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Der Bienenhirte Teil 4 – die Honigmachende

Der Artenname unserer Honigbienen lautet seit jeher „Apis mallifera“ und bedeutet soviel wie die Honigtragende oder machende. Und genau dadrum ging es letzen Samstag beim Bienenkurs, die Honigernte. Ein wirklich spannendes Thema, in das ich mich dieses mal auch tatsächlich schon eingelesen hatte und somit bereits einiges wusste. Die Büffelei hat sich also gelohnt. Wobei ich gar keinen Honig mag.

Wissenswert fand ich auch, aus was eine Biene alles Honig machen kann. Im Endeffekt nämlich nur aus Nektar und Läusekacke, welche eher als Honigtau bekannt ist. Den Pollen, den die Bienen ja ebenfalls fleißig sammeln ist nur für ihren eigenen Futtervorrat da. Und wenn man erst mal bei der Erkenntnis angekommen ist, Fragt sich der gute Imker unwillkürlich, welche Pflanzen eigentlich gute Nektar und welche gute Pollenlieferanten sind. Glaubt man ja nicht, das nur weil euer Garten schön dicht gewachsen und der Rase schön grün ist, eine Biene auch automatisch Nahrung findet. Fehlanzeige! Ich wage zu behaupten das mindestens 70% dessen was so in unseren Gärten steht, für eine Biene soviel Nährwert hat wie eine Betonplatte. In unserem Garten uns ist das bedauerlicher weise nicht anders. Noch nicht. Aber wir sind auf dem besten Weg ein Bienenparadies zu werden. Es ist ganz leicht. Man macht sich einfach mal ein bisschen schlau, welche Pflanzen wieviel Pollen und Nektar liefern und Pflanzt davon mal ein paar in seine Garten. Eine gute Hilfestellung bei der Frage „welche Pflanzen machen denn Sinn“, leistet Herr Bruno P. Kremer mit seinem Buch „Mein Garten – Ein Bienenparadies Die 200 besten Bienenpflanzen“ Einfach mal reinlesen und sich inspirieren lassen und ihr werdet wie ich begeistert sein was es alles für tolle Blumen, Büsche und Bäume gibt. Nur so als Anregung.

Heute ist der 21 Juni. Der längste Tag im Jahr. Ab heute werden die Tage wieder kürzer und das merken vor allem die Tier und somit auch die Biene, das es, wenn auch sehr langsam wieder in Richtung Winter geht. Auch wenn man es kaum glauben mag bei 30 Grad im Schatten. Doch die Biene wissen es besser. Der Größte Teil der Tracht ist eingetragen und auch die Schwarmzeit ist nun rum (worüber ich ja eigentlich nicht böse bin). Als nächstes geht es nun dadrum die Jungvölker stark für den Winter aufzubauen und die Wirtschaftsvölker weiter zu pflegen. Ich schätze mal das mir Hege und Pflege des kleinen Sumsegetiers besser gefällt als die klebrige Nummer mit dem Honig. Aber auch hier bin ich einmal mehr sehr gespannt was da auf mich zukommen wird.

(P.S. Da ich ja selber noch keine eigenen Bienen habe und ich es beim Kurs immer etwas blöd finde die Kamera zu zücken, gibt es heute leider kein Bienenbild.Vielleicht kann mir für den Fünften Teil ja mal wieder einer ein Bienenbild zur verfügung stellen)

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Eselwanderung

Vor bereits einigen Jahren hat mein Mann mir zu Weihnachten eine Edelwanderung geschenkt. Nun mag sich der eine oder andere vielleicht fragen, was eine Eselwanderung ist. Na dann kommt mal mit, ich zeig euch das jetzt.

Das ist Esel Emil. Und Emil Ralf und ich wollten am Pfingstsonntag ein bisschen an der Eder Spazieren gehen. Einen Weg, den Emil schon sehr gut kennt, da öfter mal Leute mit ihm hier lang gehen.

Zu Anfang haben Emil und ich uns noch ganz vorsichtig „beschnuppert“ und wir haben auch noch ein bisschen diskutiert…

…aber sobald wir dann mal raus waren aus dem Dörfchen, haben wir es laufen lassen. Auf der einen Seite Blumenwiesen, auf der anderen…

…immer entlang der Eder ging es so gemächlich dahin.

Zwischendurch ein kleiner Blick in die Karte und ein kleiner Imbiss für Emil.

Picknickpause an der Storchenwiese. Hier konnte Emil nach Herzenslust grasen. Die Wiese rauf…

…und runter

Ich glaub schon das es ihm gefallen hat.

Ein wirklich schöner Tag war das mit dem kleinen Emil und ich kann jedem Esel-Liebhaber nur empfehlen auch mal diese Erfahrung zu machen mit einem Esel zu wandern. Ich für meinen Teil habe so einiges gelernt über das Wesen des Esels und ihre Art zu denken. Auch wenn ich noch Lichtjahre entfernt bin ein Eselexperte zu sein. Frau Odenhardt und ihre Langohren haben mich auf dem Weg dort hin ein Stück weit angeschoben, und Emil auch begleitet.

Vielen Dank dafür ihr Lieben.

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Der Bienenhirte Teil 2

Letztes Wochenende war es wieder so weit. Imkerkurs Teil 2. Die Weiden stehen in voller Blüte und die Obst- im besonderen die Kirschblüte hat gerade eingesetzt. Genau der richtige Zeitpunkt für regelmäßige Schwarmkontrollen und das einsetzen der Drohnenrahmen. Alles verstanden? Ich auch nicht. Der erste Kurstag vor vier Wochen war ja noch ganz entspannt. Aber diesmal wurde das Pensum schon etwas höher geschraubt und ich hatte auch das Gefühl, das ein gewisses Grundwissen, das mir zu fehlen scheint, voraus gesetzt wird. Nun gut, dagegen kann man ja was tun und beim nächsten mal den Praxisteil 3 schon vorab lesen. Aber es stimmt schon, was ein Imker so alles wissen muss ist nicht unerheblich. Also heisst es jetzt büffeln. Und das bei der wenigen Zeit die ich eh schon nicht habe. Aber wenn ich jetzt wirklich schon zwei, drei Völker hätte, dann müsste ich die selbe Zeit ja auch für die Bienen aufbringen. Also sehe ich das jetzt mal als willkommenen Test, wieviel Zeit ich im Alltag wirklich noch investieren kann.

Mit den Biene kommt auch immer mehr die Frage, was wächst da eigentlich so alles in unserem Garten und was kann ich tun damit meine Bienen immer genug Tracht einbringen können, ohne das ich mit ihnen wer weis wohin wandern muss. Ich war wirklich schockiert, als ich feststellen musste das unser Garten quasi eine Wüste für Insekten wie auch Honigbiene ist. Wo das Auge hinschaut, Kirschlorbeer, Forsythie, Buchsbaum und co. Gewächse die weder Pollen noch Nektar liefern und somit für unsere fleißigen Honigbiene keinen Nutzen haben. Auch wusste ich nicht das viele unserer einheimischen Insekten mit so exotischen Arten wie dem Kirschlorbeer überhaupt nichts anfangen können. Viel besser und sinnvoller sind dagegen heimische Stauden und Sträucher. Einiges sinnvolle haben wir ja in unserem Garten. Auch wenn ich bis vor einer Woche gar nicht wusste wie sinnvoller. So wächst zum Beispiel an zwei Stellen auf unserem Grund und Boden der stolze Heinrich, den ich bis lang für besseres Unkraut gehalten habe. Da zeigt es sich mal wieder. Es gibt garkein Unkraut. Auch können wir uns Glücklich schätzen eine Felsenbirne zu unseren Sträuchern zählen zu können, da sie gerade jetzt wirklich schöne Blüten hat und ein prima Pollenlieferant ist. Aber auch das wusste ich bis vor kurzem nicht. Das Obstbäume jeder Art gut und nicht nur für Biene sehr nützlich sind, wuste ich natürlich schon vorher. Daher habe ich bereits vor einigen Wochen angefangen unseren Obstgarten etwas auf zu forsten. Inzwischen haben wir zwei Apfel- und zwei Pflaumenbäume. Kirsche, Mirabelle und Birne werden noch folgen. Und Auch eine Salweide wird einen würdigen Platz in unserem, bald Insektenfreundlicheren Garten finden. Denn die Salweide läutet das Bienenjahr ein und da ist es bestimmt von Vorteil wenn man nur in den eigenen Garten zu gehen braucht um auf den natureigenen Kalender zu schauen.

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Was Katzen wirklich wollen

Was Katzen wirklich wollen

von Dr. Mircea Pfleiderer und Birgit Rödder

Eine Frage die ich mir bei der aktuellen Katzenproblematik schon so einige mal gestellt habe. Daher fand ich es mehr als passend, einmal hier diese Sachbuch über das erstaunliche und für viele schier unergründliche Tier Katze vorzustellen.

Letztes Jahr haben wir uns ganz bewusst für Jesse und Johann entschieden. Für mich die ersten Katzen in meinem Leben. Mein Mann hingegen ist mit Landwirtschaft aufgewachsen, in der es natürlich auch Katzen gab. Doch hatte ich das Gefühl, das auch sein Wissen über die samtweichen Taschentiger eher von Vorurteilen und Halbwissen geprägt war.
Wenn man eine ganz neue Tierart in seine Familie aufnimmt und eigentlich gar keine Ahnung hat was einem da plötzlich gegenüber steht, ist es aus meiner Sicht das mindeste sich mal zu informieren wie dieses Tier so tickt. Unsere Katzenpatentante hat mir ihre Ausgabe von „Was Katzen wirklich wollen“ geliehen und zu Weihnachten bekam ich dann mein eignes Exemplar von meinem Mann geschenkt, der inzwischen auch festgestellt hat, das Katzen doch viel mehr sind als nur Mäusejäger und ganz anders Ticken als Hunde. Ich habe diese Buch letztes Jahr in den Sommerferien schon einmal komplett durchgelesen.
Ich war angenehm überrascht wie fesselnd ein Sachbuch sein kann. Es werden Fragen angesprochen wie „Was ist eine Hauskatze, Das Wildtier in unsere Hauskatze, Der Rhythmus eines Katzenalltags, welche Katze passt zu mir oder auch sehr interessant, Wie Katzen sich mit ihresgleichen verständigen“ und vieles Mehr. Am Anfang eines jeden Kapitels gibt es eine kleine Geschichte über die Katzen der beiden Autorinnen, die das jeweilige Thema einleitet und somit dem Lesenden einen Augenblick Lernpause gönnen. Ebenfalls gut gefallen hat mir die bilderreiche Gestaltung des Buches, die anhand vieler Fotos und Grafiken anschaulich erklärt wie ein Katze denn nun ausschaut bevor sie dir mordlüstern ans Bein spring.
Viele Tips und Erklärungen zum Verhalten unserer kleinen Fellnasen und wie wir am besten mit ihnen Umgehen haben mir  in den ersten Wochen sehr geholfen zu verstehen was die zwei denn eigentlich von mir wollen. Ja, auch Katzen können reden. Man muss nur ihre Sprache verstehen. Und so ein fachkundiges Nachschlagewerk wie diese Hilft da schon enorm.

Auch bei der wirklich schwierigen Zusammenführung unseres altkaters Jesse und dem neuzugang Jello, habe ich versucht einiges über ihr Verhalten aus diesem Buch in Erfahrung zu bringen. Zum Beispiel, warum Jello sich immer so lautstark mitteilt. Was will er mir mit seinem ewigen Gejammere, das auch irgendwie ein bisschen niedlich klingt, mitteilen. Oder ist es vielleicht doch angeboren und er sabbelt halt einfach nur gern. Einige kleine Fragen konnten wir durch das Buch beantworten. Und hätten wir uns von Anfang an an die empfohlene Weise einer Zusammenführung, wie sie in diesem Buch beschrieben ist gehalten, so wär vielleicht auch alles gut gegangen. Aber auch das steht hier geschrieben. Wenn man nicht weiter kommt sollte man sich professionelle Hilfe holen und das haben wir dann auch getan.

Alles in allem ein wirklich sehr lehrreiche Sachbuch das durch seine netten kleinen Erzählungen das lesen leichter macht und für den Hausgebrauch und die Dinge des Alltags (die auch nicht zu unterschätzen sind) sehr lehrreich sein kann. Doch wenn es ans Eingemachte geht ist es sicherlich ratsam, wie in unserem Fall, eine Fachfrau um Hilfe zu bitten, und nicht gleich die Flinte ins Korn zu werfen.

Am Ende sein noch kurz erwähnt das mir besonders der geschichtliche Teil zur Entwicklung unsere Hauskatze gefallen hat. Es steckt in einer Katze eben doch noch viel mehr Wildtier als in einem Hund. Das kann man an einer Katze jetzt mögen oder nicht, aber es erklärt so einiges.

 

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Der Bienenhirte Teil 1

Vor einer ganzen Zeit habe ich beim Zahnarzt im Wartezimmer einen Artikel über einen Imker gelesen, der sich selbst als Bienenhirte bezeichnet. Er passt auf seine Bienen auf, das sie immer genug Tracht einbringen können. Er achtet drauf das sie keine Krankheiten haben und lässt ihnen mehr als genug eigenen Honig zum überwintern. Die meiste Arbeit tun ja eh die Bienen. Er passt nur auf sie auf und schafft die Rahmenbedingungen, das die Bienen das tun können, wofür sie eigentlich da sind. Die Natur am laufen zu halten.
Wusstet ihr das es in Deutschland keine Wildbienen mehr gibt? Ohne den Imker und eine durch ihn durchgeführte Varroabekämpfung kann kein Bienenvolk dauerhaft überleben. So weit ist es schon gekommen mit unserer Natur.
Zwei Gedankenansätze die mich dazu veranlasst haben, darüber nachzudenken, ob ich nicht vielleicht auch ein Bienenhirte sein könnte. Genügend Platz haben wir ja. Auch wenn das Imkern auf dem Land Heute schwieriger ist als in der Stadt. Paradox!

Also habe ich mich mal ein bisschen schlau gemacht und rumgefragt, wie man eigentlich Imker wird. glücklicher Weise bietet der Kreisimkerverein Gütersloh e.V. ein Rundumpaket für angehende Jungimker an. Ein über das ganze Bienenjahr begleitender Kurs mit ausführlichem Theorie und Praxisteil, verbunden mit der Möglichkeit dort auch Ausrüstung und sogar Völker zu erwerben. Das nenn ich doch mal sinnvolle Starthilfe.
Letzten Samstag war es dann soweit. Erster Kurstag, spanende Sache!
Zunächst ging es mal mit ein wenig Theorie los über die Frage was braucht ein Imker und vor allem was brauchen die Bienen. Auch über sinnvolle Standorte und Aufstellmöglichkeiten wurde Gesprochen. Ein bisschen Grundwissen halt, das unterhaltend und anschaulich erklärt wurde. Doch dann ging es an die anstehenden Arbeiten. Die Frühjahrsnachschau. Hier wird erstmal geschaut ob die Bienen den Winter überhaupt überstanden haben. Ein fürchterlicher Gedanke, das so ein ganzes Volk von mehreren 1000 Bienen über Winter verreckt, weil man nicht genug eingefüttert hat oder die Varroabekämpfung nicht ausreichend war. Doch das passiert leider immer wieder, und auch den erfahrensten Imkern. Da muss man dann halt schauen, woran hat es gelegen, damit man den Fehler kein zweites mal macht. Außerdem wird geschaut ob noch genügend Futter da ist für die nächsten vier Wochen bis zu Kirschblüte. Sonst muss nachgefüttert werden.
Diese Verbindung, der Bienen mit der Frage wann blüht was, woraus sich die jeweiligen Tätigkeiten eines Imkers ergeben, gefällt mit fast am besten an der Imkerei. Man erlebt die Jahrszeiten und den Lauf der Natur viel bewusster.
Die anstehenden Arbeiten der Frühjahrsnachschau haben wir nicht nur theoretisch gelernt, sondern auch gleich an echten, lebenden und summenden Bienen durchgeführt. Ich muss gestehen, das mir schon ein wenig mulmig war so zwischen dem ganzen Gesummse. Alle durften auch einmal ein Rähmchen mit Bienen in die Hand nehmen. Und es ist auch keiner gestochen worden. Waren aber auch sehr liebe Bienen.

Alles in allem hat mich der erste Kurstag einmal mehr überzeugt, mit der Imkerei einen guten Beitrag zu unsere Umwelt zu leisten, den ich auch gut leisten kann. Doch dies war erst der erste Tag. Ich bin schon sehr gespannt wie es beim nächsten mal, wenn hoffentlich die Kirschblüte eingesetzt hat, weiter geht.

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Jello

Ich hatte mir letztes Jahr vorgenommen das wir nur Tier „in Not“ aufnehmen. So welche die eigentlich keiner haben will. Denen man ein schönes Zuhause schenken kann. Die Heime sind voll und das Leid der Tiere groß. Da ist es mir unbegreiflich warum sich die Menschen immer noch kleine Katzen vom Bauern holen oder sogar kleine Hund von irgendwelchen dubiosen Händlern aus dem Ausland. So werden die Bauern niemals lernen wie wichtig die Kastrationspflicht ist. Die niedlichen kleinen Kitten werden sie ja immer ganz leicht wieder los. Und was ist mit den armen Teufeln im Tierheim…?

Ich hätte aber nicht gedacht, das ich, nachdem Jesse und Johann bei uns eingezogen sind, so schnell wieder an meinen guten Vorsatz erinnert werde.
Johann wurde vor Fünf Wochen bei und an der Straße, direkt vorm Haus überfahren. Es ist hart, aber wenn man seinen Katzen Freigang gewähren möchte muss man mit so etwas rechnen und ich bin froh das ich ihm wenigstes noch ein schönes halbes Jahr hier bei uns auf dem Hof ermöglichen konnte.
Nachdem Johann nicht mehr da war wurde sein kleiner Bruder Jesse immer anhängliche. (An dieser Stelle kann man mal sehen wie zutraulich und verschmust ein vermeintlicher Problemkater werden kann. Nach etwas mehr als einem halben Jahr hört Jesse auf seinen Namen und mein Wort. Oft sogar besser als mein Hund es ja getan hat.) Wir dachten er sucht unsere Nähe, weil er ja nun viel alleine war und beschlossen uns mal umzuschauen. Und so kamen wir zu Jello oder besser er zu uns. Ein gut 10 Monate alter Kater, der den größten Teil seines Lebens im Heim zugebracht hat. Da er in seinem kleinen Leben schon viel krank war findet er Menschen und besonders das, was ihre Hände tun, ganz schlimm. Außerdem hat er eine kleine motorische Störung beim laufen, weshalb er in der Gruppe, in der er lebte auch immer der rangniedrigste war. Dazu kommt noch das er seine Angst und Unsicherheit, allem und jedem gegenüber, mit einem sehr niedlichen Fauchen überspielte. Klar das so einen keiner haben will, wenn es auch beim Züchter so liebe und gesunde Kätzchen gibt. Es war wirklich herz zerreißend mit anzusehen wie die anderen im immer die Leckerlis weggenommen haben die ich ja eigentlich für ihn mitgebracht habe.
Also wurde das kleine fauchende etwas unter Einsatz unseres Lebens und das des Tierheimpersonals eingepackt und Jesse vor die Nase gesetzt. „Schau mal was wir dir mitgebracht haben. Ein Freund mit dem du nun wieder gemeinsam die blöde Nachbarskatze verjagen kannst“. Leider sah Jesse das etwas anders. Es sind halt doch wilde Tiere die ihre ganz eigenen Regeln haben. Jesse findet Jello extrem doof und hat auch sehr schnell durchschaut das Jello ihm, durch seine motorische Einschränkung,  körperlich unterlegen ist. Es kam immer öfter zu Auseinandersetzungen und das Ende vom Lied war dann, das Jello sich nur noch in einem offenen Regalfach aufhalten durfte, ohne das Jesse ihn sofort attackiert. Es hat mich wirklich unglaublich viel Nerven und Kraft gekostet, das mitansehen zu müssen. Ebenso der Verdacht, das es ihm im Heim wohl doch besser gegangen wäre. Aber so schnell wollte ich mich jetzt doch nicht geschlagen geben. Getreu nach dem Motte „Am Ende wird alle gut. Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es nicht das End“ Also habe ich mir Hilfe geholt. Unter anderem von einer Tier-Heilpraktikerin die mir einige homöopathische Mittel an die Hand gegeben hat, aber auch den Rat die beiden Stresspusteln räumlich zu trennen. Also haben wir keine Kosten und Mühen gescheut und letztes Wochenende ein Katzennetz quer durch meine Werkstatt gespannt. So kann Jesse Jello nicht mehr verprügeln und Jello kann endlich ganz in Ruhe lernen das die menschliche Hand vielleicht ja doch ganz nützlich ist. Nun setzen wir auf den Faktur Zeit und das die beiden Streitkater sich im laufe der nächsten Wochen oder Monate soweit annähern das vielleicht ja doch ein nebeneinander möglich macht. Ich glaube zwar nicht, das die Zwei jemals zusammen in einem Körbchen schlummern werden, aber wer weis. Ich hätte vor einem halben Jahr auch noch nicht gedacht das Jesse mir mal freiwillig auf den Schoß springt und sich da selig schnurrend einrollt. Wunder geschehen halt immer wieder. Aber man muss auch was dafür tun.

Apropro tun… An dieser Stelle möchte ich mich auch nochmal bei dem unfreiwilligen Katzenfreund an meiner Seite bedanken. Eigentlich wollte mein Mann gar keine Katzen und nun schlägt er sich die Wochenenden mit katzennetzinstalations Aktionen um die Ohren. Aber so ist das halt in einer Familie. Da ist man für einander da und lässt den Anderen auch nicht hägen, auch wenn es gerade mal ein bisschen unbequem wird. Und Jello gehört jetzt eben auch zu Familie.