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Das Schneeglöckchen

Nun ist es endlich wieder so weit. Die ersten Schneeglöckchen stecken ihre Köpfchen aus der kalten Wintererde und trotzen den frostigen Temperaturen. Wir haben eine kleine Schneeglöckchenkolonie unter einem Strauch. Und immer wenn ich diesen ersten aller Frühlingsboten sehe, weis ich: Jetzt dauert es nicht mehr lange. Und so war es auch in diesem Jahr. Zwar tragen sie noch nicht ihre feinen weißen dreiblättrigen Häubchen, aber ich bin mir sicher, das kann jetzt nicht mehr lange dauern. In der Zwischenzeit schauen wir uns mal an, was das Schneeglöckchen uns alles zu bieten hat.

Steckbrief:
  • Botanischer Name: Galanthus nivalis
  • Familie: Amaryllisgewächse
  • Herkunft: heimisch
  • Blütenfarbe: weiß
  • Blütenform: Außenrum drei längliche Blütenblätter und im inneren drei zusammengewachsene Blütenblätter, die weiß und grün sind.
  • Blütezeit: Januar bis April
  • Blattfarbe: grünblau bereift
  • Blattform: pro Pflanze nur 2-3 spitz zulaufende Blätter
  • Fruchtschmuck: Kapselfrüchte
  • Winterhart: Überdauern als Zwiebelgewächs
  • Wuchshöhe: c.a. 30cm
  • Giftpflanze: in allen Pflanzenteilen mehr oder weniger giftig
  • Alter/Lebensdauer: mehrjährig
  • Besonderheit: sie stehen unter Naturschutz und sollten deshalb nicht gepflügt werden
Standort und Pflege:
  • Licht: Sonne bis Schatten. Aber am liebsten im Halbschatten unter Bäumen die zu dieser frühen Zeit noch keine Blätter tragen.
  • Bodenart: Humos
  • Bodenfeuchte: gerne feucht
  • Nährstoffbedarf: relativ hoch.
Bienenweide:
  • Nektarwert: Mäßig
  • Pollenwert: Mäßig
Heilpflanze:

Das Schneeglöckchen ist in unserer Region als Heilpflanze eigentlich garnicht bekannt und wird auch in alten Heilbüchern nicht erwähnt. Vielleicht hatten die Menschen wegen seiner Giftigkeit zu viel Respekt, um mit diesem unscheinbar wirkenden Pflänzchen zu experimentiere. Die Menschen im Kaukasus waren da schon mutiger. Bei ihnen war der Verzehr der Schneeglöckchenzwiebel schon lange als Mittel gegen Alterserscheinungen und Gedächtnisschwäche bekannt. Bulgarische Forscher untersuchten die Zwiebel und ihre Inhaltsstoffe näher und entdeckten das Alkaloid Galantamin. Nach weiteren Forschungen stellte sich heraus, das genau dieser Wirkstoff die Symptome alzheimer Erkrankter zwar lindern kann, aber die Krankheit als solche nicht heilt. Aber das ist ja auch schon mal was. Zum Glück hat man dann auch noch eine Möglichkeit gefunden dieses Alkaloid künstlich herzustellen. Bei der Menge an bedürftigen Alzheimerpatienten würde das Vorkommen an natürlichen Schneeglöckchenzwiebeln niemals reichen. Auch wenn es davon in England ne ganze Menge geben soll.

Besonderheiten:

Ganz interessant finde ich die Namenszusammensetzung des Schneeglöckchens. Der Lateinische Name „Galanthus nivalis“ heißt wörtlich übersetzt „schneeweiße Milchblume“ was erklärt, warum sie einiger Orts auch Milchblume genannt wird.
Außerdem hat des Schneeglöckchen die bemerkenswerte Fähigkeit das die ersten jungen Triebe der Pflanze ein bisschen Wärme produzieren können, so das sie den Schnee in ihrem direkten Umfeld zum schmelzen bringen. Toll ne!?

Merkwürdigkeiten:

In England gibt es eine Schneeglöckchen-Fangemeinde die ihres gleichen sucht. Jedes Jahr pilgern ganze Scharen von Schneeglöckchensammlern nach England um dem Schneeglöckchen zu huldigen. Da wir dann neben Schneeglöckchenreisen noch Konferenzen, Seminare, Auktionen und Ausstellungen geboten. hier kommt garantiert jeder Schneeglöckchensüchtige auf seine Kosten. Die spinnen die Britten. Aber schön anzuschauen ist es.

Quellen:

http://www.biologie-schule.de/schneegloeckchen.php
https://www.gartenjournal.net/schneegloeckchen-steckbrief
https://heilkraeuter.de/lexikon/schneegloeckchen.htm
https://adecentcupoftea.de/schneegloeckchen-england/
https://www.die-honigmacher.de/kurs2/pflanze_125.html