Wir haben jetzt Würmer

Klingt komisch, is aber so. Allerdings muss man dazu sagen, das unser c.a. 1000 Kompostwürmer in einer eigens für sie her- und aufgestellten Wurmfarm wohnen und liebevoll von mir gehegt und gepflegt und vor allem gefüttert werden.
Warum das, mag sich nun der eine oder andere angewidert fragen. Dafür gibt es eine Menge guter Gründe. Ich habe mich letztes Jahr ein bisschen mit Sepp Holzer und seiner Permakultur beschäftigt und fand den Gedanken von einem Gartensystem das fast von alleine funktioniert sehr spannend. Und eine Wurmfarm ist nix anderes und außerdem noch ein hilfreicher Baustein beim naturnahen gärtner. Sehr vereinfacht dargestellt: Man tut Würmer und Bioabfälle in eine Kiste. Die Würmer machen aus dem Grünzeug Humus und Dünger. Damit düngt man sein angebautes Obst und Gemüse, das man dann Essen kann. Was davon übrig bleibt verwerten wieder die Würmer zu Humus und Dünger und immer so weiter. Na klar ein Kompost macht nix anderes und da sind auch im besten Fall jede Menge Würmer drinn. Doch soll der Humus den man aus einer Wurmfarm ernten kann noch viel gehaltvoller sein als Kompost. Ganz zu schweigen von den wertvollen Wurmtee, der mit kostenlosem Flüssigdünger in absolut reinster Bioqualität gleich zu setzten ist. Außerdem habe ich gerne etwas was ich hegen und pflegen kann. Wenn ich schon keine Esel haben kann dann doch wenigstens Würmer.

Und ich muss sagen das sie wirklich Spaß machen. Ich finde es sehr spannend zu beobachten wie sich so ein kleiner Mikroorganismus in der Kiste entwickelt. Ich habe diese Wurmfarm zu Weihnachten bekommen (Ja, ich weis… man soll keine Haustiere zu Weihnachten verschenken. Aber bei Würmern kann man ja mal eine Ausnahme machen.) und in den letzten drei Monaten haben sich die Burschen (sie heißen alle Erwin) ganz fein entwickelt. Auch wenn mein Mann die letze Wurmflucht nicht so lustig fand. Wenn in so einem kleinen Lebensraum etwas nicht so läuft wie es soll, können auch schon mal einige Würmer die Flucht ergreifen und man findet am nächsten Morgen lauter kleine Mumien im Flur. Ich habe alle Erwinse anständig beerdigt und erst mal eine Fehleranalyse gemacht Gut beobachten ist hier die Devise. Dann habe ich zwei drei Dinge anders gemacht und schon verändert sich das ganze System. Im Augenblick sind sie sehr zufrieden und produzieren fleißig Dünger. Quasi meine erste Nutztierhaltung.

Wer jetzt Lust bekommen hat auch Wurmfarmer zu werden kann sich hier mal umschauen. Da findet ihr viel wissenswertes über diese possierlichen kleinen Kerlchen.

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Das ist ja ganz fantastisch!
    Sind die in so einer geschlossenen Kiste oder wie läuft das? Also da ich ja jetzt auch unter die Gärtnerinnen gegangen bin, interessiert mich das doch sehr. Zumal ich zwar im Oktober einen (offenen Holz-)Kompost in die hinterste schattige Gartenecke gestellt habe und seither fleißig Abfälle draufwerfe, die sich aber noch kaum verändert haben. Man denkt ja erstmal so „Joa, Kompost. Werf ich Zeug drauf, warte ein bisschen, dann kommt Erde raus“. Aber so einfach ist es eben leider eben doch nicht. Hast du Tipps?

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    • Ja genau, die Erwins wohnen alle in einer mehr oder weniger geschlossenen Kiste. Das ist ein ganz spannendes System aus drei Etagen. Nur leider nicht ganz ausbruchssicher.
      Das Thema Kompost ist wirklich nicht ganz so einfach wie man sich das immer vorstellt. aber das Prinzip „ich werd mal alles drauf“ ist jetzt auch nicht falsch. Man braucht halt nur mehr Zeit. Du bist nach wie vor herzlich eingeladen dir unsern Hof inclusive Drei-Kammer-Kompostsystem anzuschauen und natürlich auch die Erwinfarm. Aber Leider sind die Bienen noch nicht da. Da müsstest du dann noch ein wenig warten.

      LG, Katrin

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  2. Das ist schon interessant, was man alles an Haustieren oder eher Gartentieren halten kann.
    Klingt sehr interessant und auch nachhaltig und ökologisch. Und dass alle Erwin heißen ist auch ganz praktisch, da rufst man einmal und alle hören sofort, oder auch nicht.

    Ich hatte letztes Wochenende einen Gasthund, und wenn ich eine Wohnung finden würde wo dieser Gasthund mit einziehen könnte, dann würde ich mich jetzt gerade mal dafür entscheiden. Ist nur einer, mit nur einem Namen, muss man auch nur einmal rufen und Hund hört dann oder auch nicht 😉 . Müsste man dann noch etwas Erziehungsarbeit leisten.

    Wie lange leben solche Würmer, muss man da immer wieder neue kaufen oder vermehren sie sich kontrolliert?

    Viele Grüße, Angelika

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    • Hallo Angelika,

      Das mit dem Gasthund klingt ja wirklich spannend. Aber wie schade das du bei dir in der Wohnung anscheinend keine Tiere halten darfst. Wobei ich gestehen muss das wir uns gerade gegen einen Hund entschieden haben. Wenn auch sehr schweren Herzens. Aber wenn wir ganz ehrlich sind können wir aus beruflichen Gründen den Bedürfnissen eine Hundes nicht so nachkommen wie man es sollte. Da sind Katzen, Würmer und Hamster schon einfacher, weil sie einfach unabhängiger sind. Aber vielleicht ist ein Hund für dich gerade richtig. Bin auf jeden Fall gespannt mehr davon zu lesen.

      Ach ja, und die Würmer vermehren sich von ganz allein in ihrer Kiste bis sie der Meinung sind das es zu voll wird in der Kiste. Das regulieren die von ganz allein. Habe gestern noch kleine Babywürmer gesehen. Zu lustig!

      LG, Katrin

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