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Die Honigfabrik Eine Betriebsbesichtigung

Die Honigfabrik
Eine Betriebsbesichtigung

Von Diedrich Steen und Jürgen Tautz

Ein Buch das ich schon vor einer ganzen Zeit gelesen habe, das mir aber immer noch gut in Erinnerung geblieben ist. Das ist für mich Grund genug euch Heute mal ein bisschen da drüber zu erzählen.
Diedrich Steen ist der Praktiker und Jürgen Tautz der Wissenschaftler. Beide haben sich zusammen getan, um für uns den Superorganissmus Bien so anschaulich wie möglich zu erklären. Sie geben Antworten auf die Fragen, warum bei den Bienen die Jungs nicht mehr geduldet werden, wenn es gerade so schön kuschelig wird, was es mit den sexuellen Asschweifungen einer jungen Königin auf sich hat und noch viele mehr. Wer glaubt das ist nichts für ihn, weil er von Bienen gar keine Ahnung hat täuscht sich gewaltig.

  • Fesselfaktor: Diedrich Steen ist wie schon erwähnt der Imker der beiden Autoren. Warscheinlich fällt deswegen seine Betrachtung und Beschreibung der Honigfabrik etwas umgänglicher aus, was mir persönlich mehr liegt.
  • Tiefgang / Wissenswertes: Hier kann wiederum Jürgen Tautz mit seinem scheinbar unbegrenzten Wissen über die Welt der Bienen und die Zusammenhänge innerhalb des Superorganismus „Bien“ punkten.
  • Schreibstil: Da es sich um zwei Autoren handelt wird dem Leser auch zwei Schreibstiele geboten. Der eine eher wissenschaftlich geprägt, der andere dafür praktischer und leichter zu verstehen.
  • Empfehlenswert: Auf jeden Fall! Und das ganz sicher nicht nur für Imker oder solche die es werden wollen. Dieses Buch spricht jeden an, der sich für Bienen und ihre ganz andere Art das Leben zu meistern, interessiert. Es stimmt schon, ich kenne wirklich nicht viele Lebewesen die so ganz anders sind als wir. Dieses Buch hilft sie zu verstehen und bringt uns ihnen ein Stück näher.
  • Verständliches Fachwissen: Wie schon erwähnt, man braucht bei weitem kein Imker sein um diese Buch zu verstehen. Doch sollte man bereit sein den einen oder anderen Fachbegriff mal nachzulesen und sich für die Materie auch auf anderen Kanälen zu interessieren.
  • Bilder und Fotos: Im hinteren Teil des Buches sind einige Bilder zum besseren Verständnis abgebildet. Zum Beispiel eine Aufnahme die veranschaulicht wie die Sehwelt einer Biene beschaffen ist. Oder wie eine Varroamilbe mal von Nahem ausschaut. Doch ich bin der Meinung das ein Sachbuch nie genug Bilder haben kann und da hätte ich mir bei diesem Buch durchaus noch ein Paar mehr gewünscht. Auch finde ich es nicht gelungen, das der Bildteil im Anhang von Textteil getrennt ist. So muss man beim lesen immer Umständliche nachschlagen wenn man das zum Text gehörige Bild sehen möchte.
  • Cover / Titel: Das Cover ist nett und ansprechend gestaltet und trifft den Ton der Zeit. Den Titel fand ich erst ein bisschen technisch und finde es auch fast schade das ein Imker seine Bienen auf eine „Fabrik“ reduziert. Für mich sind meine Bienen viel mehr als nur Honiglieferanten.
    Doch die fixe Idee die dahinter steckt ist schon nett und auch unterhaltsam umgesetzt.
  • Inspirierend: ich glaube das nur die wenigsten auf Grund dieser Lektüre sagen: „Ach wie spannend, dann werde ich doch mal Imker“. Aber ich glaube auch das es garnicht die Absicht der beiden Autoren ist. Dieses Buch soll die Leute einfach ein bisschen sensibilisieren für die Bedürfnisse und Lebensart unserer Honigbiene und das tut es ganz hervorragend
  • Persönlicher Bezug: Ich denke das liegt auf der Hand. Was aber vielleicht nicht jeder weis, Diedrich Steen ist unser Vorsitzender im Kreisimkerverein und da ist man natürlich auch neugierig, was der so schlaues von sich gibt. Und ich finde das ist eine ganze Menge.
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Stine

Stine

von Marlies Wiedenhaupt

Anneline Petersen war ein ganz besonderer Mensch, der in keinen Rahmen passte“ So beschrieb Pastor Melf Binge Anneline in ihrer Grabrede und ich habe bei der Lektüre dieser Biografie den Eindruck gewonnen, das er sie nicht hätte treffender beschreiben können. Und weil Stine nun mal war wie sie war möchte ich auch die Rezension ihrer Biografie in keinen Rahmen zwängen und schreib heute mal ein bisschen frei von der Leber weg.

Stine war eine Landwirtin, die auf dem elterlichen Hof mitten im alten Husum mehr als 17 Hektar Land bewirtschaftete. Und das ganz allein. Das war schon sehr ungewöhnlich für die damalige Zeit. Eine Frau die in der Landwirtschaft ihren Mann steht. Doch sie hatte wohl keine andere Wahl. Ihr Bruder sollte den Hof nach dem zweiten Weltkrieg übernehmen. Doch Stine wartete ihr Leben lang vergebens auf seine Rückkehr. Immer in der Hoffnung er käme eines Tages nach Hause, hielt sie den Hof so gut sie eben konnte aufrecht. Und das bis sage und schreibe zwei Wochen vor Ihrem Tod. Da war sie 85 Jahr alt. Das soll ihr erst mal einer nachmachen.

Doch Stine konnte nicht nur Arbeiten. Alte Schulbücher belegen das sie ein außergewöhnlich intelligentes Mädchen war. Sie spielte Klavier, kannte Unmengen von alten Volksliedern, konnte blitzschnell im Kopf rechnen (Wer kann denn das heute noch) und hatte eine ganz besonders innige Bindung zu ihren Tieren. Das Kapitel das sich mit der Verbundenheit zu ihren Tieren befasst, wird wie folgt eingeleitet: „Anneline Petersen war „mit dem Land und den Tieren verbunden wie der Wind und das Meer“. Das versicherte sie einem NDR-Reporter und das bestätigen die Menschen die sie kannten“. Dieser Satz ist mir noch lange im Gedächtnis geblieben. Auch wenn es vielleicht nicht der vorgezeichnete Weg diese gescheiten Mädchens war sich von Morgens bis Abend’s auf dem Hof krumm zu buckeln, so glaube ich doch das es ihre Bestimmung war. Diese innige Verbundenheit mit den Tieren, für die sie sorgte und mit dem Land auf dem sie lebte, hat ihr scheinbar ein erfülltes Leben beschert.  Und darum Ist sie vielleicht auch ein Stück weit Vorbild für mich geworden.

Man darf auch nicht vergessen, das sie eine der reichsten Frauen Husums war und doch nie Geld auf der Tasche hatte. Das Land das sie besaß und bewirtschaftetet lag schon fast im Husumer Stadtkern und muss ein Vermögen wert gewesen sein. Sie hätte leicht alles hinwerfen, Land und Tiere verkaufen und die Füße hochlegen können. Tat sie aber nicht. Und vor so viel Courage ziehe ich meinen Hut.

Doch leider nimmt die Geschichte ein weniger ehrenvolles Ende. Die Tatsache das eine Nacht nach Stines Beerdigung ihr alter Hof im Stadtweg 42 bis auf die Grundmauern nieder brannte hat mich sehr traurig gemacht. Doch wahrscheinlich ist es besser so. Mit Stine ging anscheinend auch ein Stück des alten Husums und nun ist auch ihr Hof nicht mehr. Übrig bleiben uns die Geschichten und kuriosen Erzählungen der Hinterbliebenen die Stine noch gekannt haben wie sie war. Diese Zeitzeugnisse trägt Marlies Wiedenhaupt in dieser kleinen Biografie zusammen und lässt Stine wieder ein Stück weit lebendig und vielleicht auch unsterblich werden. Ich für meinen Teil bin dankbar, das ich Stine wenigstens auf diese Art und Weise kennen lerne durfte und von ihr lernen konnte, das ihre tiefe Verbundenheit  mit ihrem Land und ihren Tieren mehr bedeuten als Geld und Wohlstand. Davon könnten sich mal so einige Leute eine Scheibe Abschneiden.

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Der Igelfreundliche Garten

Der Igelfreundliche Garten

von Wolf Richard Günzel

Es ist ja wirklich traurig das bei uns auf dem Land sich die Igel scheinbar gar nicht mehr wohlfühlen. Wir haben in unserem Garten zumindestens keinen. Woran liegt das eigentlich und was muss ich tun damit sich die kleine Stacheltierchen bei uns wieder ansiedeln? Zum Geburtstag habe ich ein Igelhaus geschenkt bekommen. Alleine das aufstellen dieser artgerechten Behausung wird es aber nicht bringen. Darum habe ich gleich dazu noch dieses nette kleine Büchlein bekommen, um nun zu erfahren was diese possierlichen Gesellen so brauchen. Und obwohl es nur ein kleines Din-A6 großes Buch, ist das gerade mal eine Stärke von c.a. 120 Seiten aufweist, hat sich mein Bewusstsein wie ein naturnaher Garten auszusehen hat im allgemeinen und wie man dem Igel ein artgerechtes Zuhause gestallten kann im besonderen, um ein vielfaches gemehrt. Da kann ich nur sagen: Das hat sich wirklich mal gelohnt.

  • Fesselfaktor: Als fesselnd würde ich es jetzt nicht unbedingt beschreiben. Aber Langweilig ist es ganz und garnicht
  • Tiefgang / Wissenswertes: Auf jeden Fall. Zum einen lehrnt man sehr viel und das nicht nur über Igel. Zum anderen handelt es sich auch um ein nachhaltiges Wissen, wie man seinen Garten für Wildtiere und Insekten zu einem besseren Lebensraum gestalten kann. Ich finde ein Thema das uns alle (und damit meine ich nicht nur die Gartenbesitzer) angeht.
  • Schreibstil: Eingänig und wunderbar leicht zu lesen. Keine Spur trocken oder arogant.
  • Empfehlenswert: Durch aus. Ich bin vor einiger Zeit schon auf den Pala Verlag aufmerksam geworden, da mein Kalender den ich nun schon im zweiten Jahr habe, auch hier veröffentlicht wird. Ich muss wirklich sagen das die ne Menge toller Bücher im Angebot haben die derzeit genau mein Interessensgebiet abdecken. Schau ruhig mal rein.
  • Verständliches Fachwissen: Auch hier ein großes Plus. Die wenigen Fachbegriffen, wie zum Beispiel das Jacobsonsche Organ, werden sehr gut und allgemeinverständlich erklärt.
  • Bilder und Fotos: Hier hätte ich mir vielleicht ein paar mehr von den hübschen bunten Zeichnungen wie auf dem Cover gewünscht
  • Cover / Titel: Der Titel ist ja wirklich erfrischent unmissverständlich. Da ist devinitif drin was drauf steht.
  • Inspirierend: Auf Grund der Tatsache das sich das Buch nicht nur auf den Igelfreundlichen Garten bezieht durchaus. „So machen sie ihren Garten zum Paradies nicht nur für Igel“ ist schließlich der Untertitle und somit bekommt man jede Menge Anregungen seinen Garten Naturfreundlich zu gestallten und wird angeregt sich mehr mit dem Thema Naturnaher Garten zu beschäftigen.
  • Persönlicher Bezug: Vor ewig vielen Jahren habe ich in Der „Nistkasten AG“ mit meiner damals besten Freundin ein Igelhaus selber gebaut und in unserm Garten aufgestellt. Meine Eltern haben noch jahre später immer wieder beobachten können, Das das Igelhaus auch wirklich bewohnt war. Nun habe ich erstmals einen eigenen Garten großen und frei zugänglichen Garten. Aber leider lebt da drin kein Igel. Das werden wir jetzt mal ändern.

 

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Bitter & Sweet Teil 3 – Verlorene Welt

Bitter & Sweet Teil 3 – Verlorene Welt

Von Linea Harrys

Wie das manchmal so ist mit Trilogien, am Ende geht ihnen schon mal die Puste aus. Und das war bei Jillian und ihren Hexenfreunden im dritten Teil leider nicht anders. Ich hatte mir dieses Buch mit in den Urlaub genommen. Da ich es am Ende des Urlaubs seiner Besitzerin zurückgeben wollte, ich eh keine Alternative zur Hand hatte und es die ganze Woche schlechtes Wetter war, blieb mir ja nun nichts anderes mehr übrig, als diesen letzten Teil zu lesen. Irgendwie wollte ich es dann auch abschließen. Aber vom Hocker gerissen hat es mich nicht.

Der Überwiegenden Teil der Erzählung um unsere Superhexe Jilian spielt bei ihrem Vater in der Unterwelt. Ja, ihr habt richtig gelesen, in der „Unterwelt“. Und das war mir dann doch eine Spur zu viel Fiktion. Erschwerend kommt noch hinzu das unsere kleine Heldin ein Superheldin zu sein scheint. Situationen in denen selbst ein gestandener Dämon und langjähriger Bewohner dieser Unterwelt an sein Grenzen stößt, sind für Madam scheinbar ein Klacks. An diesen Stellen macht es sich die Autorin meiner Meinung nach doch etwas zu einfach, so das schnell Langeweile aufkommt. Wie gesagt, ich hatte leider keine alternative dabei.

  • Humor: Sobald unsere Heldin in der Unterwelt angekommen ist, haben die dortigen Bewohner die auf der falschen Seite stehen nicht mehr viel zu lachen. An sonsten ist mir das Schmunzeln der ersten zwei Bände schon im ersten drittel ausgegangen und eher einem gelangweilten Gähnen gewichen.
  • Fesselfaktor: Leider zwischen Realität und Unterwelt auf der Strecke geblieben.
  • L’amour: Ein bisschen Kuschelsex hier und ein bisschen Knutscherei da.
  • Fantasie: Da mir Jillian’s Abstecher in die Unterwelt im zweiten Teil schon ein Quäntchen zu viel des Guten war, war mir das halbe Buch das in der Unterwelt feststeckt dann erst recht zu viel.
  • Tiefgang: Ähhh ne!
  • Schreibstil: Wenigstens der ist Konstant geblieben und verlangt vom Leser keine Höchstleistungen. Ist auch mal ganz angenehm.
  • Couver / Titel: Passt wieder mal fabelhaft zum ersten und zweiten Teil. Aber der Zusammenhang zwischen Handlung und Titel hat sich mir immer noch nicht eröffnet. Ich gebe die Hoffnung auf.
  • Empfehlenswert: Ach nun ja… Ich find es schon ganz gut die Trilogie komplett gelesen zu haben. Bin halt son Mensch der gerne etwas fertig macht. Wenn man so oder so nicht gerade etwas anderes vor hat schadet es ja auch nicht.
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Bitter & Sweet Teil 2 – Geteiltes Blut

Bitter & Sweet Teil 2
Geteiltes Blut

Von Linea Harrys

Nachdem ich den ersten Teil dieser netten Teeny-Trilogie innerhalb kürzester Zeit (Ich glaube es war kein ganze Woche ) quasi inhaliert habe konnte ich beim zweiten Teil natürlich nicht an mich halten. Das ist wie mit einer Schachten Pralinen… Da ist man ja auch nicht nur eine und stellt den Rest wieder in den Schrank. Na gut, zumindest ich nicht.

Spannend ging es auf jeden Fall weiter mit Jill und ihrem Vampier, der Ihr an ihrem 18ten Geburtstag doch gefährlich nah kommt. Haben die denn bei Edward und Bella nicht gelernt? Anscheinend nicht. Und so nimmt das Liebesdrama seinen Lauf. Doch wir wären nicht in der Welt von Linea Harrys wenn nicht auch ein paar Dämonen oder „Mairas“ auf der Bildfläche erscheinen würden um Jillian das Leben schwer und für uns die Geschichte spannend zu machen. Und so geht das muntere Treibel um Teeny-Liebe, Teeny-Intrigen und jede Menge Gemetzel (schön sauber und Teenygerecht verpackt) weiter.

Besonders hat mit Jillian’s unfreiwilliges kleines Haustier gefallen. Ein echt irischer Kobold, mit hohem Nervfaktor, um den sie wahrscheinlich 90% der Leserschaft beneidet. Ich übrigens auch.

  • Humor: Die Lage wird deutlich ernster, aber zum Glück gibt es immer noch was zum Schmunzeln.
  • Fesselfaktor: Eigentlich schon noch vorhanden. Da sich die Geschichte aber langsam anfängt zu wiederholen (wie das leider bei so viele Trilogien ist) wird es doch stellenweise etwas vorhersehbar. Bis dann das unerwartete passiert… Aber hier wird nichts verraten.
  • L’amour: Leider über große Stecken ein eher frustrierendes Thema. Ich mag halt lieber wenn die Liebenden das tun können wozu sie eigentlich das sind. Lieb zu einandre zu sein. Und nicht ewig zu schmollen.
  • Fantasie: Jillian’s Abstecher in die Unterwelt ist mir dann doch ein Quentchen zu viel des Guten. Doch wer auf Drachen, Dämonen und Höllenhunde steht ist hier in bester Gesellschaft.
  • Tiefgang: Natürlich nicht. War nach dem ersten Teil auch nicht zu erwarten.
  • Schreibstil: Hier bleibt sich die Autorin treu.
  • Cover / Titel: Pass wie nicht anders zu erwarten war ganz fabelhaft zum ersten Teil. Leicht locker und ein bisschen verspielt in aktuellem Farbdesign. Nur hat sich mir der Sinn des Titels immer noch nicht eröffnet. Kommt vielleicht beim dritten Teil.
  • Empfehlenswert: Klar, wem der erste Teil gefallen hat, der wird sicher die Finger nicht vom zweiten lassen können. Und zum Glück gibt es ja auch noch einen dritten.
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Bitter & Sweet – Mystische Mächte

Bitter & Sweet
Mystische Mächte

Von Linea Harris

Oh ja, endlich mal wieder eine nette Teeny-Trilogie um Hexerei, Zauberei, die Liebe und das unendlich Böse. Eine Mischung aus Harry Potter, Silber und diese Bella und Edward Geschichte. Auch wieder schön in drei Teilen verpackt, von denen jedes um die 350 Seiten stark ist. Dann wird einem wenigstes nicht so schnell Langweilig. Aber jetzt erst mal zur Geschichte.

Jillian ist 17 und eigentlich ein ganz gewöhnlicher Teenager, der nicht sehr beliebt ist. Sie ist halt manchmal ein bisschen anders als die anderen. Das ist glaube ich immer so in diesen Romanen. An ihrem 17ten Geburtstag erfährt sie auch warum. Sie ist von Geburt an eine Hexe und hat magische Fähigkeiten die in ihr schlummern. Nun ist sie alt genug, um in der Winterford Akademie, eine Schule für Zauberei und Hexerei… (auch ne, das war Harry Potter) aufgenommen zu werden. Dort soll sie zusammen mit anderen Hexen, Vampiren und Werwölfen lernen mit ihrer Magie umzugehen und sie zu beherrschen. Leichter gesagt als getan. Denn unsere Heldin ist auch in dieser Welt etwas anders als die anderen. Aber das kennt sie ja schon. Doch wie anders sie ist und wieviel Ähnlichkeit sie schlussendlich mit ihrem vermeintlich verstorbenen Vater hat. Das hätte sich wohl keiner träumen lassen. So sorgt die schlaue Autorin am Ende der Geschichte für eine spannende Sprungschanze in den zweiten Teil, der selbstverständlich schon vor mir liegt.

  • Humor: Es ist jetzt keine Komödie, aber ein bisschen Situationskomik ist schon dabei.
  • Fesselfaktor: Wenn jemand auf son Teenygeschwafen steht wie ich, kann man das Buch kaum aus der Hand legen. Ich hab für diese locker leichte Lecktüre gerade mal eine Woche gebraucht. Und ich hatte nicht Frei.
  • L’amour: Von Rumknutscherei mit einem Lehrkörper bis Herzschmerz wegen einer unerfüllten Liebe zu einem Vampir (wie wir von Bella und Edward bereits wissen ist das Rumknutschen mit einem Vampiren nicht ganz so einfach) ist wirklich für jeden was dabei. Selbst die Homosexuellenfront kommt nicht zu kurz.
  • Fantasie: Also ich fantasiere mir beim lesen solcher Geschichten immer aus wie toll es wäre wenn man magische Fähigkeiten hätte. Oder wie es wohl wäre einen Vampir zu küssen…
  • Tiefgang: Das einzige was hier Tiefgang hat ist ein lustiger Dämon namens Leviathan, der zurück in die tiefen der Unterwellt „geht“.
  • Schreibstiel: Hier wir eindeutig eine Leserschaft mit einem Durchschnittsalter von 15 Jahren angesprochen. Erzählt wird aus der Sicht unserer Superhexe Jillian und da ist es nur authentisch den Schreibstiel der Gedankenwelt eines Teenys anzupassen. Sehr lustig, aber auch leicht zu lesen. Man wird ganz bestimmt nicht überfordert.
  • Cover / Titel: Hübsch gestaltet, fast schon ein bisschen kitschig und der Titel könnte nicht weniger aussagen. Na ja, so werden wenigstens keine Erwartungen geweckt. Allerdings wären mir die Bücher ohne Empfehlung nicht aufgefallen.
  • Empfehlenswert: Für junge Leseratten und solche die es werden wollen oder sollen ganz bestimmt. Wenn durch solche Bücher unser Nachwuchs wieder mehr liest anstelle die Nase hinterm Smartphone zu verstecken kann ich hier nur ein ganz großes Plus geben. Mir hat das Buch wirklich viel Spaß gemacht.
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Ein ganz neues Leben

Ein ganz neues Leben

von Jojo Moyes

Für Louisa Clark heißt es jetzt nach dem Will nicht mehr da ist, weiter Leben. Und am besten noch so, wie er es sich für sie gewünscht hat. Aber das ist gar nicht so einfach für Louisa. Allein in einem tristen Apartment in London mit einem wirklich schlechten Job am Flughafen und den Schuldgefühlen nichts von dem erreicht zu haben, was Will von ihr erwartet hätte. So versucht sie einmal zu oft ihre Trauer und Einsamkeit, ihre Selbstanklage und die Unfähigkeit zu verzeihen, mit einer Flasche Rotwein runter zu spülen. Sie stürzt stockbesoffen vom Dach ihres Hauses und kommt gerade noch mal mit dem Leben davon. Doch wie schwer sind ihre Verletzungen und hat sie nun das selbe Schicksal zu tragen wie Will?

Die Fortsetzung des Bestsellers „Ein ganzes halbes Jahr“ ist wirklich durchweg spannend zu lesen, bleibt aber hinter seinem Vorgänger an Tiefgang und Berührungspunkten zurück. Ist aber auch nicht schlimm. Ich weis noch, wie ich mich letztes Jahr in die Geschichte um Will und Louisa festgelesen habe. Da hatte ich wirklich noch Tage später das Gefühl, mir hätte jemand das Herz raus geschnitten.
In „Ein ganz neues Leben“ geht es viel mehr um die Menschen die zurück bleiben, wenn einer geht und wie man in unsere Welt der Vorwürfe und des Anklagens, mit dem Finger auf andere Zeigen, zurecht kommen muss. Dieses Buch lädt zum nachdenken ein, ob wir nicht so manches mal zu schnell urteilen wenn wir wieder mal in der Zeitung lesen „Mehrfache Mutter bringt erst ihre Kinder und dann sich selbst um“. Urteilen wir nicht zu schnell mit „Wie kann man nur“ oder „Was für ein Monster“? Sollte man sich nicht viel mehr die Frage nach dem „warum“ stellen. Da uns das „Warum“ aber oft genug nichts angeht, sollten wir wenigsten aufhören mit dem Finger auf die zu Zeigen die bleiben und die die gegangen sind. Es sind beides Opfer.
Aber nicht genug der schweren Zeit. Auch stehen die Hinterbliebenen oft vor der Hürde, das Weiterleben zu meistern und sich Neuem zu öffnen. Das Leben geht weiter. Ob man will oder nicht. Die Frage ist, was man draus macht und welchen Weg man einschlägt um wieder nach vorne blicken und los lassen zu können. Vor genau dieser Hürde steht nun auch Louis und der Leser darf gespannt sein ob und wie sie es schafft „Ein ganz neues Leben“ zu beginnen.

  • Humor: Sicher, auch ein wenig. Das bleibt bei Louisas Familie nicht aus.
  • Fesselfaktor: Hier würde ich auch wieder 100% geben, aber mit weniger Herzschmerz.
  • L’amour: Louisa ist eine attraktive junge Frau. Da würde schon was fehlen wenn nicht früher oder später ein Kerl auftaucht. Aber ich will hier nicht zuviel verraten.
  • Fantasie: Nein! Oft genug erschreckend realistisch. Man hätte das Buch mit einem Spielgel im Cover versehen sollen.
  • Tiefgang: Auch hier ist das Thema wieder so gewählt, das man um ein gewisses Maß an Tiefgang nicht drum rum kommt. Was ich aber auch hier wieder sehr gut finde. Die Leute sollen gefälligst mal nachdenken was sie mit ihrer ewigen Fingerzeigerei anrichten.
  • Schreibstil: Wie zu erwarten war, nachdem ich den ersten Teil gelesen haben, leicht und eingängig zu lesen. Hat Spaß gemacht.
  • Cover / Titel: Mittlerweile erkenne ich eine Jojo Moyes Roman allein am Cover. Die schauen mit ihrer Scherenschnittoptik immer gleich aus. Schon fast wie ein Markenzeichen. Hat auch seine Vorteile. Muss man nicht lange nach dem Autor suchen.
  • Empfehlenswert: Auf jeden Fall. Ich glaube durch diese Buch könnte noch so manche etwas lernen. Doch sollte man zuerst den Vorgängerroman gelesen haben.
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Ein ganzes halbes Jahr

Ein ganzes halbes Jahr

von Jojo Moyes

Ich finde es sehr verantwortungslos diese Buch ohne Warnhinweis zu verkaufen. „Vorsicht! Nicht ohne ausreichend Taschentücher und Schokolade aufschlagen“. Selten habe ich ein Buch gelesen, das mich so berührt hat. Und damit meine ich wirklich berührt. Es gibt Stellen in diesem Buch an denen hat man das Gefühl es wird einem das Hertz heraus gerissen. Das sind wirklich körperliche Schmerzen, die noch Tage lang nachhallen.

Louisa Clark ist ein junges Ding, das in einer Kleinstadt, irgendwo im Nirgendwo mitten in England wohnt. Sie ist keine große Leuchte wie ihre hochbegabte Schwester Katrina und hat wohl auch nicht viel gelernt. Doch sie ist glücklich mit ihrer Stelle im Cafè. Sie liebt den Umgang mit Menschen und genießt den alltäglichen Austausch mit den Gästen. Bis sie eines Tages ganz plötzlich ihre Stelle verliert und sich gezwungen sieht eine neue Arbeitsstelle zu finden. Ihr Eltern sind ihr dabei leider keine große Hilfe. Sie stellen, wenn auch auf eine liebevolle Art, ihre Tochter immer wieder in einem Licht dar, das sie eher etwas tölpelhaft und dösig wirken lässt.
Doch letzt endlich findet sie eine Anstellung. Eine der wohlhabenderen Familien der Stadt sucht eine Gesellschafterin für ihren Sohn Will. Will ist auf Grund eines Unfalls vor zwei Jahren Tetraplegiker und kann nur noch seinen Kopf und in Grundzügen seine rechte Hand bewegen.
Louisas Aufgaben sind sehr überschaubar, da Will für alle pflegerischen und medizinischen Angelegenheiten einen gut ausgebildeten Krankenpfleger hat. Louisa ist lediglich dafür zuständig Will zu füttern, ihn mit Getränken zu versorgen und wenn sie sonst nichts zu tun hat, könnte sie ja auch ein bisschen den Haushalt schmeißen. Vor allem solle sie aber gute Laune und Lebensmut verspüen, da der mürrische, aber auch sehr gut aussehende Will allen Lebensmut verloren zu haben scheint.

Und an dieser Punkt fragt man sich dann warum die Stelle nur auf ein halbes Jahr beschränkt ist. Louisa bekommt nur durch einen Zufall heraus, das sie eigentlich nur eingestellt wurde, um Will neuen Lebensmut zu schenken und ihm zu zeigen wie toll das Leben auch als Tetraplegiker sein kann. Am Ende soll Will seine bereits geplanten Termin bei Dignatas absagen. Aus meiner Sicht eine unlösbare Aufgabe. Für Louisa die Herausforderung ihres Lebens, an der sie fast zerbricht.

Ich war ein bisschen überrascht, nun schon zum zweiten mal an ein Buch geraten zu sein, in dem eines der Kernthemen Sterbehilfe ist. Und die Frage nach dem Sinn des Lebens nochmal von einer ganz Anderen Seite beleuchtet wird. Ich bin auch nach diesem Buch immer noch der Meinung, das wenn ein Mensch den Wunsch hat sein Leben, über das nur er allein bestimmen sollte, beenden möchte, er auch alles Recht dazu hat. Doch kann ich jetzt vielleicht die, die allein zurückbleiben, etwas besser verstehen und warum sie so verzweifelt dagegen kämpfen.

Hach war das tragisch… Jetzt aber mal eine etwas nüchternere Betrachtungsweise dieser Lektüre.

  • Humor: Ja, in der Tat. Trotz ernster Thematik hat mich die Autorin einige Mal zum schmunzeln gebracht.
  • Fesselfaktor: 100%
  • L’amour: 200%
  • Fantasie: dieses Buch ist so prall gefüllt, mit der knallharten Realität, da ist kein Platz mehr für Fiktives.
  • Tiefgang: Ja natürlich. Ich glaube über ein solch schwieriges Thema kann man gar nicht schreiben, ohne der Erzählung einen gewissen Tiefgang zu verleihen. Man kommt schon sehr ins Grübeln. Sollte man auch mal.
  • Schreibstil: Dies ist mein erstes Buch das ich von Jojo Moyes gelesen habe und ihr Schreibstil gefällt mir ausgesprochen gut. Sie erzählt die Gesichte größten Teils aus der Sicht von Louisa. Doch es gibt immer wieder vereinzelte Kapitel, in denen andere Personen zu Wort kommen und der Leser noch einmal eine ganz andere Sicht auf die Geschehnisse bekommt. Raffiniert gemacht.
  • Cover / Titel: Ein Cover wie so viel und ein Titel, der erstmal nichts sagend ist. Hätte mir eine Kollegin das Buch nicht empfohlen, ich hätte es bestimmt nicht gelesen. Gut fand ich aber, wenn man erstmal angefangen hat zu lesen, bekommt man durch den Titel eine gewissen Vorahnung worum es wirklich geht.
  • Empfehlenswert: Sicher ja, Aber wirklich nur für Leute die gute Nerven haben und an der Thematik interessiert sind. Aber ich finde auch, das Sterbe Hilfe ein Thema ist, das uns alle mal treffen kann. Will’s Schicksal zeigt uns wie schnell es gehen kann.
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Der Hut des Präsidenten

Der Hut des Präsidenten

von Antoine Laurain

Stell dir vor, du willst dir einfach mal was gutes tun und gehst Abends essen. Ganz allein, nur so für dich. Und plötzlich setzt sich eine berühmte Persönlichkeit (in diesem Fall der französische Präsident) an den Nachbartisch. Du bist begeistert, das diese Person nun zum greifen nahe neben dir sitzt und bist den ganzen Abend damit beschäftigt ein bisschen zu lauschen, was sich die Großen und Mächtigen den so alles zu erzählen haben. Ein toller Abend, von dem du noch deinen Enkeln erzählen wirst. So erging es auch Daniel Mercier, der am Ende dieses besagten Abends den Hut des Präsidenten findet, den selbiger direkt auf der Bank neben ihm hat liegen gelassen. Im ersten Augenblick will Daniel hinter her und dem Präsidenten seinen Hut wieder geben. Aber zu spät… So probiert er ihn einmal selber auf und ist auf’s angenehmste überrascht, wie gut er sich mit diesem Hut fühlt. Der Hut scheint ihm ein ganz neues Selbstbewusstsein zu verleihen. Und er ist plötzlich zu Taten fähig, die er sich vorher nie getraut hätte, wodurch sein Leben eine ganz neue Richtung bekommt. Doch an diesem Punkt der Erzählung verliert er den Hut, der daraufhin von einer hübschen jungen Dame gefunden wird, deren Leben durch den Besitz des Hutes, zwar eine ganz andere aber dadurch nicht minder einschneidende Wendung erlebt. So geht es nun weiter und der Hut durchläuft noch einige Besitzer, deren Leben einen Hut dringend brauchen und tut nun mal, das was ein Hut so tut. Eigentlich nichts. Oder etwa doch?

Es bleibt dem Leser überlassen in dem Hut zu sehen was er sehen möchte. Wundermittel gegen schlechtes Selbstbewusstsein, oder eben doch nur ein Hut. Sehr passen zu dieser Frage finde ich das Zitat von Tristan Bernard, das am Anfang dieser kleinen Geschichte steht

Ein Hut auf dem Kopf verleiht einem eine unleugbare Autorität über die , die keinen tragen.

  • Humor: Nicht wirklich, Vielleicht ein Priese Situationskomik. Aber die Geschichte kommt auch ganz gut ohne aus.
  • L’amour: Da es sich hier ja um eine vier geteilte Geschichte handelt, Jenachdem bei welchem Besitzer der Hut sich gerade befindet, gibt es in einer der Vieren auch ein bisschen was fürs Hertz. Eine angenehme kleine Dosis.
  • Fantasie: Der Weg den der Hut geht ist zwar sehr unwarscheinlich, aber doch möglich. Aber ich glaube das man diesen Gedanken, außer acht lassen sollte. Man würde so den Zauber der Erzählung kaputt macht. Wäre schade drum.
  • Fesselfaktor: Die Erzählung um den Weg des Hutes plätschert so nett dahin. Als Leser war ich schon immer sehr gespannt wo der Hut als nächstes landet, doch hatte ich nie das Gefühl diese Buch vor Spannung nicht mehr aus der Hand legen zu können. Ich fand das eigndlich zur Abwechlung auch ganz angenehm.
  • Tiefgang: Ein bisschen schon. Es scheint doch sehr erstaunlich wozu ein Mensch und in diesem Fall gleich Vier, so alles fähig ist, nur weil sie einen Hut auf dem Kopf haben. Hat es denn da wirklich an dem Hut gelegen, oder hätte sich Funny letztendlich auch ohne Hut von Ihrem geliebten getrennt, der ihr nun wirklich nicht gut tat. Die Menschen brauchen oft nur einen Grund oder Auslöser um sich selbst zu mobilisieren. Und wenn’s halt nur ein Hut ist.
  • Schreibstil: Eingänig und sehr ordentlich. Ein wahres Lesevergnügen.
  • Couver / Titel: Das Couver ist schlicht und schön in angesagten Farben gestaltet. Sehr passend für eine kleine kurzweilige Unterhaltung. Auch der Titel ist treffend und auf den Punkt, verspricht aber nicht zuviel.
  • Empfehlenswert: Für Freunde der kurzweiligen Unterhaltung allemal.
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Trümmergöre

Trümmergöre

von Monika Held

Trümmergören sind die Kinder der Nachkriegszeit. Die zwischen ausgebombeten Straßenschluchten „Der Russe kommt“ spielen. Die sich die Kriegsgeschichten der Eltern und Großentern anhören und für ganz normal befinden. Die lieber beim Onkel auf dem Schottplatz Autos Putzen als die Schularbeiten zu machen. Jula ist so eine Trümmergöre. Aufgewachsen im zerbombten Hamburg der Nachkriegszeit wird die vierjährige halbweise von ihrem Vater bei der Großmutter abgegeben. Er arbeitet beim auswertigen Amt und schickt Tochter und Großmutter regelmäßig Karten aus aller Herren Länder, die die beiden sorgfältig in ein Album kleben.

Die nächsten acht Jahre leben Jula nun bei Ihrer Großmutter, die sie von herzen liebt und in ihr die Tochter sieht die sie nie hatte. Nicht minder vergöttert wird sie von ihrem Onkel Hans der mit im Haus lebt. Doch sowohl die Großmutter wie auch der Onkel reden kein Wort miteinander. Warum das so ist fragt eine vierjährige nicht. Doch das ein dunkles Geheimnis über der Familie liegt ahnt der Leser an dieser Stelle bereits.

Erzählt wird das Leben der kleinen Jula aus ihrer Sicht. Nun ist sie eine Frau um die 30 und schreibt die  Erinnerungen an ihre Kindheit nieder. Und das macht diese Buch auch so besonders. Der Schreibstil ist zwar ein bisschen wirr zu lesen, doch sind Erinnerungen genau so. Ich habe mich beim lesen immer wieder an meine eigene Kindheit erinnert gefühlt. (Wobei meine mit der von Jula nicht das geringste gemeinsam hatte.) Wenn ich am Wochenende mal bei Oma war und was wir dann für Rituale hatten. Was eine schöne Zeit. Bis zu letzt habe ich geglaubt das es sich hier um einen autobiografischer Erzählung handelt, da ich mir nicht vorstellen konnte, wie man Erinnerungen so treffend beschreiben kann ohne sie selbst erlebt zu haben. Doch nach kurzer Recherche stellte ich fest, das doch alles fiktiv war und doch so real erschien. Fast schien es so als könnte man die wirren Bilder in Jula’s Kopf wie in einem nebolösen Film sehen, So wie man die eigenen Bilder die man im Kopf hat auch nie ganz klar sieht.

Eine einfühlsam erzählte Erinnerung, die durch ihre Bilderreiche Sprache dem Leser das gefühl gibt direkt im Kopf der Erzählerin zu sitzen und genau mit anzuschauen wie Jula zwischen Schrottplatz, Kietzkneipen, der Liebe Ihrer Großmutter und dem Großbürgerlichen Leben des Vaters, dem Dunklen Geheimnis das Ihren Onkel zu dem gemacht hat der er war, auf die Spur kommt.

  • Humor: Sucht man hier vergebens. Vermutet man bei dem Titel aber auch nicht.
  • L’amour: Auch die Liebe innerhalb einer Familie ist eine Art von liebe und hier ein Zentrales Thema.
  • Fantasie: Wie schon geschrieben ist dies, zu meinem Erstaunen keine autobiographische Erzählung. Doch bin ich mir sehr sicher das sich diese Geschichte so ähnlich vielfach im Nachkriegsdeutschland abgespielt hat. Erschreckten real.
  • Fesselfaktor: Wenn man anfällig ist für die düstere Zeit nach 1945 und wie die Menschen doch versucht haben das beste drauß zu machen, durchaus. Ich für meinen Teil finde diese Zeit sehr fessseln. Gerade weil die Menschen dieser Zeit so stark waren und sich wieder aufgerappelt haben. Trotz der schlimmen Dinge die geschen sind und hier so nachdrücklich dargestellt werden. Vor diesen Menschen und ihren Geschichten habe ich die größte Hochachtung.
  • Tiefgang: Na Kar, Nachkriegsgeschichten haben immer Tiefgang.
  • Schreibstil: Ich muss wirklich an dieser Stell einmal sagen das ich so einem Schreibstil noch nicht begegnet bin. Die Fähigkeit, den Leser in die ungefilterten Erinnerungen der Erzählerin zu versetzen ist schon etwas ganz besonderes. Wenn auch bestimmt nicht einfach zu lesen. Aber es lohnt sich.
  • Couver / Titel: Das Couver hat für mich leider gar nichts mit den Bilder zu tun, die die Erzählung in mir hinaufbeschworen hat. Weder sehe ich dadrin die Trümmergöre noch das Alte Haus in der Wielandstraße in dem so viele Erinnerungen wohnen. Leider nicht getroffen. Aber der Titel ist treffend, wenn auch etwas nichtssagend.
  • Empfehlenswert: Nur für Leute die die Mühen einer etwas anderen Art der Erzählung nicht scheuen. Für die wird es sich aber lohnen.