Artikel

Kräuterwanderung

Wie hier schon ein zwei mal erwähnt, kommt mit den Bienen auch ein gesteigertes Interesse an Flora und Fauna im allgemeinen und der Bienenweide im besonderen. Gerne hätte ich so etwas wie ein Kurs für naturnahes Gärtnern gebucht. Aber irgendwie wollte mir da kein Angebot so richtig schmecken. Also dachte ich mir ich versuche es mal mit den Kräuterwanderungen von Frau Dreppenstedt. Hier bei handelt es sich um geführte Miniwanderungen von c.a. 2 Stunden. Das ist dann auch für untrainierte wie mich leicht zu schaffen. Während der Wanderung wir erklärt, was links und rechts am Wegesrand so alles wächst und was davon genießbar ist und was nicht. Und genau das war mein Problem. Ich wollte eigentlich garnicht wissen ob das was da so schön blüht essbar ist oder nicht. Weil ich mir beim besten willen nicht vorstellen kann etwas mit Genuss zu mir zu nehmen wo vorher eventuell jemand dran gepinkelt hat. Weiß man’s!? Aber meine Wanderkolleginnen sahen das ganz anders und schmissen sich mit einem Ausdruck der höchsten Verzückung in den Augen auf den Waldboden und Pflückten was es zu Pflücken gab. Für die was das Abendessen auf jeden Fall gesichert.

Versteht mich bitte nicht falsch. Es war eine wirklich interessant gestaltete Wanderung auf dem Bielefelder Blömkeberg und ich habe mich auch sehr gefreut mal ein Feld aus Buschwindröschen und Lärchensporn gesehen zu haben. Das kommt hier in unserer Sandkuhle nicht so häufig vor. Auch Frau Dreppenstedt als äußerst erfahrene Kräuterkundlerin hat diesen Nachmittag zu einem bunten Strauß aus Wissen über Heilpflanzen und Kräuter gestaltet. Doch leider war es nicht das wonach ich gesucht habe. Wie ich mich ernähren kann weis ich schon. Mich interessiert viel mehr wie ich mein Bienen, aber auch alle anderen meiner Gartenbewohner sinnvoll ernähren kann, so das sich alle wohlfühlen und möglichst sich bei uns ansiedeln. Dafür weis ich jetzt aber wenigstens wie ich mich im Falle einer Apokalypse für einige Zeit ernähren kann.

Nun ja, wenn noch jemand ein passendes Kursangebot für mein Interessensgebiet weis, immer her damit.

Artikel

Die Cherusker sind da!

Und damit ist der Startschuss für mein erstes Bienenjahr gefallen. Ich dachte mir ich bin mal mutig und beginne mit einem Wirtschaftsvolk. Nicht das es mir unbedingt um den Honig gegangen wäre den man nur mit einem Wirtschaftsvolk gewinnen kann, sondern viel mehr um die Zeit. Viele meiner Mitschüler im Kurs letztes Jahr haben im vergangenen Sommer bereits mit Ablegervölkern begonnen. Das ist sicherlich für Anfänger einfacher, da man nicht gleich mit so viel Bienen konfrontiert wird und auch nicht gleich mit der Honigproduktion durchstarten muss. Aber mir war es wichtig mir einmal das ganze Bienenjahr anzuschauen und dann erst im zweiten Jahr, also genau jetzt, zu starten. Und an dem Punkt bin ich nun mit meinen Mädels. Letzten Freitag kam der lang ersehnte Regen und somit auch der Umzugstag. Samstag schien dann direkt wieder die Sonne und die Mädels sind auch gleich durchgestartete die Gegend zu erkunden. Und es hat keinen zwei Stunden gedauert und die Cherustker haben bereits die Pflaumenbäume und sämtliche Tränken der Gegend eingenommen. Sehr zur erschrecken der Katerjungs. Aber sie werden sich schon zusammenraufen.

Wie man hier schön erkennen kann herrscht reger Flugbetrieb.

Und wer genau hinschaut sieht auch die niedlichen kleinen Pollenhöschen die die Mädels alle an haben. Ich bin begeister.

Montag habe ich dann mit viel Rat und Tag und noch mehr Unterstützung eines Imkerkollegen das ganze Volk durchgeschaut, die Königin gezeichnet, Drohnenrahmen rein gehängt und sogar schon den ersten Honigraum aufgesetzt. Und so schaut das ganze nun nach erfolgreichen Umzug in die neue Beute aus. Ich sag euch, Ich bin stolz wie Bolle!

Artikel

Kätes kleines Herbarium – Die kleine Traubenhyazinthe

Und einmal mehr stehe ich vor der selbst aufgestellten Hürde, hier über etwas zu schreiben das im Augenblick in unserem Garten blüht. Da ich aber erst in diesem Jahr mit der Umsetzung meiner neuen Gartenstrucktur beginne ist auch in diesem Monat die Auswahl der Kandidaten sehr mau. Das hat aber auch den großen Vorteil das man sich nicht lange enscheiden muss. Aktuell blüht in unserem Garten nur eine kleine Perlhyazinthe, deren Blühte im letzten Jahr noch meinen Küchentisch geschmückt hat. Ich habe mir nämlich den Rat einer lieben Verwanten zu Hertzen genommen, solche kurzweiligen Zwiebelblumendekorationen nach der Blühte zu trocknen und dann einfach ins nächst beste Beet zu popeln. Hat funtionier. Somit ist also mein Kandidat für den April die „Muscari botryoides“ oder besser bekannt als Perl- oder Traubenhyazinthe.

Steckbrief:
  • Lateinischer Name: Muscari Botryoides
  • Familie: gehört zur Familie der Hyazinthengewächse
  • Blütenfarbe: verschiedene Blautöne, manchmal auch weis
  • Blütezeit: März bis Mai
  • Blattfarbe: helles frisches Grün
  • Blattform: Grundständig und fast so lang wie die Blütenstände
  • Winterhart: überdauert als Zwiebel den Winter
  • Wuchseigenschaft: krautig
  • Wuchshöhe: 15-25cm
  • Giftpflanze: Zählt zu den Giftpflanzen und kann Hautiritationen hervorrufen
Standort und Pflege:
  • Licht: sonnig und warm
  • Bodenart: locker und durchlässig
  • Bodenfeuchte: nicht zu feucht
  • Pflanzzeit: September bis Oktober
  • Die kleine Traubenhyazinthe steht wächst gerne zusammen mit anderen frühblühenden Zwiebelblumen unter unter Laubbäumen. Hier ist der Boden humus und die Lichtverhältnisse im zeitigen Frühjahr optimal.
Bienenweide:
  • Nektarwert: mäßig
  • Pollenwert: mäßig

Die Traubenhyazinthe wird stellenweise zu den Neophyten gezählt, da sie aus dem Mittelmehrraum stammt. Da ihre Verbreitung hierzulande aber eher gering und nicht bedrohlich für andere Pflanzen ist gewähre ich ihr in unsrem Garten gerne Asyl. Genaugenommen ist sie nämlich ein Flüchtling, da sie in ihren Herkunftsländern auf grund der Klimaveränderung keine optimalen Lebensbedingungen mehr findet und dort bereits auf der roten Liste steht.

Kleiner Nachtrag:
Diesen Artikel habe ich bereits letzte Woche schon geschrieben und bin jetzt ganz erstaunt, was die Natur rund um uns in den letzten sonnenverwöhnten Tagen bereits auf die Beine gestellt hat. Und da bin ich doch sehr beruhigt das mittlerweile die Traubenhyazinthe nicht mehr das einzige ist das in unserem Garten blüht.

Bildergalerie

12tel Blick im März

Bei uns wird endlich geackert. Und zwar selber. Wie ich schon in den vorrangegangen 12tel Blicken im Januar und im Februar erwähnt habe wurden uns bei der Verwirklichung unseres Bienweidenprojekts einige Steine in den Weg gelegt. Wie man hier schön erkennen kann handelt es sich um keine kleine Fläche die man nicht mal eben mit Spaten und Grabegaben umpflügt. Wir sprechen hier von 2200 Quadratmeter Ackerland, für deren Bewirtschaftung man Maschinen braucht die wir leider nicht haben. Somit werden wir Lohnunternehmer beauftragen müssen die das ackern und einsähen und später auch schneiden für uns übernehmen werden. Aber die machen das leider auch nicht für umsonst und auch das Saatgut fällt nicht einfach so vom Himmel sonder möchte bezahlt sein. Alles in allem wird es sich um eine Summe handeln, die wir im Augenblick noch gar nicht so richtig absehen können. Nun wird der eine oder andere vielleicht sagen: „Aber das ist doch Umweltschutz. Da gibt es doch bestimmt Zuschüsse von der EU“. Haben wir auch gedacht. Aber leider sind wir Privatleute und für Privatleute gibt es leider Garnix! Und glaubt mir ich habe ne Menge versucht. Ausschließlich ein Landwirt der für ein „Blüh- und Schonstreifenprogramm der EU zugelassen ist kann für so eine Fläche Zuschüsse beantragen, die dann aber so gering sind das wahrscheinlich nicht mal die laufenden Kosten gedeckt sind. Außerdem gibt es für dieses Programm sehr strenge Vorgaben. Unter anderem legt man sich 5 Jahre fest und darf nichts anders mit dieser Blüh- und Schonfläche machen. Kein drauf rum laufen, keine Hühner drauf halten keine Blumen pflücken, keine Bienen rein stellen, nix. Und das fand ich jetzt nun wirklich nicht gut. Ich lass mir doch nicht verbieten mich in meine eigene Blumenwiese zu legen und mich von meinen Bienchen umschwirren zu lassen.
Und somit haben wir uns entschieden die Sache eben selber zu machen. Mein Mann hat den alten Trecker aus der Scheune geholt und die alte Löffelegge ausgemottet und ist hoch professionell über den Acker gelöffelt. Ich war wirklich sehr stolz auf ihn. Wer kann der kann. Aber leider war das auch fürs erste das Ende unserer Eigeninitiative mangels nötiger Gerätschaften. Pflügen, grubbern und einsähen tut dann ein befreundeter Landwirt, den wir aber selbst verständlich auch dafür bezahlen werden. Und das ist der wirklich traurige Aspekt an der Sache. Alle schreien sie „Die Insekten sterben, die Insekten sterben“ Dan will man was tun und zwar was richtig Großes und dann steht man plötzlich allein da und muss alles aus eigener Tasche zahlen. In Marienfeld und Langenberg werden dieses Jahr ähnliche Blühflächen angelegt. In der Zeitung standen Summen die in die Tausende gehen um solche Projekte umzusetzen. Alles schön von Steuergeldern und EU Zuschüssen finanziert die ja auch nichts anderes als Steuergelder sind. Und der kleine Privatmann? Der darf zusehen wie er das allein bezahlt.

Nun ja, wie auch immer. Ich bin mir sehr sicher das unsere Finanzierung weit im dreistelligen Bereich bleiben wir. Und eigendlich sollte ja auch der Sinn dieser Unternehmung im Vordergrund stehen. Einen Platz zu schaffen in dem sich Insekten und Wildtiere wohl und heimisch fühlen können. Mal schauen ob wir das hinbekommen.

Diesen Artikel habe ich mit dem Blog von Tabea Heinicker verlinkt. Hier könnt ihr bei Interesse nochmal alles über diese tolle Projekt nachlesen.