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Ein ganzes halbes Jahr

Ein ganzes halbes Jahr

von Jojo Moyes

Ich finde es sehr verantwortungslos diese Buch ohne Warnhinweis zu verkaufen. „Vorsicht! Nicht ohne ausreichend Taschentücher und Schokolade aufschlagen“. Selten habe ich ein Buch gelesen, das mich so berührt hat. Und damit meine ich wirklich berührt. Es gibt Stellen in diesem Buch an denen hat man das Gefühl es wird einem das Hertz heraus gerissen. Das sind wirklich körperliche Schmerzen, die noch Tage lang nachhallen.

Louisa Clark ist ein junges Ding, das in einer Kleinstadt, irgendwo im Nirgendwo mitten in England wohnt. Sie ist keine große Leuchte wie ihre hochbegabte Schwester Katrina und hat wohl auch nicht viel gelernt. Doch sie ist glücklich mit ihrer Stelle im Cafè. Sie liebt den Umgang mit Menschen und genießt den alltäglichen Austausch mit den Gästen. Bis sie eines Tages ganz plötzlich ihre Stelle verliert und sich gezwungen sieht eine neue Arbeitsstelle zu finden. Ihr Eltern sind ihr dabei leider keine große Hilfe. Sie stellen, wenn auch auf eine liebevolle Art, ihre Tochter immer wieder in einem Licht dar, das sie eher etwas tölpelhaft und dösig wirken lässt.
Doch letzt endlich findet sie eine Anstellung. Eine der wohlhabenderen Familien der Stadt sucht eine Gesellschafterin für ihren Sohn Will. Will ist auf Grund eines Unfalls vor zwei Jahren Tetraplegiker und kann nur noch seinen Kopf und in Grundzügen seine rechte Hand bewegen.
Louisas Aufgaben sind sehr überschaubar, da Will für alle pflegerischen und medizinischen Angelegenheiten einen gut ausgebildeten Krankenpfleger hat. Louisa ist lediglich dafür zuständig Will zu füttern, ihn mit Getränken zu versorgen und wenn sie sonst nichts zu tun hat, könnte sie ja auch ein bisschen den Haushalt schmeißen. Vor allem solle sie aber gute Laune und Lebensmut verspüen, da der mürrische, aber auch sehr gut aussehende Will allen Lebensmut verloren zu haben scheint.

Und an dieser Punkt fragt man sich dann warum die Stelle nur auf ein halbes Jahr beschränkt ist. Louisa bekommt nur durch einen Zufall heraus, das sie eigentlich nur eingestellt wurde, um Will neuen Lebensmut zu schenken und ihm zu zeigen wie toll das Leben auch als Tetraplegiker sein kann. Am Ende soll Will seine bereits geplanten Termin bei Dignatas absagen. Aus meiner Sicht eine unlösbare Aufgabe. Für Louisa die Herausforderung ihres Lebens, an der sie fast zerbricht.

Ich war ein bisschen überrascht, nun schon zum zweiten mal an ein Buch geraten zu sein, in dem eines der Kernthemen Sterbehilfe ist. Und die Frage nach dem Sinn des Lebens nochmal von einer ganz Anderen Seite beleuchtet wird. Ich bin auch nach diesem Buch immer noch der Meinung, das wenn ein Mensch den Wunsch hat sein Leben, über das nur er allein bestimmen sollte, beenden möchte, er auch alles Recht dazu hat. Doch kann ich jetzt vielleicht die, die allein zurückbleiben, etwas besser verstehen und warum sie so verzweifelt dagegen kämpfen.

Hach war das tragisch… Jetzt aber mal eine etwas nüchternere Betrachtungsweise dieser Lektüre.

  • Humor: Ja, in der Tat. Trotz ernster Thematik hat mich die Autorin einige Mal zum schmunzeln gebracht.
  • Fesselfaktor: 100%
  • L’amour: 200%
  • Fantasie: dieses Buch ist so prall gefüllt, mit der knallharten Realität, da ist kein Platz mehr für Fiktives.
  • Tiefgang: Ja natürlich. Ich glaube über ein solch schwieriges Thema kann man gar nicht schreiben, ohne der Erzählung einen gewissen Tiefgang zu verleihen. Man kommt schon sehr ins Grübeln. Sollte man auch mal.
  • Schreibstil: Dies ist mein erstes Buch das ich von Jojo Moyes gelesen habe und ihr Schreibstil gefällt mir ausgesprochen gut. Sie erzählt die Gesichte größten Teils aus der Sicht von Louisa. Doch es gibt immer wieder vereinzelte Kapitel, in denen andere Personen zu Wort kommen und der Leser noch einmal eine ganz andere Sicht auf die Geschehnisse bekommt. Raffiniert gemacht.
  • Cover / Titel: Ein Cover wie so viel und ein Titel, der erstmal nichts sagend ist. Hätte mir eine Kollegin das Buch nicht empfohlen, ich hätte es bestimmt nicht gelesen. Gut fand ich aber, wenn man erstmal angefangen hat zu lesen, bekommt man durch den Titel eine gewissen Vorahnung worum es wirklich geht.
  • Empfehlenswert: Sicher ja, Aber wirklich nur für Leute die gute Nerven haben und an der Thematik interessiert sind. Aber ich finde auch, das Sterbe Hilfe ein Thema ist, das uns alle mal treffen kann. Will’s Schicksal zeigt uns wie schnell es gehen kann.
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Topflappen können auch schön sein

Ich dachte mir ich mach mal was brauchbares. Und auf der Suche nach selbigen bin ich bei Pinteres über eine Anleitung für diese wunderschönen Topflappen gestolpert. Zwar leider alles auf Englisch, aber so schwer kann das doch nicht sein. Das hier kraus-links gestrickt wurde liegt ja auf der Hand und das ich 14 Maschen anschlagen und 24 Reihen runter stricken soll, so viel Englisch konnte ich dann gerade noch. Eigentlich ist man dann auch schon fast fertig. Wenn man dann noch weis wo man das Leder herbekommt. Ich fand das, auch in Zeiten von Internetshopping nicht ganz einfach. Wenn ich da jetzt einfach was bestelle ist es vielleicht zu dunkel, oder zu hell. Zu fest oder zu weich. Ich finde sowas muss man doch einmal in der Hand gehabt haben. Aber wo bekommt man den heut zu Tage noch Leder in einem Geschäft her? Ihr werdet es nicht glaube. Beim Schuster um die Ecke im Ort wurde ich tatsächlich fündig. Fabelhaft.

Für die, die diese netten Lappen, welche sich übrigens auch ganz toll als Geschenk eignen, einfach mal nach stricken wollen. Die Kordel habe ich hier gekauft. Gestrickt habe ich mit einer 9ner Nadel. Und ich habe nach ersten Versuchen, mich entschieden die Lappen etwas größer zu machenals in der Anleitung angegeben. Ich habe 20 Maschen angeschlagen und einfach so lange gestrickt, bis ich ein Quadrat hatte. Auch die Schlaufen habe ich etwas anders angebracht, wie in der Anleitung abgebildet. Anders sind mir immer die Nieten durch die großen Maschen gerutscht. Ich weis beim besten Willen nicht wie die das fest bekommen haben.

 

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12tel Blick im Juli

Also diesen Monat lag es bestimmt nicht an meiner fehlenden Motivation, bei schönem Wetter mal zu See zu radeln um den 12tel Blick aufzunehmen. Viel mehr mangelte es an gutem Wetter oder Gelegenheiten. Aber an einem der wenigen sonnigen Abenden habe ich es dann letztendlich geschafft, mich auf’s Rädchen zu schwingen und zum See zu strampeln. Belohnt wurde ich mit einem schönen warmen Hochsommerabendlicht (und einen nicht so eleganten Schatten), das eigentlich typisch für den Juli sein sollte. Doch nicht für diesen. Meine Wetteraufzeichnungen zu folge hatten wir sage und schreibe 15Tage an denen es geregnet hat. Hatte aber auch den Vorteil, das ich so gut wie gar nicht gießen brauchte. Die meiste meiner neuen Pflänzchen fanden das auch ganz prima und und so blühen Duftnessel, Sonnenblume und Bronzefenchel im Vorgarten gerade um die Wette. Aber manche, eher trockenheitsliebende Exemplare wie meine Margeriten in den Töpfen finden es gar nicht lustig permanent nasse Füße zu bekommen. Aber so ist es halt. Man kann es nicht jedem recht machen. Aber man kann das beste draus machen. Und so habe ich die verregnete Zeit in meinem Urlaub genutzt und viel Wissenswertes über die Grundgedanken und die praktische Umsetzung der Permakultur im Garten, aber auch in der Landwirtschaft gelesen. Ein spannendes Thema, das aktueller nicht sein könnte und das sich prima verbinden lässt mit der Notwendigkeit eines Imkers, seinen Garten möglichst bienen- und insektenfreundlich zu gestallte. Ich denke das ich da nächstes Jahr, wenn ich einige Dinge in unserem Garten grundsätzlich verändern möchte, von einsetzen und umgestallten kann. Neugierig geworden? Dann findet ihr hier und hier ein paar Infos zu der Materie.

Diesen Artikel habe ich mit dem Blog von Tabea Heinicker verlinkt. Hier könnt ihr bei Interesse nochmal alles über diese tolle Projekt nachlesen.

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Ein Jahr mit (Kater) Jesse

Heute ist Welt-Katzentag. Grund genug für mich, mir mal so ein paar Gedanken zu diesen possierlichen Fellnasen zu machen, mit denen ich jetzt schon seit etwas mehr als einem Jahr meine Leben teile. Und ich muss sagen, es war ein schönes Jahr. Gut, ich muss auch gestehen, es hatte seine Höhen und Tiefen. Aber alles in allem möchte ich keine Sekunde missen.

Es ist schon etwas ganz anders als das Leben mit einem Hund. Weder besser, noch schlechter. Eben einfach anders. Viele Menschen sagen ja, sie wären Hundemenschen und könnten sich das Leben mit einer Katze gar nicht vorstellen, oder anders herum. Das kann ich so jetzt nicht behaupte. Wenn ein Hund vor meiner Tür steht, dann habe ich eben einen Hund. Wenn aber eine Katze, wie im Augenblick, besser in mein Leben passt, dann lebe ich halt mit Katze. Ich habe im letzten Jahr gelernt, das die Tier die mein Leben mit mir teilen, sich an selbiges anpassen müssen. Sonst bleibt am Ende einer auf der Strecke. Und anpassen kann sich im Augenblick nun mal am besten die Katze oder eben die Biene. Ich muss nun mal leider Arbeiten gehen und bin auch froh das ich es kann. Eine Katze kann ich ohne schlechtes Gewissen den ganzen lieben langen Tag auf dem Hof rum tigern lassen und wenn ich Abends nach Hause komme wird ne Dose Aufgemacht und danach gibt’s noch ne Streicheleinheit oder es wird gespielt. Das kann ich leisten und die beiden Fellnasen brauchen nicht viel mehr. Wir passen eben gut zusammen.

Auch konnte ich von meinen beiden Taschentiegern viel lernen im letzten Jahr. Über mich und meine Kontrollzwang und das es gar nicht mal so gut ist, immer alles im Griff haben zu wollen. An einem gewissen Punkt musste ich lernen die Dinge einfach mal laufen zu lassen. Und siehe da, es hat funktioniert und dafür bin ich den Beiden richtig dankbar.

Auch hätte ich nie gedacht, das ich mal zu einem wahren Gartensüchtlig werde. Ich glaube ich habe seit meiner Kindheit nie wieder so viel freie Zeit draußen auf dem Hof oder im Garten verbracht wie diesen Sommer. Denn da schleicht immer irgendwo einer der beiden Raubtiere durch’s Unterholz oder begleitet dich auf deinem täglichen Rundgang ums Haus. Klar das man sich bei so netter Gesellschaft gerne draußen Aufhält. So, und auch durch die Bienen, kam ich diesen Sommer erstmals zur Gärtnerei. Und wenn sich das bei uns nicht Lohnt wo denn dann!? Einige tolle Projekte konnte ich diesen Sommer schon umsetzen. Beispielsweisen die Baumbank, die auch Kater Jesse toll findet, hat sich zu einer kleinen Oase gemausert in der jeder unserer Hofbewohner und auch Gäste gerne mal verweilt.

Besonderen Wert habe ich diese Jahr in meinen dreiwöchigen Sommerferien darauf gelegt. Nachmittags unterm Abdach hinterm Haus meinen Kaffee zu trinken. Das hatten die beiden Katerjungs relativ schnell raus und irgendeiner von den beiden kam immer vorbeischlawienert um sich ein Leckerli abzuholen. Das ist für mich die beste Entspannung. Mit einem großen Pott Milchkaffee im Schatten zu sitzen und Jello dabei zu zuschaun wie er seine ersten Insekten fängt oder Jesse ihn zum spielen auffordert und dann beide wie angestochen über die Obstwiese springen. Besser geht’s nicht.