Der Hut des Präsidenten

Der Hut des Präsidenten

von Antoine Laurain

Stell dir vor, du willst dir einfach mal was gutes tun und gehst Abends essen. Ganz allein, nur so für dich. Und plötzlich setzt sich eine berühmte Persönlichkeit (in diesem Fall der französische Präsident) an den Nachbartisch. Du bist begeistert, das diese Person nun zum greifen nahe neben dir sitzt und bist den ganzen Abend damit beschäftigt ein bisschen zu lauschen, was sich die Großen und Mächtigen den so alles zu erzählen haben. Ein toller Abend, von dem du noch deinen Enkeln erzählen wirst. So erging es auch Daniel Mercier, der am Ende dieses besagten Abends den Hut des Präsidenten findet, den selbiger direkt auf der Bank neben ihm hat liegen gelassen. Im ersten Augenblick will Daniel hinter her und dem Präsidenten seinen Hut wieder geben. Aber zu spät… So probiert er ihn einmal selber auf und ist auf’s angenehmste überrascht, wie gut er sich mit diesem Hut fühlt. Der Hut scheint ihm ein ganz neues Selbstbewusstsein zu verleihen. Und er ist plötzlich zu Taten fähig, die er sich vorher nie getraut hätte, wodurch sein Leben eine ganz neue Richtung bekommt. Doch an diesem Punkt der Erzählung verliert er den Hut, der daraufhin von einer hübschen jungen Dame gefunden wird, deren Leben durch den Besitz des Hutes, zwar eine ganz andere aber dadurch nicht minder einschneidende Wendung erlebt. So geht es nun weiter und der Hut durchläuft noch einige Besitzer, deren Leben einen Hut dringend brauchen und tut nun mal, das was ein Hut so tut. Eigentlich nichts. Oder etwa doch?

Es bleibt dem Leser überlassen in dem Hut zu sehen was er sehen möchte. Wundermittel gegen schlechtes Selbstbewusstsein, oder eben doch nur ein Hut. Sehr passen zu dieser Frage finde ich das Zitat von Tristan Bernard, das am Anfang dieser kleinen Geschichte steht

Ein Hut auf dem Kopf verleiht einem eine unleugbare Autorität über die , die keinen tragen.

  • Humor: Nicht wirklich, Vielleicht ein Priese Situationskomik. Aber die Geschichte kommt auch ganz gut ohne aus.
  • L’amour: Da es sich hier ja um eine vier geteilte Geschichte handelt, Jenachdem bei welchem Besitzer der Hut sich gerade befindet, gibt es in einer der Vieren auch ein bisschen was fürs Hertz. Eine angenehme kleine Dosis.
  • Fantasie: Der Weg den der Hut geht ist zwar sehr unwarscheinlich, aber doch möglich. Aber ich glaube das man diesen Gedanken, außer acht lassen sollte. Man würde so den Zauber der Erzählung kaputt macht. Wäre schade drum.
  • Fesselfaktor: Die Erzählung um den Weg des Hutes plätschert so nett dahin. Als Leser war ich schon immer sehr gespannt wo der Hut als nächstes landet, doch hatte ich nie das Gefühl diese Buch vor Spannung nicht mehr aus der Hand legen zu können. Ich fand das eigndlich zur Abwechlung auch ganz angenehm.
  • Tiefgang: Ein bisschen schon. Es scheint doch sehr erstaunlich wozu ein Mensch und in diesem Fall gleich Vier, so alles fähig ist, nur weil sie einen Hut auf dem Kopf haben. Hat es denn da wirklich an dem Hut gelegen, oder hätte sich Funny letztendlich auch ohne Hut von Ihrem geliebten getrennt, der ihr nun wirklich nicht gut tat. Die Menschen brauchen oft nur einen Grund oder Auslöser um sich selbst zu mobilisieren. Und wenn’s halt nur ein Hut ist.
  • Schreibstil: Eingänig und sehr ordentlich. Ein wahres Lesevergnügen.
  • Couver / Titel: Das Couver ist schlicht und schön in angesagten Farben gestaltet. Sehr passend für eine kleine kurzweilige Unterhaltung. Auch der Titel ist treffend und auf den Punkt, verspricht aber nicht zuviel.
  • Empfehlenswert: Für Freunde der kurzweiligen Unterhaltung allemal.

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