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Was Katzen wirklich wollen

Was Katzen wirklich wollen

von Dr. Mircea Pfleiderer und Birgit Rödder

Eine Frage die ich mir bei der aktuellen Katzenproblematik schon so einige mal gestellt habe. Daher fand ich es mehr als passend, einmal hier diese Sachbuch über das erstaunliche und für viele schier unergründliche Tier Katze vorzustellen.

Letztes Jahr haben wir uns ganz bewusst für Jesse und Johann entschieden. Für mich die ersten Katzen in meinem Leben. Mein Mann hingegen ist mit Landwirtschaft aufgewachsen, in der es natürlich auch Katzen gab. Doch hatte ich das Gefühl, das auch sein Wissen über die samtweichen Taschentiger eher von Vorurteilen und Halbwissen geprägt war.
Wenn man eine ganz neue Tierart in seine Familie aufnimmt und eigentlich gar keine Ahnung hat was einem da plötzlich gegenüber steht, ist es aus meiner Sicht das mindeste sich mal zu informieren wie dieses Tier so tickt. Unsere Katzenpatentante hat mir ihre Ausgabe von „Was Katzen wirklich wollen“ geliehen und zu Weihnachten bekam ich dann mein eignes Exemplar von meinem Mann geschenkt, der inzwischen auch festgestellt hat, das Katzen doch viel mehr sind als nur Mäusejäger und ganz anders Ticken als Hunde. Ich habe diese Buch letztes Jahr in den Sommerferien schon einmal komplett durchgelesen.
Ich war angenehm überrascht wie fesselnd ein Sachbuch sein kann. Es werden Fragen angesprochen wie „Was ist eine Hauskatze, Das Wildtier in unsere Hauskatze, Der Rhythmus eines Katzenalltags, welche Katze passt zu mir oder auch sehr interessant, Wie Katzen sich mit ihresgleichen verständigen“ und vieles Mehr. Am Anfang eines jeden Kapitels gibt es eine kleine Geschichte über die Katzen der beiden Autorinnen, die das jeweilige Thema einleitet und somit dem Lesenden einen Augenblick Lernpause gönnen. Ebenfalls gut gefallen hat mir die bilderreiche Gestaltung des Buches, die anhand vieler Fotos und Grafiken anschaulich erklärt wie ein Katze denn nun ausschaut bevor sie dir mordlüstern ans Bein spring.
Viele Tips und Erklärungen zum Verhalten unserer kleinen Fellnasen und wie wir am besten mit ihnen Umgehen haben mir  in den ersten Wochen sehr geholfen zu verstehen was die zwei denn eigentlich von mir wollen. Ja, auch Katzen können reden. Man muss nur ihre Sprache verstehen. Und so ein fachkundiges Nachschlagewerk wie diese Hilft da schon enorm.

Auch bei der wirklich schwierigen Zusammenführung unseres altkaters Jesse und dem neuzugang Jello, habe ich versucht einiges über ihr Verhalten aus diesem Buch in Erfahrung zu bringen. Zum Beispiel, warum Jello sich immer so lautstark mitteilt. Was will er mir mit seinem ewigen Gejammere, das auch irgendwie ein bisschen niedlich klingt, mitteilen. Oder ist es vielleicht doch angeboren und er sabbelt halt einfach nur gern. Einige kleine Fragen konnten wir durch das Buch beantworten. Und hätten wir uns von Anfang an an die empfohlene Weise einer Zusammenführung, wie sie in diesem Buch beschrieben ist gehalten, so wär vielleicht auch alles gut gegangen. Aber auch das steht hier geschrieben. Wenn man nicht weiter kommt sollte man sich professionelle Hilfe holen und das haben wir dann auch getan.

Alles in allem ein wirklich sehr lehrreiche Sachbuch das durch seine netten kleinen Erzählungen das lesen leichter macht und für den Hausgebrauch und die Dinge des Alltags (die auch nicht zu unterschätzen sind) sehr lehrreich sein kann. Doch wenn es ans Eingemachte geht ist es sicherlich ratsam, wie in unserem Fall, eine Fachfrau um Hilfe zu bitten, und nicht gleich die Flinte ins Korn zu werfen.

Am Ende sein noch kurz erwähnt das mir besonders der geschichtliche Teil zur Entwicklung unsere Hauskatze gefallen hat. Es steckt in einer Katze eben doch noch viel mehr Wildtier als in einem Hund. Das kann man an einer Katze jetzt mögen oder nicht, aber es erklärt so einiges.

 

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Der Pfau

Der Pfau

von Isabel Bogdan

So ein nettes kleines Buch hab ich aber schon lange nicht mehr gelesen und ich muss gestehen, das ich am Ende fast ein bisschen traurig war, das es eben schon zu Ende war. Und es hat so schön in die Jahreszeit gepasst. Eine Komödie die in den eingeschneiten Highlands spielt, ist genau die richtige Medizin für diese miese Erkältung mit der ich mich die letzte Woche rumgequält habe.

Lord und Lady McIntosh leben sehr beschaulich auf ihrem Landsitz in den Schottischen Highlands zusammen mit ihren zwei Hunden, einer eigensinnigen Gans und eben einer Herde Pfauen, von denen einer ganz plötzlich etwas gegen die Farbe blau hat, insbesondere gegen blaue Autos. Das wär nicht weiter schlimm, da das Auto der Macintosh nicht blau ist und sie sonst auch keinen weiteren Bezug zu der Farbe blau haben. Wären da nicht eine Gruppe von Investmentbanker, die sich für ein Wochenende in den Westflügel der Macintosh, zwecks einer Teambuildingmaßnahme eingemietet hätten. Der Wagen der leicht überspannten Chefin ist blau und damit nimmt diese unterhaltsame Komödie in bester britischer Manier ihren Lauf.

Kurze Geschichte kurze Handlung, aber deswegen nicht weniger gut. Besonders gut hat mir gefallen, das die Geschichte immer mal aus einer anderen Perspektive erzählt wir und somit auch der etwas dösige Jagdhund der Chefin zu Wort kommt, den aber keiner nach seiner Meinung fragt. Hätten sie mal.

  • Humor: Wunderbar britischer Humor, der der mir ebenso gut schmeckt wie den Protagonisten am Ende das Geflügelcurry…
  • L’amour: Nein nein, wär hier auch fehl am Platz.
  • Phanatsie: Also für eine so verworrenen Geschichte brauchte die Autorin sicherlich einiges an Phantasie, aber durchaus nachvollziehbar.
  • Fesselfaktor: Ich habe jetzt schon von zwei Leuten gehört, die sagten: „ach ganz nett mal so zwischendurch“ aber ich konnte es ehrlich gesagt nicht weglegen. So unterschiedlich ist das manchmal.
  • Tiefgang: Ja, vielleicht ein bisschen. Alle beteiligten des Teambuildingseminars kommen an besagtem Wochenende jeder für sich an seine Grenzen und lernen auch ein Stück weit daraus. Wenn auch meist etwas anders, als im Sinne der mitgereisten Psychologin. Wer da was für sich mitnehmen möchte kann das ja gerne tun.
  • Schreibstil: Oh ja, ganz hervorragend. Ich könnte über den Schreibstil mindestens genauso schwärmen wie die Köchin über einen Pfauenbraten. Ups, jetzt aber bloß nicht zuviel verraten.
  • Couver / Titel: Na ja, der Titel sagt jetzt nicht so viel aus aber der Einband ist wirklich sehr schön gestaltet.
  • Empfehlenswert: Ich finde auf jeden Fall und weis auch schon so einige denen ich es Leihen werde. Schade das ich es der Mama nicht leihen kann. Von der hab ich es ja.

Übrigens schreibt die Autorin anscheinend auch einen recht unterhaltsamen Blog den ich gleich mal abonniert habe.

 

 

 

 

 

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Wunder kommen leise

Wunder kommen leise
Ein Adventskalender 

von Paula Roose

Anscheinend dreht sich dieses Jahr in der Guten Stube alles um den Adventskalender. Sicher, ich bin ein großer Freund der kleinen Überraschungen, des alltäglichen Rituals des Öffnens und einfach freuen, das jemand an mich gedacht hat. Wobei ich an dieser Stelle gestehen muss, das ich die beim lesen dieses Artikels  auch sehr schmunzeln musste. Das nur mal so am Rande.

Diesen zauberhaften Adventskalender habe ich von meinem Mann bekommen. Eine kleine Geschichte in 24 Kapiteln. Mit der Bitte jeden Abend beim Abendbrottisch das entsprechende Kapitel vorzulesen. Das ist eine wirklich schöne Vorweihnachtszeremonie und man hat jeden Tag einen Augenblick der Besinnlichkeit. Das sind die Dinge die mir an Weihnachten immer am besten gefallen (außer die Unmengen von Geschenken natürlich) die kleinen Rituale, die jedes Jahr dazu gehören. Und jetzt gehört für dieses Jahr halt das allabendliche Vorlesen dazu.

Die Kapitel sind nur 1 bis 2 Seiten lang und haben somit die ideale Abendbrot länge. Über die Geschichte Kann ich noch nicht viel sagen, da ich ja erst … Kapitel gelesen habe. So kann ich an dieser Stelle nur die Inhaltsbeschreibung Rezitieren.

„An einem nasskalten Abend in der Adventszeit nimmt der gescheiterte Geschäftsmann Johannes Bublitz den obdachlosen Rudi mit zu sich nach Hause und bewahrt ihn so vor dem Erfrieren. Dieser bedankt sich mit einem vergoldeten Schließfachschlüssen. Johannes macht sich auf, das Geheimnis des Schlüssels zu lüften. Was als kleines Abenteuer beginnt, wird zu einer reise in seine Vergangenheit und öffnet ein Fenster in eine bessere Zukunft.“

Na das klingt doch spannend.

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Das Haus der Schwestern

Das Haus der Schwestern

von Charlotte Link

Jetzt schreibe ich hier schon seit fast zwei Jahren jeden Monat eine Buchbesprechung und muss heute mit Erschrecken feststellen, das ich noch über kein einziges Buch von Charlotte Link berichtet habe. Dabei habe ich schon so einige von Ihr gelesen. Aber anscheinend nicht in der letzten Zeit. Umso begeisterter war ich als mir diese ziemlich zerlesene Taschenbuchausgaben von 1999 über den Weg lief. Endlich mal wieder ein richtig schöner Link-Roman in den man sich fallen lassen kann wie in Omas dickes Federbett. Genau das richtige für die kalte Herbstzeit.

Die Geschichte handelt zunächst von einem deutschen Ehepaar, das ein Paradebeispiel für die Spezies „doubel income no Kids“ sind. Bei Babara und Ralf hängt der Haussegen schon lange schief. Sie wollen über die Weihnachtsfeiertage nach England in ein kleines Cottage in den Hochmooren von Yorkshire fahren und schauen, was noch zu retten ist von ihrer Ehe. Doch sie haben ihre Pläne, die sonst immer so gut funktionieren, ohne den Winter in  North York gemacht. Nach kurzer Zeit schneien sie ein und sind von der Außenwelt abgeschnitten, allein in ihrem Cottage ohne Strohm, Telefon und Heizung. Auf der Suche nach allem was man zum Wärmen verfeuern kann, findet Barbara zufällig die lang vermissten Memoiren der Frances Gray. Sie war einst Besitzerin des Cottage und eine der Schwestern nach denen es benannt wurde. An diesem Punkt wird aus der, bis hierher etwas schnöden Erzählung, eine Geschichte in einer Geschichte, die im Juni 1907 ihren Anfang nahm. Und ab hier wird’s auch richtig gut.

Im Prinzip wird hier die Lebensgeschichte einer durchsetzungs- und willensstarken Frau erzählt, die in einer Zeit lebt, in der man als Frau seinen vorgezeichneten Weg zu gehen hat, und eben genau das nicht gehen will und es auch nicht tut. Vom Kampf mit den Suffragetten über die schrecken des Ersten Weltkriegs bis weiter zum zweiten und letztendlich noch ein Familiendrama ist alles dabei was das Leben im letzten Jahrhundert in England geprägt hat. „England, das so lange zufrieden und träge im Zenit seiner imperialen Macht, seiner geordneten Verhältnisse, seiner scheinbar unangreifbaren gesellschaftlichen Struktur verharrt hat, schwankt nun in seinen Grundfesten. Eine alte Zeit, in der viele Regeln, Gesetze und Traditionen längst ihr Verfallsdatum überschritten haben, stürzte mit Donnergetöse in sich zusammen und war unwiderruflich dahin.“

Leider wir die Geschichte Um Frances, ihre Familie und Wegbegleiter immer wieder unterbrochen. An diesen Stellen wird der verzweifelte Kampf von Barbara und Ralf gegen die Kälte und den Hunger geschildert, die nun in dem selben Haus festsitzen in dem Francis den größten Teil Ihres Lebens verbracht hat. Zum End der zwei Erzählstränge webt die Autorin diese geschickt zu einer Geschichte und gestaltet somit eine spannendes Ende. Aber das war bei einem Link-Roma zu erwarten.

  • Humor: Also sehr lustig war weder das Leben der Frances Gray, noch die Beziehungsprobleme der beiden Yuppies
  • L’amour: Natürlich darf in einer Geschichte die in England in einer Zeit um die beiden großen Weltkriege spielt eine bisschen Herzschmerz nicht fehlen.
  • Fantasie: erste Weltkrieg, zweite Weltkrieg… knallharte Realität, die sich aus der Ferne aber gut liest. Fast so wie wenn es draußen kalt und ungemütlich ist und man selber drinnen am warmen Ofen sitze. Wahrscheinlich passt diese Buch deswegen so gut in den Herbst.
  • Fesselfaktor: Sehr zweigeteilt. Wäre es ausschließlich über die Länge von 599 Seiten um die Eheprobleme von Barbara und Ralf gegangen, so hätte ich das Buch bestimmt nach den ersten 100 Seiten in die Ecke gepfeffert. Aber die Erzählung um Frances und John, Victoria und Laura und all die anderen, aus einer Zeit, lange vor unserer, geht einem richtig unter die Haut.
  • Tiefgang: Ein wenig schon. Es wird sehr eindringlich geschildert, was die Schrecken des Krieges aus den Menschen machten: „Wen der Krieg einmal in seinen Klauen hatte, an dem riss und zerrte er, lud seinem Gedächtnis Bilder unfassbaren Grauens auf, nahm ihm Gesundheit, Ruhe und Lebensfreude und warf ihn dann in eine Ecke, wo er zusehen musste, wie er wieder auf die Beine kam.
  • Schreibstil: Guter solider Schreibstil, der immer wieder mit einigen besonders schönen und bilderreichen Formulierungen glänzt.
  • Cover/Titel „Das Haus der Schwestern“ klingt etwas düster und lässt verborgene Geheimnisse vermuten. Das trifft den Kern der Geschichte schon sehr gut auf den Punkt. Von dem etwas verstaubt wirkenden Cover darf man sich nicht abschrecken lassen. Es ist halt auch eine alte Geschichte. Dazu passt es sehr gut.
  • Empfehlenswert: Sicherlich nicht für jeden was. Aber wer eine bilderreiche Sprache, das Leben in England im letzten Jahrhundert und eine dunkles Familiengeheimniss mag, dem würde ich diese typische Link-Erzählung wärmstens ans Herz legen.

 

 

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Die Kunst ein kreatives Leben zu führen

Die Kunst ein kreatives Leben zu führen
Anregung zur Achtsamkeit

Von Frank Berzbach

Als ich dieses Buch das erste mal gesehen habe, hätte ich nicht gedacht, das ich es wirklich lesen würde. Ich habe es als Dekoration auf einem Messestadt gesehen und ich fand es so schön. Mit seinem schlichten grauen Einband aus rauem Papier und der edlen Kupferprägung, die in einem spannenden Kontrast zu einander stehen, ein echter Hingucker. Das ist bei mir wie bei den Elstern. Etwas so schönes muss ich haben. O.K. Der Titel klingt jetzt auch nicht ganz unspannend, Aber bestimmt son trockenes Sachbuch das einem vorschreibt wo rechts und wo links ist. Egal, es ist hübsch und ich muss es haben. Nur leider ist es mit 29,80€ auch nicht ganz günstig. Also ab auf meinen Amazon-Wunschzettel (Der Link ist für alle, die mir noch etwas schenken möchten. Bin ja auch noch krank.).
Als ich dann letzten Monat im Krankenhaus war wollte mein liebster Bruder mir etwas gutes tun und hat ein bisschen auf besagtem Wunschzettel gestöbert. Er wurde fündig und ich Besitzerin diese Buches. Ich habe mich riesig gefreut. Krankengeschenke sind glaube ich die besten Geschenke. Sie haben soviel Mehrwert, weil sie zusätzlich zu ihrem eigentlichen Sinn auch noch so schön trösten. Und wenn man ein so tolles Krankengeschenk bekommt, dann muss man es auch lesen. Das war mein Glück. Denn so bin ich, zu einer Zeit in der ich viel Ruhe hatte, die braucht man für diese ganz besondere Buch, in den Genuss gekommen diese wirklich ansprechende und alles andere als trockene Sachbuch zu lesen.
Ich habe es so sehr genossen und mit soviel Muße gelesen, das ich mir nicht mal Notizen gemacht habe und somit hier auch nichts zitieren kann. Mal schau ob ich es noch zusammen kriege.

Auf den ersten Seiten findet der Leser ein sehr fein geschriebenes Vorwort des Verlags. Hier wird beschrieben wie ungewöhnlich die Entstehung dieses Buches war. Kein Abgabetermin, keine Weihnachtsgeschäft, keine Vorabauszug, keine Messe und kein Titel sollte das schaffen des Autors unter Druck setzen. Beim Lesen dieser ersten Zeilen ist man als Leser schon so auf Stressfrei eingestellt, das man neugierig wird wie es weiter geht. Was hält dieses Buch für tolle Tips für mich bereit, die mich Achtsamkeit lehren. Was ist das überhaupt, Achtsam? Diesem Themen und noch viele mehr wie „Kreativität ist eine stille Angelegenheit“, „Unzufrieden mit sich und der Welt“ oder „Frieden in einer Teeschale – Die Wirkung einer Schale Tee“ werden von Frank Berzbach mit einer Ruhe und Selbstverständlichkeit behandelt, das man als Leser ganz ruhig wir und runter fährt. Man lernt Achtsamkeit durchs lesen allein.

Gut gefallen hat mir auch, das der Autor immer wieder auf andere Werke kluger Köpfe verweist, so das man viel Anregungen bekommt, sich noch weiter mit diesem Thema, oder Art-Verwanten Themen zu beschäftigen. Man lernt ja schließlich nie aus.

Also, für alle die ein bisschen weniger Ballast in ihrem Kopf haben möchten, kann ich diese Buch nur empfehlen. Aber ihr braucht bestimmt nicht drauf warten das ich es mal in den Bücher-Bollerwagen lege. Das müsst ihr euch dann schon selber kaufen, oder eben schenken lassen.

 

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Nähen, so einfach geht’s

Nähen, so einfach geht’s

Von Andrea Müller

Wenn ich mal so durch meine ganzen Buchbesprechungen blättere, fällt mir auf das ich schon seit über einem Jahr kein „Sachbuch“ mehr vorgestellt habe. Und dabei habe ich mir letztes Jahr eine ganze Menge Sachbücher angeschafft.
Unter anderem auch das kleine Standardwerk Nähen, so einfach geht’s aus der GU Serie. Ich hatte mir vor zwei Jahren schon Häkeln, so einfach geht’s gekauft um meine Grundkenntnisse ein wenig aufzufrischen und fand es wirklich sehr Lehrreich. Dieses Jahr habe ich nun mit dem Nähen angefangen und da dachte ich mir, als kleines Nachschlagewerk bestimmt nicht verkehrt.
Und ich wurde auch nicht enttäuscht. Es werden sämtliche Grundkenntnisse wie Zickzacknaht, gerade Steppnaht, einfacher Saum, doppelter Saum, Applizieren oder Reisverschluss einnähen behandelt. Eben alles was man für den Hausgebrauch benötigt.

Das kleine Büchlein ist wie alle Bücher dieser Serie um die 60 Seiten stark.  Es werden alle Themen nur kurz angerissen und mit Zeichnungen und Bildern erklärt. Man sollte also wenigstens in Grundzügen schon nähen können. Dieses kleine Heft ist mehr so eine Art Helferlein oder Gedankenstütze. „Hach wie ging das mit dem Ecken nähen doch noch gleich… Mal schnell nachschlagen“.
Außerdem sind viel schöne Anleitung in dem Buch, die man dann nach nähen kann und auch gleich noch etwas lernt. Vor allem die Kissen gefallen mir sehr gut (wen wundert’s). Und hier habe ich mir auch diereckt nachgelesen wie man eine Paspel einnäht. Das brauchte ich nämlich für meine Katzenkissen, das ich euch dann nächste Woche zeigen möchte.

Alles in allem ein sehr schönes Heftchen aus einer sehr schönen Serie die einem das Handarbeiten versüßt und Lust auf größere Projekte macht. Nächstes Jahr kaufe ich mir dann Stricken, so einfach geht’s.

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Westfälische Affären

Westfälische Affären

Ein Kriminalroman von Katharina Gerwens

Ein netter kleiner Happen für zwischendurch. Mit seiner 330 Seiten starken Kriminalgeschichte erinnert mich dieser kleine Schmöcker an die Nordseekrimmis von Hannes Nygaard. Nur das es hier eben um waschechte Westfalen geht und ich bei der Beschreibung des einen oder anderen Charakters schon sehr schmunzeln musste. Aber das ist es ja, was ich an den Westfalen so mag. Sie sind dickköpfig, lästern gerne über die Nachbarn und umgeben sich immer mit einem leichten Hauch von Arroganz.

Die Geschichte ist nicht allzu groß und leicht überschaubar. Der neue Sparkassendirektor der verschlafenen Örtchens Kalverode wird von seiner Putzfrau tot aufgefunden. Schnell wird klar, es handelt sich hier um Mord und schon steht der illustre Polizeiapparat der Kalveroder Dienstelle voll unter Strom. Und das bei 35Grad im Schatten. Nach kurzen wühlen in der Vergangenheit des Verstorbenen wird deutlich das er ein regelrechter Schürzenjäger war, der für beinahe jeden Tag der Woche eine Frau hatte. Wär mir ja zu stressig. Als dann noch die totkranke Witwe auf der Bildflächer erscheint wird es kurz mal etwas wuselig bei so vielen Weibern.
Eine skurrile Puppenbeerdigung rundet das ganze aber wieder ab. So ist halt für jeden etwas dabei.
Im Großen und ganzen kein Buch das mich tief bewegt hat. Aber das muss es auch gar nicht. Ich finde es auch mal ganz schön zwischendurch ein Buch für zwischendurch zu lesen.

  • Humor: Wer sich über die Eigenarten der Westfalen amüsieren kann, kommt auf jeden Fall auf seine Kosten.
  • L’amour: Nicht wirklich. Auch wenn der verstorbene durch seinen Abgang so einige Herzen gebrochen hat. Doch mit solchen Hühnern habe ich nur wenig Mitleid.
  • Fantasie: Zwar eine sehr verrückte Geschichte mit den ganzen geliebten, aber möglich ist alles.
  • Fesselfaktor: Vielleicht ein bisschen. Aber auf keinen Fall soviel, das man das Buch nicht aus der Hand legen könnte. Ist auch mal ganz angenehm.
  • Tiefgang: Auf eine angenehme Art und Weise nein.
  • Schreibstil: Ähnlich wie bei Hannes Nygaard, sehr eingängig und leicht zu lesen.
  • Cover / Titel: Ich weis zwar nicht, was das Cover mit der Geschickte zu tun haben soll, aber der Titel past. Vielleicht sollen die Pferde ja sinnbildlich für die Weiber stehen, die sich das Opfer „gehalten“ hat. Wer weis…
  • Empfehlenswert: Wer ein nettes kurzweiliges Lesevergnügen sucht, dem kann ich die Westfälischen Affären auf jeden Fall empfehlen.
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Die Seiten der Welt

Die Seiten der Welt

Von Kai Meyer

Wie letzte Woche ja schon angekündigt ist dies nun meine erste Buchbesprechung nach dem neuen Leitfaden und ich bin jetzt und hier beim Schreiben schon sehr gespannt, ob es funktioniert.

Zu erst aber eine kurze Zusammenfassung der Handlung.
Furie wird bald eine Bibliomantin sein. Sie wartet nur noch das ihr Seelenbuch sie findet. Solange hilft sie ihrem Vater, Tiberius Farfax dabei die „Leeren Bücher“ zu finden und mit Hilfe der „schwarzen Tinte“ zu zerstören, um zu verhindern das die „Entscheibung“ eingeleitet wird.  Soweit alles klar?
Beim lesen dieser außerordentlich fantasiereichen Geschichte muss man sich drauf einstellen, das man alle paar Meter über irgendetwas stolpert, das definitiv nicht von dieser Welt ist. Aber keine Angst. Kai Meyer holt den Leser zu jeder Zeit ab und bettet jede Erklärung gefühlvoll in den Kontext ein.
So fantasiereich diese Geschichte auch ist, drängt sich mir doch der Verdacht auf, das Herr Meyer sich die Schnabel Bücher aus der „Stadt der Träumenden Bücher“ geliehen hat. Ebenso so wie die Exlibri Wesen sind, die hier aus den Büchern fallen und bei Tintenherz herausgelesen werden. Und wenn sich unser Helden jetzt nicht in einem Unsichtbaren Refugium, nur sichtbar für Bibliomanten, aufgehalten hätten, sondern am Bahngleis 9 ¾ zusammen mit Harry Potter, hätte mich das auch nicht gewundert. Aber all das verzeihen wir gerne, weil man sich über viel neu Ideen freuen und wundern kann. Wer hat je von einem sprechenden Sessel und einer laufenden Leselampe gehört. Ach Moment mal, war das nicht bei „die Schöne und das Biest…?

  • Humor: Nein, kann ich jetzt nicht behaupten. Die Geschichte ist zwar nicht gerade bierernst, aber an einen richtigen Brüller kann ich mich jetzt nicht erinnern.
  • Fesselfaktor: Auf jeden Fall. Aber von einer Kai Meyer Trilogie habe ich das auch erwartet. Das Buch ist durchweg spannend erzählt und es passiert eigentlich immer irgendwo irgendwas.
  • L’amour: en petit peut… Es gibt eine winzig kleine Leibesgeschichte zwischen Cat und Finian, den Freunden von Furia, die die Erzählung angenehm würzt, aber nicht zu aufdringlich ist. Bin mal gespannt wie es im zweiten Teil mit den beiden weiter geht.
  • Fantasie: Oh ja! So fantasiereich und fiktiv, das es mir schon fast zuviel ist. Immer wenn unsere Helden in Schwierigkeiten geraten, habe sie plötzlich irgendeine, dem Leser völlig unbekannte Fähigkeit und schon sind sie wieder raus aus der Patsche. Alles ein bisschen zu Unvorhersehbar.
  • Tiefgang: Nicht so wirklich. Ist aber auch nicht weiter schlimm. Da ich mit soviel fiktivem Kram abgelenkt wurde, habe ich nichts vermisst.
  • Schreibstil: Wie schon beim Aspekt „Fesselfaktor“ habe ich auch bei diesem Punkt, von einem Kai Meyer Roman nichts anderes erwartet. Wie immer sehr eingängig und gut verständlich geschrieben. Aber nie salopp oder umgangssprachlich.
  • Cover / Titel: „Die Seiten der Welt“ Nicht gerade sehr aussagekräftig, versprechen aber schon eine große Geschichte. Ebenso wie der aufwendig gestaltete Einband, gehalten in schwarz und Gold mit schöner Prägung. Sehr angesagte Kombination. Und ja, ich wurde nicht enttäuscht.
  • Empfehlenswert: Auf jeden Fall. Ich habe das Buch selber von einem Kollegen empfohlen bekommen und würde es jedem weiter empfehlen, der weis was einem beider der Lektüre eines Kai Meyer Romans alles begegnen kann.


				
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Roter Faden der Buchbesprechung.

Leitfaden der Buchbesprechung

Mit dem Start des Bücher-Bollerwagens am ersten Mai steht dieser Monat jetzt ganz automatisch für mich im Zeichen des gedruckten Wortes. Also wollte ich bei der Gelegenheit auch gleich meine Buchbesprechungen etwas in Form bringen.
Was dabei rausgekommen ist, habe ich mal in einem kleinen Text und Acht Stickpunkten, die ihr sowohl unten wie auch auf dieser Seite nachlesen könnt.

Oft fällt es mir schwer die richtigen Worte zu finden, um ein Buch angemessen zu beschreiben. Ab und an möchte ein Leser nur eine kurze Übersicht zum Inhalt des vorgestellten Buchs. Und manchmal brauche ich auch beim schreiben einer Rezension so etwas wie einige Eckpfeiler an denen ich mich orientieren kann, um nicht von „Höcksken auf Stöcksken“ zu kommen.
In Zukunft möchte ich meine Buchbesprechungen in die unten stehenden Punkte gliedern um es so für euch und auch für mich einfacher zu machen.
Es sind Punkte, die mir bei der Auswahl eines Buches immer sehr wichtig sind. Ich denke mit einer kurzen Anmerkung zu jedem Stichwort kann man sich einen schnellen Überblick über die Qualität eines Buches verschaffen, die bekanntlich ja für jeden einen anderen Schwerpunkt hat.

  • Humor: Kann entweder gut würzen, oder aber auch eine Geschichte erschlagen und ins lächerliche ziehen.
  • Fesselfaktor: Eine gut erzählte Geschichte kann seinen Leser auch ohne viel Aktionsgetuhe an sich fessel.
  • L’amour: Darf eigentlich auch nicht zu kurz kommen. Aber kitschig darf es auch nicht sein.
  • Fantasie: Es gibt ja genügend Leser die von fiktionalen Welten lieber Abstand nehmen. Die muss man ja warnen
  • Tiefgang: Meint die Dinge die zwischen den Zeilen stehen und die für mich ein gutes Buch ausmachen.
  • Schreibstil: Was für den einen leicht zu lesen ist, ist für den nächsten vielleicht sehr schwierig zu verstehen. Manch ein Schreibstil ist so eingängig, das man so nebenbei lesen kann. Bei einem anderen muss man schon all seine Konzentration aufbringen und den ein oder anderen Satz sogar zweimal lesen. Vielleicht der Subjektivste aller Punkte, aber bestimmt nicht unwichtig.
  • Empfehlenswert: Die meisten und vor allem auch die besten Bücher habe ich auf Grund von Empfehlungen gelesen.
  • Cover / Titel: Wenn ich mir im Buchladen ein Buch aussuche, ohne weitere Empfehlung, sind das Cover und der Titel zwei nicht unerhebliche Faktoren für einen Kaufentscheid. Die Frage ist, kann die Geschichte die Erwartungen erfüllen, die das Cover weckt und der Titel verspricht.

Wenn ihr in meiner Auflistung noch einen Aspekt vermisst, oder euch eine andere Anmerkung wünscht, bin ich für Kritik und Anregungen natürlich wie immer offen.

 

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Silber – Das dritte Buch der Träume

Silber – Das dritte Buch der Träume

von Kerstin Gier

Das ist schon immer das blöde an diesen Trilogien. Meistens dauert es ein Jahr, bist der nächste Band rauskommt und man hat mittlerweile schon wieder vergessen um was es geht. Das ist ja das schöne am regelmäßigen bloggen, man kann dann zurückblättern und nachlesen was bis dahin im ersten und zweiten Band geschah. Oder wie Mama immer sagt: „Warte bis alle drei Teile draußen sind und erst dann anfangen zu lesen“ Aber bitte, wer hat denn so viel Geduld? Ich jeden Fall’s nicht.

Der nun dritte und letzte Band der Traumtrilogie ist wie auch die ersten beiden Bände schon, ein locker leichtes Lesevergnügen für alle Fan’s von Teeny-Fantasy-Romanen. Ich fand’s super!
Die Geschichte um Liv, Henry, Mia, Grayson und all die anderen geht eigentlich genau so weiter, wie sie in Band zwei geendet hat, nur mit dem Unterschied, das die Zügel etwas angezogen werden. Mittlerweile geht es um die Gefahr der Gedankenmanipulation und die Angst vorm ersten mal… Wobei das eine mit dem anderen nichts zu tun hat. Das wäre dann doch eine Spur zu heftig für einen Teeny-Roman. So bleibt Frau Gier immer schön brav in skandalfreien Gewässern und baut doch auf ihre ganz eigene Art einen Spannungsbogen auf, der es einem sehr schwer macht das Buch aus der Hand zu legen. Aber es ist auch ein recht kurzweiliges Vergnügen. In der gebundenen Ausgabe ist diese Buch zwar stattliche 464 Seiten stark, doch entweder ist die Schrift sehr groß gedruckt, oder ich lese schneller. Für dieses spannende Finale mit Showdown habe ich nur drei Tage gebraucht. Für mich ist das schon sehr sportlich.

Besonders gut hat mir übrigens der Tittletattleblog gefallen. In der Geschichte eine art Tratsch-Blog über den Schulalltag. Geschieben von einer gewissen „Secrecy“, die ihren Lesern und Opfern immer eine Schritt voraus war und deren Identität nur eine auf die Schliche kam. Im waren Leben gibt es diesen Blog aber wirklich. Wenn er auch leider mit der Veröffentlichung des letzten Bandes, seinen ebenfalls letzten Eintrag hatte.
So hat halt jede Geschichte dann doch ihr Ende.

Und da ich endlich mal eine Linzparty für Buchvorstellungen gefunden habe, verlinken ich diesen Artikel direkt mal mit niwibo’s Buch-Rezensionen.