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Die Geschichte der Bienen

Die Geschichte der Bienen

von Maja Lunde

Kunststück… Ein Roman mit einer Biene im Titel und einer selbigen, tot abgebildet auf dem Cover. In einer Zeit in der das „Bienensterben“ in aller Munde ist. Und daraus nun einen Bestseller zu machen. Da wollte ich doch nun mal wissen ob Maja Lunde einfach nur auf der „Welle“ mitschwimmt, oder ob sie doch Ahnung von den Dingen hat, die Zusammenhänge sieht und etwas bewegen möchte um unseren Kindern eine besser Zukunft zu bieten als die, die sie so düster in die Geschichte dieses Romanes malt.

Die Geschichte der Bienen besteht eigentlich drei Geschichten in einer, die über die Jahrhunderte eng miteinander verwoben sind.
Alles beginnt mit dem Forscher und Samenhändler William der in England im Jahre 1852 den Grundstein der modernen Imkerei, wie wir sie heute kennen legt. Auf Grund seiner Forschungen und Beobachtungen lässt er eine der ersten Bienenbeuten bauen und macht somit ein bienenschonenderes Imkern möglich. Quasi steht dieser Engländer für den Start der kommerzielle Bienenhaltung
C.a.: 150 Jahr später macht der Leser bekanntschaft mit dem Berufsimker George in Ohio USA. Er ist einer der typischen Wanderimker wie es sie in den USA so viele gibt. Sie karren ihre hunderte von Völkern durch das ganze Land um von einer Massentracht zu nächsten zu wandern. Ohne Rücksicht auf Verluste. Doch diese stellten sich im Jahr 2007 auch bei Georg ein. Von heute auf morgen waren seine Beuten leer. Woran das wohl liegen mag.
Der Leser macht einen weiteren Zeitsprung von c.a. 90 Jahren. An der Seite der chinesischen „besteuberin“ (die braucht man jetzt, weil es ja keine Bienen mehr gibt) Tao wird dem Leser eine Zukunftsversion vorgehalten, die düster und grau ist. Sie nennen es die Zeit nach dem Kopals. Was auch immer das sein soll und was genau alles kollabiert ist wir nicht weiter verraten.

  • Humor: Ich bitte euch, es geht hier um ein erstes Thema. Es geht um das Bienensterben und unsere auch so düstere Zukunft.

  • Fesselfaktor: ich war in sofern gefesselt, das ich eigentlich immer nur auf die Stellen gewartet habe, in denen es um die Bienen geht. Aber leider waren so viele andere Nebenhandlungen wichtiger.

  • L’amour: Also meine Liebe zu den Bienen habe ich hier nicht wiedergefunden.

  • Fantasie: Naja, für die düstere Zukunftsversion in der die arme Tao ihr dasein als „Bestäuberin“ fristet braucht man eigentlich nicht viel Fantasie. Ich glaube es ist und allen klar was geschieht wenn unsere Bienen nicht mehr da sind.

  • Tiefgang: Sollte man wohl meinen. Aber für meinen Geschmack standen die Nebengeschichten zu stark im Vordergrund. So hat es die Autorin leider nicht geschafft wirklich nachdrücklich auf das Problem, dessen Ursache mit keiner Silbe erwähnt wird, hinzuweisen. Legt nahe das sie die Zusammenhänge doch nicht kennt?

  • Schreibstil: Der ist durchaus gutverständlich und man kann flüssig vor sich hin lesen. Maja Lunde schriebt sonst Jugend und Kinderbücher. Ihr leicht verständlicher Erzählstil, der für Jugendbücher wichtig ist, kommt ihr hier zugute.

  • Cover / Titel: Wie am Anfang schon erwähnt ist es in der heutigen Zeit nicht schwer aus einem Titel, in dem eine Biene vorkommt und ein totes Exemplar dieser Spezies auf dem Cover, ein viel gefragtes Buch zu machen. Und ja, es geht in diesem Roman auch um Bienen und auch um tote Bienen. Aber keines Fall’s um die „Geschichte der Bienen“. Für mich ist das eine bewusste Irreführung.

Alles in allem bin ich von diesem hoch titulierten Bestseller etwas enttäuscht. Es geht in diesem Roman in keinster weise um die Geschichte der Bienen, als viel mehr um die Geschichte der kommerziellen Bienenhaltung, welche lediglich unsere Honigbienen Apis melifera einschließt. Von den c.a. 560 Wildbienenarten die es in Deutschland gibt und denen es erheblich schlechter geht als unseren gut behüteten Wirtschaftsbienen, wird kein Sterbenswörtchen erwähnt. Ich finde es immer wieder erschreckend wie wenig Menschen wissen das es zwischen Wildbienen und Honigbienen gravierende Unterschied gibt. Und dieses Buch tut rein garnichts, um aufzuklären oder Möglichkeiten aufzuzeigen wie es unseren Bienen bald besser gehen kann. Wie schon gesagt, enttäuschend.

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Das Fundament der Ewigkeit

Das Fundament der Ewigkeit

von Ken Follett

Seit langem habe ich mal wieder Zeit und Muße gefunden einen Roman zu lesen. Und dann musste es natürlich auch gleich ein 1160 Seiten starker Wälzer sein. Aber wenn ein Buch gut ist kann es meiner Meinung nach nicht dick genug sein. Wie in diesem Fall.

Das Fundamen der Ewigkeit ist der dritte Teil der geschichtshistorischen Erzählung um die Kathedrale von Kingsbridge. Ebenso die Menschen und deren Schicksale die mal mehr oder weniger mit diesem Ort verbunden sind. Der erste Teil, Die Säulen der Erde, sind mir noch gut in Erinnerung. Nicht zu letzt weil ich diese Erzählung als Hörbuch bestimmt schon x-mal gehört habe. Der zweite Teil „Die Tore der Welt“ ist mir schon weniger gut im Gedächtnis geblieben. Da es im dritten Teil aber nur wenige Verweise zu Teil eins und zwei gibt macht das nicht viel und man versteht die Geschichte recht gut.

  • Humor: Da es sich hier um eine historischer Erzählung handelt, die die großen Bürger- und Glaubenskriege des 16ten Jahrhunderts zum Thema hat, wäre Humor doch an der falschen Stelle.

  • Fesselfaktor: Wer sich ein bisschen für unseren christlichen Glauben und seine Spaltung in Evangelisch und Katholisch interessiert, wie es damals dazu kam und wo genau die Unterschiede liegen, was die Menschen damals dazu bewegt hat ihren Glauben neu zu definieren, der wird dieses Buch so schnell nicht aus der Hand legen.

  • L`amour: Aber nicht nur der geschichtliche Hintergrund fesselt den interessierten Leser. Auch die Wirren der Liebesgeschichte um Ned, Margery und ihr Familien die scheinbar untrennbar in einer Zeit der tiefen Trennungen zwischen Katholiken und Protestanten mit einander verwoben sind.

  • Fantasie: Hier sind nur die Hauptdarsteller erfunden. Im Anhang gibt es eine ausführliche Beschreibung der Figuren die es wirklich gegeben hat. Und das sind nicht wenige. Auch war ich beim Lesen immer wieder entsetzt wie grausam diese Zeit war und musste immer wieder feststellen wie viele Parallelen es zu den heutigen Glaubenskriegen gibt. Haben wir denn nichts gelernt?

  • Tiefgang: Tief taucht der Leser ein in eine historische Zeit, die unsere gar nicht so unähnlich ist. Hier braucht man nicht mal mehr zwischen den Zeilen lesen um zu verstehen.

  • Schreibstiel: Ein Follet ist ein Follet und somit immer ein Gütesiegel für einen excellenten Sprachgebrauch und einen sehr gut verständlichen Schreib- und Erzählstil. Ein wahrer Genuss.

  • Couver/Titel: Also das ist das einzige was ich wirklich bescheuert finde. Diese Romane von Ken Follett schauen alle gleich aus und haben auch scheinbar alle den gleichen aussagelosen Namen: Das Fundament der Ewigkeit, Die Pfeiler der Macht, Die Tore Der Welt… Da könnte man beliebig eins gegen das andere austauschen.

  • Empfehlenswert: Für Liebhaber großer Romane mit historischem Hintergrund die keine Angst haben sich beim halten das Wälzers ne Sehnenscheidenentzündung zu holen auf jeden Fall. Vielleicht ist es ja auch noch eine gute Geschenkidee zu Weihnachten. Zeit genug ist ja noch.

Besonders beweg hat mich an diesem geschichtsträchtigen Meisterwerk, die Ausarbeitung der Gegensätze zwischen katholischem und protestantischem Glaube. Ich bin evangelisch. Zwar nicht mit Leib und Seele, aber irgendetwas hat mich doch immer davon abgehalten aus der Kirche auszutreten. Mein Mann ist katholisch. Zwar mit noch weniger Herzblut wie ich, aber er hat diesen Glauben Quasi mit der Muttermilch eingetrichtert bekommen. So ist das halt auf dem Land. Bei den vielen Glaubensfeiern, die einem im Alltag so begleiten und nur schwer zu umgehen sind (Weihnachten, Ostern, Taufen, Beerdigungen) haben wir schon oft mit erstaunen festgestellt wie unterschiedlich der christliche Glaube ausgelebt werden kann. Jetzt, mit dem Hintergrundwissen wie es zu einer Spaltung dieses einen Glaubens in Katholisch und evangelisch kam, sehe ich die Dinge viel klarer und verstehe das Warum. Warum gibt es bei uns keine Heiligen, kein Latein und nicht so viel drum rum?
Nach diesem Verstehen bin ich wirklich froh nie aus der Kirche ausgetreten zu sein und dem Glauben anzugehören der für mich genau der Richtige ist.

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Die Honigfabrik Eine Betriebsbesichtigung

Die Honigfabrik
Eine Betriebsbesichtigung

Von Diedrich Steen und Jürgen Tautz

Ein Buch das ich schon vor einer ganzen Zeit gelesen habe, das mir aber immer noch gut in Erinnerung geblieben ist. Das ist für mich Grund genug euch Heute mal ein bisschen da drüber zu erzählen.
Diedrich Steen ist der Praktiker und Jürgen Tautz der Wissenschaftler. Beide haben sich zusammen getan, um für uns den Superorganissmus Bien so anschaulich wie möglich zu erklären. Sie geben Antworten auf die Fragen, warum bei den Bienen die Jungs nicht mehr geduldet werden, wenn es gerade so schön kuschelig wird, was es mit den sexuellen Asschweifungen einer jungen Königin auf sich hat und noch viele mehr. Wer glaubt das ist nichts für ihn, weil er von Bienen gar keine Ahnung hat täuscht sich gewaltig.

  • Fesselfaktor: Diedrich Steen ist wie schon erwähnt der Imker der beiden Autoren. Warscheinlich fällt deswegen seine Betrachtung und Beschreibung der Honigfabrik etwas umgänglicher aus, was mir persönlich mehr liegt.
  • Tiefgang / Wissenswertes: Hier kann wiederum Jürgen Tautz mit seinem scheinbar unbegrenzten Wissen über die Welt der Bienen und die Zusammenhänge innerhalb des Superorganismus „Bien“ punkten.
  • Schreibstil: Da es sich um zwei Autoren handelt wird dem Leser auch zwei Schreibstiele geboten. Der eine eher wissenschaftlich geprägt, der andere dafür praktischer und leichter zu verstehen.
  • Empfehlenswert: Auf jeden Fall! Und das ganz sicher nicht nur für Imker oder solche die es werden wollen. Dieses Buch spricht jeden an, der sich für Bienen und ihre ganz andere Art das Leben zu meistern, interessiert. Es stimmt schon, ich kenne wirklich nicht viele Lebewesen die so ganz anders sind als wir. Dieses Buch hilft sie zu verstehen und bringt uns ihnen ein Stück näher.
  • Verständliches Fachwissen: Wie schon erwähnt, man braucht bei weitem kein Imker sein um diese Buch zu verstehen. Doch sollte man bereit sein den einen oder anderen Fachbegriff mal nachzulesen und sich für die Materie auch auf anderen Kanälen zu interessieren.
  • Bilder und Fotos: Im hinteren Teil des Buches sind einige Bilder zum besseren Verständnis abgebildet. Zum Beispiel eine Aufnahme die veranschaulicht wie die Sehwelt einer Biene beschaffen ist. Oder wie eine Varroamilbe mal von Nahem ausschaut. Doch ich bin der Meinung das ein Sachbuch nie genug Bilder haben kann und da hätte ich mir bei diesem Buch durchaus noch ein Paar mehr gewünscht. Auch finde ich es nicht gelungen, das der Bildteil im Anhang von Textteil getrennt ist. So muss man beim lesen immer Umständliche nachschlagen wenn man das zum Text gehörige Bild sehen möchte.
  • Cover / Titel: Das Cover ist nett und ansprechend gestaltet und trifft den Ton der Zeit. Den Titel fand ich erst ein bisschen technisch und finde es auch fast schade das ein Imker seine Bienen auf eine „Fabrik“ reduziert. Für mich sind meine Bienen viel mehr als nur Honiglieferanten.
    Doch die fixe Idee die dahinter steckt ist schon nett und auch unterhaltsam umgesetzt.
  • Inspirierend: ich glaube das nur die wenigsten auf Grund dieser Lektüre sagen: „Ach wie spannend, dann werde ich doch mal Imker“. Aber ich glaube auch das es garnicht die Absicht der beiden Autoren ist. Dieses Buch soll die Leute einfach ein bisschen sensibilisieren für die Bedürfnisse und Lebensart unserer Honigbiene und das tut es ganz hervorragend
  • Persönlicher Bezug: Ich denke das liegt auf der Hand. Was aber vielleicht nicht jeder weis, Diedrich Steen ist unser Vorsitzender im Kreisimkerverein und da ist man natürlich auch neugierig, was der so schlaues von sich gibt. Und ich finde das ist eine ganze Menge.
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Stine

Stine

von Marlies Wiedenhaupt

Anneline Petersen war ein ganz besonderer Mensch, der in keinen Rahmen passte“ So beschrieb Pastor Melf Binge Anneline in ihrer Grabrede und ich habe bei der Lektüre dieser Biografie den Eindruck gewonnen, das er sie nicht hätte treffender beschreiben können. Und weil Stine nun mal war wie sie war möchte ich auch die Rezension ihrer Biografie in keinen Rahmen zwängen und schreib heute mal ein bisschen frei von der Leber weg.

Stine war eine Landwirtin, die auf dem elterlichen Hof mitten im alten Husum mehr als 17 Hektar Land bewirtschaftete. Und das ganz allein. Das war schon sehr ungewöhnlich für die damalige Zeit. Eine Frau die in der Landwirtschaft ihren Mann steht. Doch sie hatte wohl keine andere Wahl. Ihr Bruder sollte den Hof nach dem zweiten Weltkrieg übernehmen. Doch Stine wartete ihr Leben lang vergebens auf seine Rückkehr. Immer in der Hoffnung er käme eines Tages nach Hause, hielt sie den Hof so gut sie eben konnte aufrecht. Und das bis sage und schreibe zwei Wochen vor Ihrem Tod. Da war sie 85 Jahr alt. Das soll ihr erst mal einer nachmachen.

Doch Stine konnte nicht nur Arbeiten. Alte Schulbücher belegen das sie ein außergewöhnlich intelligentes Mädchen war. Sie spielte Klavier, kannte Unmengen von alten Volksliedern, konnte blitzschnell im Kopf rechnen (Wer kann denn das heute noch) und hatte eine ganz besonders innige Bindung zu ihren Tieren. Das Kapitel das sich mit der Verbundenheit zu ihren Tieren befasst, wird wie folgt eingeleitet: „Anneline Petersen war „mit dem Land und den Tieren verbunden wie der Wind und das Meer“. Das versicherte sie einem NDR-Reporter und das bestätigen die Menschen die sie kannten“. Dieser Satz ist mir noch lange im Gedächtnis geblieben. Auch wenn es vielleicht nicht der vorgezeichnete Weg diese gescheiten Mädchens war sich von Morgens bis Abend’s auf dem Hof krumm zu buckeln, so glaube ich doch das es ihre Bestimmung war. Diese innige Verbundenheit mit den Tieren, für die sie sorgte und mit dem Land auf dem sie lebte, hat ihr scheinbar ein erfülltes Leben beschert.  Und darum Ist sie vielleicht auch ein Stück weit Vorbild für mich geworden.

Man darf auch nicht vergessen, das sie eine der reichsten Frauen Husums war und doch nie Geld auf der Tasche hatte. Das Land das sie besaß und bewirtschaftetet lag schon fast im Husumer Stadtkern und muss ein Vermögen wert gewesen sein. Sie hätte leicht alles hinwerfen, Land und Tiere verkaufen und die Füße hochlegen können. Tat sie aber nicht. Und vor so viel Courage ziehe ich meinen Hut.

Doch leider nimmt die Geschichte ein weniger ehrenvolles Ende. Die Tatsache das eine Nacht nach Stines Beerdigung ihr alter Hof im Stadtweg 42 bis auf die Grundmauern nieder brannte hat mich sehr traurig gemacht. Doch wahrscheinlich ist es besser so. Mit Stine ging anscheinend auch ein Stück des alten Husums und nun ist auch ihr Hof nicht mehr. Übrig bleiben uns die Geschichten und kuriosen Erzählungen der Hinterbliebenen die Stine noch gekannt haben wie sie war. Diese Zeitzeugnisse trägt Marlies Wiedenhaupt in dieser kleinen Biografie zusammen und lässt Stine wieder ein Stück weit lebendig und vielleicht auch unsterblich werden. Ich für meinen Teil bin dankbar, das ich Stine wenigstens auf diese Art und Weise kennen lerne durfte und von ihr lernen konnte, das ihre tiefe Verbundenheit  mit ihrem Land und ihren Tieren mehr bedeuten als Geld und Wohlstand. Davon könnten sich mal so einige Leute eine Scheibe Abschneiden.

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Der Igelfreundliche Garten

Der Igelfreundliche Garten

von Wolf Richard Günzel

Es ist ja wirklich traurig das bei uns auf dem Land sich die Igel scheinbar gar nicht mehr wohlfühlen. Wir haben in unserem Garten zumindestens keinen. Woran liegt das eigentlich und was muss ich tun damit sich die kleine Stacheltierchen bei uns wieder ansiedeln? Zum Geburtstag habe ich ein Igelhaus geschenkt bekommen. Alleine das aufstellen dieser artgerechten Behausung wird es aber nicht bringen. Darum habe ich gleich dazu noch dieses nette kleine Büchlein bekommen, um nun zu erfahren was diese possierlichen Gesellen so brauchen. Und obwohl es nur ein kleines Din-A6 großes Buch, ist das gerade mal eine Stärke von c.a. 120 Seiten aufweist, hat sich mein Bewusstsein wie ein naturnaher Garten auszusehen hat im allgemeinen und wie man dem Igel ein artgerechtes Zuhause gestallten kann im besonderen, um ein vielfaches gemehrt. Da kann ich nur sagen: Das hat sich wirklich mal gelohnt.

  • Fesselfaktor: Als fesselnd würde ich es jetzt nicht unbedingt beschreiben. Aber Langweilig ist es ganz und garnicht
  • Tiefgang / Wissenswertes: Auf jeden Fall. Zum einen lehrnt man sehr viel und das nicht nur über Igel. Zum anderen handelt es sich auch um ein nachhaltiges Wissen, wie man seinen Garten für Wildtiere und Insekten zu einem besseren Lebensraum gestalten kann. Ich finde ein Thema das uns alle (und damit meine ich nicht nur die Gartenbesitzer) angeht.
  • Schreibstil: Eingänig und wunderbar leicht zu lesen. Keine Spur trocken oder arogant.
  • Empfehlenswert: Durch aus. Ich bin vor einiger Zeit schon auf den Pala Verlag aufmerksam geworden, da mein Kalender den ich nun schon im zweiten Jahr habe, auch hier veröffentlicht wird. Ich muss wirklich sagen das die ne Menge toller Bücher im Angebot haben die derzeit genau mein Interessensgebiet abdecken. Schau ruhig mal rein.
  • Verständliches Fachwissen: Auch hier ein großes Plus. Die wenigen Fachbegriffen, wie zum Beispiel das Jacobsonsche Organ, werden sehr gut und allgemeinverständlich erklärt.
  • Bilder und Fotos: Hier hätte ich mir vielleicht ein paar mehr von den hübschen bunten Zeichnungen wie auf dem Cover gewünscht
  • Cover / Titel: Der Titel ist ja wirklich erfrischent unmissverständlich. Da ist devinitif drin was drauf steht.
  • Inspirierend: Auf Grund der Tatsache das sich das Buch nicht nur auf den Igelfreundlichen Garten bezieht durchaus. „So machen sie ihren Garten zum Paradies nicht nur für Igel“ ist schließlich der Untertitle und somit bekommt man jede Menge Anregungen seinen Garten Naturfreundlich zu gestallten und wird angeregt sich mehr mit dem Thema Naturnaher Garten zu beschäftigen.
  • Persönlicher Bezug: Vor ewig vielen Jahren habe ich in Der „Nistkasten AG“ mit meiner damals besten Freundin ein Igelhaus selber gebaut und in unserm Garten aufgestellt. Meine Eltern haben noch jahre später immer wieder beobachten können, Das das Igelhaus auch wirklich bewohnt war. Nun habe ich erstmals einen eigenen Garten großen und frei zugänglichen Garten. Aber leider lebt da drin kein Igel. Das werden wir jetzt mal ändern.

 

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Bitter & Sweet Teil 3 – Verlorene Welt

Bitter & Sweet Teil 3 – Verlorene Welt

Von Linea Harrys

Wie das manchmal so ist mit Trilogien, am Ende geht ihnen schon mal die Puste aus. Und das war bei Jillian und ihren Hexenfreunden im dritten Teil leider nicht anders. Ich hatte mir dieses Buch mit in den Urlaub genommen. Da ich es am Ende des Urlaubs seiner Besitzerin zurückgeben wollte, ich eh keine Alternative zur Hand hatte und es die ganze Woche schlechtes Wetter war, blieb mir ja nun nichts anderes mehr übrig, als diesen letzten Teil zu lesen. Irgendwie wollte ich es dann auch abschließen. Aber vom Hocker gerissen hat es mich nicht.

Der Überwiegenden Teil der Erzählung um unsere Superhexe Jilian spielt bei ihrem Vater in der Unterwelt. Ja, ihr habt richtig gelesen, in der „Unterwelt“. Und das war mir dann doch eine Spur zu viel Fiktion. Erschwerend kommt noch hinzu das unsere kleine Heldin ein Superheldin zu sein scheint. Situationen in denen selbst ein gestandener Dämon und langjähriger Bewohner dieser Unterwelt an sein Grenzen stößt, sind für Madam scheinbar ein Klacks. An diesen Stellen macht es sich die Autorin meiner Meinung nach doch etwas zu einfach, so das schnell Langeweile aufkommt. Wie gesagt, ich hatte leider keine alternative dabei.

  • Humor: Sobald unsere Heldin in der Unterwelt angekommen ist, haben die dortigen Bewohner die auf der falschen Seite stehen nicht mehr viel zu lachen. An sonsten ist mir das Schmunzeln der ersten zwei Bände schon im ersten drittel ausgegangen und eher einem gelangweilten Gähnen gewichen.
  • Fesselfaktor: Leider zwischen Realität und Unterwelt auf der Strecke geblieben.
  • L’amour: Ein bisschen Kuschelsex hier und ein bisschen Knutscherei da.
  • Fantasie: Da mir Jillian’s Abstecher in die Unterwelt im zweiten Teil schon ein Quäntchen zu viel des Guten war, war mir das halbe Buch das in der Unterwelt feststeckt dann erst recht zu viel.
  • Tiefgang: Ähhh ne!
  • Schreibstil: Wenigstens der ist Konstant geblieben und verlangt vom Leser keine Höchstleistungen. Ist auch mal ganz angenehm.
  • Couver / Titel: Passt wieder mal fabelhaft zum ersten und zweiten Teil. Aber der Zusammenhang zwischen Handlung und Titel hat sich mir immer noch nicht eröffnet. Ich gebe die Hoffnung auf.
  • Empfehlenswert: Ach nun ja… Ich find es schon ganz gut die Trilogie komplett gelesen zu haben. Bin halt son Mensch der gerne etwas fertig macht. Wenn man so oder so nicht gerade etwas anderes vor hat schadet es ja auch nicht.
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Bitter & Sweet Teil 2 – Geteiltes Blut

Bitter & Sweet Teil 2
Geteiltes Blut

Von Linea Harrys

Nachdem ich den ersten Teil dieser netten Teeny-Trilogie innerhalb kürzester Zeit (Ich glaube es war kein ganze Woche ) quasi inhaliert habe konnte ich beim zweiten Teil natürlich nicht an mich halten. Das ist wie mit einer Schachten Pralinen… Da ist man ja auch nicht nur eine und stellt den Rest wieder in den Schrank. Na gut, zumindest ich nicht.

Spannend ging es auf jeden Fall weiter mit Jill und ihrem Vampier, der Ihr an ihrem 18ten Geburtstag doch gefährlich nah kommt. Haben die denn bei Edward und Bella nicht gelernt? Anscheinend nicht. Und so nimmt das Liebesdrama seinen Lauf. Doch wir wären nicht in der Welt von Linea Harrys wenn nicht auch ein paar Dämonen oder „Mairas“ auf der Bildfläche erscheinen würden um Jillian das Leben schwer und für uns die Geschichte spannend zu machen. Und so geht das muntere Treibel um Teeny-Liebe, Teeny-Intrigen und jede Menge Gemetzel (schön sauber und Teenygerecht verpackt) weiter.

Besonders hat mit Jillian’s unfreiwilliges kleines Haustier gefallen. Ein echt irischer Kobold, mit hohem Nervfaktor, um den sie wahrscheinlich 90% der Leserschaft beneidet. Ich übrigens auch.

  • Humor: Die Lage wird deutlich ernster, aber zum Glück gibt es immer noch was zum Schmunzeln.
  • Fesselfaktor: Eigentlich schon noch vorhanden. Da sich die Geschichte aber langsam anfängt zu wiederholen (wie das leider bei so viele Trilogien ist) wird es doch stellenweise etwas vorhersehbar. Bis dann das unerwartete passiert… Aber hier wird nichts verraten.
  • L’amour: Leider über große Stecken ein eher frustrierendes Thema. Ich mag halt lieber wenn die Liebenden das tun können wozu sie eigentlich das sind. Lieb zu einandre zu sein. Und nicht ewig zu schmollen.
  • Fantasie: Jillian’s Abstecher in die Unterwelt ist mir dann doch ein Quentchen zu viel des Guten. Doch wer auf Drachen, Dämonen und Höllenhunde steht ist hier in bester Gesellschaft.
  • Tiefgang: Natürlich nicht. War nach dem ersten Teil auch nicht zu erwarten.
  • Schreibstil: Hier bleibt sich die Autorin treu.
  • Cover / Titel: Pass wie nicht anders zu erwarten war ganz fabelhaft zum ersten Teil. Leicht locker und ein bisschen verspielt in aktuellem Farbdesign. Nur hat sich mir der Sinn des Titels immer noch nicht eröffnet. Kommt vielleicht beim dritten Teil.
  • Empfehlenswert: Klar, wem der erste Teil gefallen hat, der wird sicher die Finger nicht vom zweiten lassen können. Und zum Glück gibt es ja auch noch einen dritten.
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Bitter & Sweet – Mystische Mächte

Bitter & Sweet
Mystische Mächte

Von Linea Harris

Oh ja, endlich mal wieder eine nette Teeny-Trilogie um Hexerei, Zauberei, die Liebe und das unendlich Böse. Eine Mischung aus Harry Potter, Silber und diese Bella und Edward Geschichte. Auch wieder schön in drei Teilen verpackt, von denen jedes um die 350 Seiten stark ist. Dann wird einem wenigstes nicht so schnell Langweilig. Aber jetzt erst mal zur Geschichte.

Jillian ist 17 und eigentlich ein ganz gewöhnlicher Teenager, der nicht sehr beliebt ist. Sie ist halt manchmal ein bisschen anders als die anderen. Das ist glaube ich immer so in diesen Romanen. An ihrem 17ten Geburtstag erfährt sie auch warum. Sie ist von Geburt an eine Hexe und hat magische Fähigkeiten die in ihr schlummern. Nun ist sie alt genug, um in der Winterford Akademie, eine Schule für Zauberei und Hexerei… (auch ne, das war Harry Potter) aufgenommen zu werden. Dort soll sie zusammen mit anderen Hexen, Vampiren und Werwölfen lernen mit ihrer Magie umzugehen und sie zu beherrschen. Leichter gesagt als getan. Denn unsere Heldin ist auch in dieser Welt etwas anders als die anderen. Aber das kennt sie ja schon. Doch wie anders sie ist und wieviel Ähnlichkeit sie schlussendlich mit ihrem vermeintlich verstorbenen Vater hat. Das hätte sich wohl keiner träumen lassen. So sorgt die schlaue Autorin am Ende der Geschichte für eine spannende Sprungschanze in den zweiten Teil, der selbstverständlich schon vor mir liegt.

  • Humor: Es ist jetzt keine Komödie, aber ein bisschen Situationskomik ist schon dabei.
  • Fesselfaktor: Wenn jemand auf son Teenygeschwafen steht wie ich, kann man das Buch kaum aus der Hand legen. Ich hab für diese locker leichte Lecktüre gerade mal eine Woche gebraucht. Und ich hatte nicht Frei.
  • L’amour: Von Rumknutscherei mit einem Lehrkörper bis Herzschmerz wegen einer unerfüllten Liebe zu einem Vampir (wie wir von Bella und Edward bereits wissen ist das Rumknutschen mit einem Vampiren nicht ganz so einfach) ist wirklich für jeden was dabei. Selbst die Homosexuellenfront kommt nicht zu kurz.
  • Fantasie: Also ich fantasiere mir beim lesen solcher Geschichten immer aus wie toll es wäre wenn man magische Fähigkeiten hätte. Oder wie es wohl wäre einen Vampir zu küssen…
  • Tiefgang: Das einzige was hier Tiefgang hat ist ein lustiger Dämon namens Leviathan, der zurück in die tiefen der Unterwellt „geht“.
  • Schreibstiel: Hier wir eindeutig eine Leserschaft mit einem Durchschnittsalter von 15 Jahren angesprochen. Erzählt wird aus der Sicht unserer Superhexe Jillian und da ist es nur authentisch den Schreibstiel der Gedankenwelt eines Teenys anzupassen. Sehr lustig, aber auch leicht zu lesen. Man wird ganz bestimmt nicht überfordert.
  • Cover / Titel: Hübsch gestaltet, fast schon ein bisschen kitschig und der Titel könnte nicht weniger aussagen. Na ja, so werden wenigstens keine Erwartungen geweckt. Allerdings wären mir die Bücher ohne Empfehlung nicht aufgefallen.
  • Empfehlenswert: Für junge Leseratten und solche die es werden wollen oder sollen ganz bestimmt. Wenn durch solche Bücher unser Nachwuchs wieder mehr liest anstelle die Nase hinterm Smartphone zu verstecken kann ich hier nur ein ganz großes Plus geben. Mir hat das Buch wirklich viel Spaß gemacht.
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Ein ganz neues Leben

Ein ganz neues Leben

von Jojo Moyes

Für Louisa Clark heißt es jetzt nach dem Will nicht mehr da ist, weiter Leben. Und am besten noch so, wie er es sich für sie gewünscht hat. Aber das ist gar nicht so einfach für Louisa. Allein in einem tristen Apartment in London mit einem wirklich schlechten Job am Flughafen und den Schuldgefühlen nichts von dem erreicht zu haben, was Will von ihr erwartet hätte. So versucht sie einmal zu oft ihre Trauer und Einsamkeit, ihre Selbstanklage und die Unfähigkeit zu verzeihen, mit einer Flasche Rotwein runter zu spülen. Sie stürzt stockbesoffen vom Dach ihres Hauses und kommt gerade noch mal mit dem Leben davon. Doch wie schwer sind ihre Verletzungen und hat sie nun das selbe Schicksal zu tragen wie Will?

Die Fortsetzung des Bestsellers „Ein ganzes halbes Jahr“ ist wirklich durchweg spannend zu lesen, bleibt aber hinter seinem Vorgänger an Tiefgang und Berührungspunkten zurück. Ist aber auch nicht schlimm. Ich weis noch, wie ich mich letztes Jahr in die Geschichte um Will und Louisa festgelesen habe. Da hatte ich wirklich noch Tage später das Gefühl, mir hätte jemand das Herz raus geschnitten.
In „Ein ganz neues Leben“ geht es viel mehr um die Menschen die zurück bleiben, wenn einer geht und wie man in unsere Welt der Vorwürfe und des Anklagens, mit dem Finger auf andere Zeigen, zurecht kommen muss. Dieses Buch lädt zum nachdenken ein, ob wir nicht so manches mal zu schnell urteilen wenn wir wieder mal in der Zeitung lesen „Mehrfache Mutter bringt erst ihre Kinder und dann sich selbst um“. Urteilen wir nicht zu schnell mit „Wie kann man nur“ oder „Was für ein Monster“? Sollte man sich nicht viel mehr die Frage nach dem „warum“ stellen. Da uns das „Warum“ aber oft genug nichts angeht, sollten wir wenigsten aufhören mit dem Finger auf die zu Zeigen die bleiben und die die gegangen sind. Es sind beides Opfer.
Aber nicht genug der schweren Zeit. Auch stehen die Hinterbliebenen oft vor der Hürde, das Weiterleben zu meistern und sich Neuem zu öffnen. Das Leben geht weiter. Ob man will oder nicht. Die Frage ist, was man draus macht und welchen Weg man einschlägt um wieder nach vorne blicken und los lassen zu können. Vor genau dieser Hürde steht nun auch Louis und der Leser darf gespannt sein ob und wie sie es schafft „Ein ganz neues Leben“ zu beginnen.

  • Humor: Sicher, auch ein wenig. Das bleibt bei Louisas Familie nicht aus.
  • Fesselfaktor: Hier würde ich auch wieder 100% geben, aber mit weniger Herzschmerz.
  • L’amour: Louisa ist eine attraktive junge Frau. Da würde schon was fehlen wenn nicht früher oder später ein Kerl auftaucht. Aber ich will hier nicht zuviel verraten.
  • Fantasie: Nein! Oft genug erschreckend realistisch. Man hätte das Buch mit einem Spielgel im Cover versehen sollen.
  • Tiefgang: Auch hier ist das Thema wieder so gewählt, das man um ein gewisses Maß an Tiefgang nicht drum rum kommt. Was ich aber auch hier wieder sehr gut finde. Die Leute sollen gefälligst mal nachdenken was sie mit ihrer ewigen Fingerzeigerei anrichten.
  • Schreibstil: Wie zu erwarten war, nachdem ich den ersten Teil gelesen haben, leicht und eingängig zu lesen. Hat Spaß gemacht.
  • Cover / Titel: Mittlerweile erkenne ich eine Jojo Moyes Roman allein am Cover. Die schauen mit ihrer Scherenschnittoptik immer gleich aus. Schon fast wie ein Markenzeichen. Hat auch seine Vorteile. Muss man nicht lange nach dem Autor suchen.
  • Empfehlenswert: Auf jeden Fall. Ich glaube durch diese Buch könnte noch so manche etwas lernen. Doch sollte man zuerst den Vorgängerroman gelesen haben.
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Ein ganzes halbes Jahr

Ein ganzes halbes Jahr

von Jojo Moyes

Ich finde es sehr verantwortungslos diese Buch ohne Warnhinweis zu verkaufen. „Vorsicht! Nicht ohne ausreichend Taschentücher und Schokolade aufschlagen“. Selten habe ich ein Buch gelesen, das mich so berührt hat. Und damit meine ich wirklich berührt. Es gibt Stellen in diesem Buch an denen hat man das Gefühl es wird einem das Hertz heraus gerissen. Das sind wirklich körperliche Schmerzen, die noch Tage lang nachhallen.

Louisa Clark ist ein junges Ding, das in einer Kleinstadt, irgendwo im Nirgendwo mitten in England wohnt. Sie ist keine große Leuchte wie ihre hochbegabte Schwester Katrina und hat wohl auch nicht viel gelernt. Doch sie ist glücklich mit ihrer Stelle im Cafè. Sie liebt den Umgang mit Menschen und genießt den alltäglichen Austausch mit den Gästen. Bis sie eines Tages ganz plötzlich ihre Stelle verliert und sich gezwungen sieht eine neue Arbeitsstelle zu finden. Ihr Eltern sind ihr dabei leider keine große Hilfe. Sie stellen, wenn auch auf eine liebevolle Art, ihre Tochter immer wieder in einem Licht dar, das sie eher etwas tölpelhaft und dösig wirken lässt.
Doch letzt endlich findet sie eine Anstellung. Eine der wohlhabenderen Familien der Stadt sucht eine Gesellschafterin für ihren Sohn Will. Will ist auf Grund eines Unfalls vor zwei Jahren Tetraplegiker und kann nur noch seinen Kopf und in Grundzügen seine rechte Hand bewegen.
Louisas Aufgaben sind sehr überschaubar, da Will für alle pflegerischen und medizinischen Angelegenheiten einen gut ausgebildeten Krankenpfleger hat. Louisa ist lediglich dafür zuständig Will zu füttern, ihn mit Getränken zu versorgen und wenn sie sonst nichts zu tun hat, könnte sie ja auch ein bisschen den Haushalt schmeißen. Vor allem solle sie aber gute Laune und Lebensmut verspüen, da der mürrische, aber auch sehr gut aussehende Will allen Lebensmut verloren zu haben scheint.

Und an dieser Punkt fragt man sich dann warum die Stelle nur auf ein halbes Jahr beschränkt ist. Louisa bekommt nur durch einen Zufall heraus, das sie eigentlich nur eingestellt wurde, um Will neuen Lebensmut zu schenken und ihm zu zeigen wie toll das Leben auch als Tetraplegiker sein kann. Am Ende soll Will seine bereits geplanten Termin bei Dignatas absagen. Aus meiner Sicht eine unlösbare Aufgabe. Für Louisa die Herausforderung ihres Lebens, an der sie fast zerbricht.

Ich war ein bisschen überrascht, nun schon zum zweiten mal an ein Buch geraten zu sein, in dem eines der Kernthemen Sterbehilfe ist. Und die Frage nach dem Sinn des Lebens nochmal von einer ganz Anderen Seite beleuchtet wird. Ich bin auch nach diesem Buch immer noch der Meinung, das wenn ein Mensch den Wunsch hat sein Leben, über das nur er allein bestimmen sollte, beenden möchte, er auch alles Recht dazu hat. Doch kann ich jetzt vielleicht die, die allein zurückbleiben, etwas besser verstehen und warum sie so verzweifelt dagegen kämpfen.

Hach war das tragisch… Jetzt aber mal eine etwas nüchternere Betrachtungsweise dieser Lektüre.

  • Humor: Ja, in der Tat. Trotz ernster Thematik hat mich die Autorin einige Mal zum schmunzeln gebracht.
  • Fesselfaktor: 100%
  • L’amour: 200%
  • Fantasie: dieses Buch ist so prall gefüllt, mit der knallharten Realität, da ist kein Platz mehr für Fiktives.
  • Tiefgang: Ja natürlich. Ich glaube über ein solch schwieriges Thema kann man gar nicht schreiben, ohne der Erzählung einen gewissen Tiefgang zu verleihen. Man kommt schon sehr ins Grübeln. Sollte man auch mal.
  • Schreibstil: Dies ist mein erstes Buch das ich von Jojo Moyes gelesen habe und ihr Schreibstil gefällt mir ausgesprochen gut. Sie erzählt die Gesichte größten Teils aus der Sicht von Louisa. Doch es gibt immer wieder vereinzelte Kapitel, in denen andere Personen zu Wort kommen und der Leser noch einmal eine ganz andere Sicht auf die Geschehnisse bekommt. Raffiniert gemacht.
  • Cover / Titel: Ein Cover wie so viel und ein Titel, der erstmal nichts sagend ist. Hätte mir eine Kollegin das Buch nicht empfohlen, ich hätte es bestimmt nicht gelesen. Gut fand ich aber, wenn man erstmal angefangen hat zu lesen, bekommt man durch den Titel eine gewissen Vorahnung worum es wirklich geht.
  • Empfehlenswert: Sicher ja, Aber wirklich nur für Leute die gute Nerven haben und an der Thematik interessiert sind. Aber ich finde auch, das Sterbe Hilfe ein Thema ist, das uns alle mal treffen kann. Will’s Schicksal zeigt uns wie schnell es gehen kann.