagend.
  • Empfehlenswert: Nur für Leute die die Mühen einer etwas anderen Art der Erzählung nicht scheuen. Für die wird es sich aber lohnen.
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Der Bienenhirte Teil drei

Verfressene Hummel ohne Tischmanieren in einem Schmuckkörbchen
Bild von Sylvia Heide

Und ehe man es sich versieht steht man mitten im Frühling und die kleinen Bienchen summen nur so um einen herum um fleißig alles zu bestäuben was ihnen so vor den Rüssel kommt. Nur bei uns sind es mehr Hummeln als Bienen, die vom Nachbarn mal eine Stippvisite bei uns machen. Wer will auch schon immer nur Himbeeren. Die Abwechslung macht’s. Und das die bald reichlich vorhanden ist in unserem Garten, dafür habe ich schon mal die ersten Grundsteine gelegt, beziehungsweise gepflanzt. So lustige und hübsche Dinge wie Prachtscharte, Kronen-Lichtnelke, Salbei, Baumspinat, Agastache, oder Taglilie werden bald für Biene und Co unseren Garten in ein Schlaraffenland verwandeln. Aber nicht nur für das Summsegetier, sondern auch für unsere beiden Samtpfoten haben wir Baldrian und Katzenminze gepflanzt. Für jeden ist halt was dabei.

Nebenbei habe ich auch den dritten Teil des Imkerkurses absolviert und war positiv überrascht. Beim letzten mal hatte ich noch das Gefühl das ich nur Bienenbahnhof verstehe und mir die ganze Imkerei vielleicht doch nicht so mein Ding ist. Inzwischen sind vier Wochen vergangen in den ich das erlernte ein bisschen verinnerlichen und mich nochmal mit der Materie auf meine etwas langsamere Art beschäftigen konnte. Außerdem war ich inzwischen schon beim monatlichen Treffen des Mastholter Imkervereins, bei dem ich viele Fragen und Bedenken ansprechen und ausräumen konnte. Und siehe da, ich hatte wirklich das Gefühl zu verstehen, was da so vor sich geht in dieser brummenden und summenden Kiste. Besonderes der praktische Teil des dritten Kursnachmittags hat mir dieses mal gut gefallen. Wir haben an Drohne (männlichen Bienen die nicht stechen können) geübt, selbige zu fangen und Stellvertretend für eine Königin zu markieren. Das war schon toll diese kleine Biene ganz vorsichtig zwischen zwei Fingern zu halten. Als meine die Prozedur überstanden hatte saß sie noch ein bisschen auf meiner Hand und ich hatte wirklich das Gefühl das sie sich da wohl fühlt. Ihr könnt mich ja für ein bisschen verschroben halte, aber es ist mir schon wichtig das ich mich mit den Tieren um die ich mich kümmere auch verbunden fühle. So sitze ich mittlerweile Abends auf unserer Baumbank unter der roten Kastanie die zur Zeit in voller Blühte steht und genieße ganz angstfrei das summen und brummen um mich rum.

Die Leute vom Verein haben mich eingeladen kommenden Samstag mit zu kommen auf Rapsfahrt. Viele der Mastholter Imker haben einige Ihrer Völker in den großen Rapsfeldern im Sauerland stehen. Bei einer Rapsfahrt wir jeder Stand einmal angefahren und beschaut. Da freue ich mich schon sehr drauf und bin gespannt was mich erwartet und hoffe wieder etwas lernen zu können.

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Markttag

In Herford auf dem Biohof Meyer-Arend war letzten Sonntag Markttag und die Gute Stube war mit einem Stand dabei. Aufregende Sache! Das erste mal, das ich meine liebevollen Handarbeiten direkt zum Kauf anbiete und nicht das Internet dazwischen ist. So richtig von Mensch zu Mensch.

Den Stand habe ich mir mit einer Freundin geteilt, die überhaupt die Idee dazu hatte und den Kontakt zum Hof. Ich glaube allein hätte ich mich das auch nicht getraut und so haben sich unsere feil gebotenen Waren auch zu einem bunten Potpourri vereint. Sie hatte wundervoll duftende Seifen. Töpferware und ebenfalls einige Kissen im Angebot. Aus der Guten Stube kam ein Mix aus Interior, wie Kissen und Decken aber auch Schals, Socken, Täschchen und Lesezeichen hatte ich mit dabei. Nicht unbedingt alles von mir. Von der Kunst des Sockenstrickens bin ich noch Lichtjahre entfernt. Die Mama hat in den Letzten Wochen und Monaten fleißig mit produziert.

Es war ein wirklich schöner und sonniger Tag, was die Herforder Befölkerung dazu veranlasst hat, in Herrscharen zum Markttag zu strömen. Zwischenzeitlich hatte ich das Gefühl das mehr Kinder als Eltern sich auf dem großen Hofplatz tummelten. Könnte aber auch dadran gelegen haben, das der Mann meiner Freundin seine Bogenbaubank direkt vor uns aufgebaut hat. Das wirkte quasi wie ein Kindermagnet und somit war eigentlich immer los bei uns. Aber auch der Andrang an unserem Stand war beachtlich und das Interesse für Handgearbeitetes groß. Doch alles in allem habe ich nicht das meiste Verkauft und man konnte merken, das die Leute die Dinge sehr schön fanden, aber ja auch leicht selber machen könnten. Warum sollte man dann Geld dafür ausgeben. Aber nicht schlimm. Ich bin eigentlich sehr froh, das ich meine gerade erst fertig gestellte Regenbogendecke und das geliebte blau-weiße Kissen wieder mit nach Hause nehmen konnte. Und Socken kann man schließlich immer gebrauchen.

Spaß hat’s gemacht und ich habe viele nette Menschen kennen gelernt. Wie zum Beispiel die Töpferin vom Stand nebenan. Ich würde gerne bei ihr mal töpfern und freue mich schon drauf ihr Atelier zu besuchen. So bin ich am letzten Sonntag zwar nicht reich an Geld geworden, aber reich an Erfahungen und Bekanntschaften, was für mich viel mehr wiegt.

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12tel Blick im April

Die Tatsache, das ich meine 12tel Blick im April erst am 2ten Mai veröffentliche ist schickt und ergreifen der dem Umstand geschuldet, das ich im April für all meine Baustellen viel zu wenig Zeit hatte. Klavier lernen, Imkern, Garten Arbeit und Katzentherapeutin spielen fordern ihren Tribut. Da muss halt mal was zurückstehen. Und das war im April die Gute Stube.

Trotz all der Zeitnot war der April ein schöner Monat, der Wettertechnisch alles zu bieten hatte, was zu einem ordentlichen April eben dazu gehört. Nur etwas mehr Regen hätte es sein dürfen. Aber vielleicht kommt das jetzt noch im Mai. Heute schaut es auf jeden Fall ganz danach aus.

Auch die beiden Katerjungs haben ein paar Fortschritte gemacht. Manchmal habe ich für den bruchteil einer sekund sogar das Gefühl sie könnten sich mal irgendwann mögen. In Katzenzeit geht halt alles etwas langsamer. Immerhin hat Jello mittlerweile seine eigene Katzenklappe und geht auch schon raus, die große weite Welt erkunden. Zum Glück weis er nicht wie weit die Welt ist und bleibt immer ganz in der Nähe der Klappe sitzen und beobachtet erst mal alles ganz genau. Sonntag hat er gelernt was Wind ist und Heute wir er das erste mal erleben ohne Glasscheibe oder Gitter dazwischen. Das ist alles sehr spannend für ihn und auch für mich. Mal schauen was und der Mai so bringt.