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Nähen, so einfach geht’s

Nähen, so einfach geht’s

Von Andrea Müller

Wenn ich mal so durch meine ganzen Buchbesprechungen blättere, fällt mir auf das ich schon seit über einem Jahr kein „Sachbuch“ mehr vorgestellt habe. Und dabei habe ich mir letztes Jahr eine ganze Menge Sachbücher angeschafft.
Unter anderem auch das kleine Standardwerk Nähen, so einfach geht’s aus der GU Serie. Ich hatte mir vor zwei Jahren schon Häkeln, so einfach geht’s gekauft um meine Grundkenntnisse ein wenig aufzufrischen und fand es wirklich sehr Lehrreich. Dieses Jahr habe ich nun mit dem Nähen angefangen und da dachte ich mir, als kleines Nachschlagewerk bestimmt nicht verkehrt.
Und ich wurde auch nicht enttäuscht. Es werden sämtliche Grundkenntnisse wie Zickzacknaht, gerade Steppnaht, einfacher Saum, doppelter Saum, Applizieren oder Reisverschluss einnähen behandelt. Eben alles was man für den Hausgebrauch benötigt.

Das kleine Büchlein ist wie alle Bücher dieser Serie um die 60 Seiten stark.  Es werden alle Themen nur kurz angerissen und mit Zeichnungen und Bildern erklärt. Man sollte also wenigstens in Grundzügen schon nähen können. Dieses kleine Heft ist mehr so eine Art Helferlein oder Gedankenstütze. „Hach wie ging das mit dem Ecken nähen doch noch gleich… Mal schnell nachschlagen“.
Außerdem sind viel schöne Anleitung in dem Buch, die man dann nach nähen kann und auch gleich noch etwas lernt. Vor allem die Kissen gefallen mir sehr gut (wen wundert’s). Und hier habe ich mir auch diereckt nachgelesen wie man eine Paspel einnäht. Das brauchte ich nämlich für meine Katzenkissen, das ich euch dann nächste Woche zeigen möchte.

Alles in allem ein sehr schönes Heftchen aus einer sehr schönen Serie die einem das Handarbeiten versüßt und Lust auf größere Projekte macht. Nächstes Jahr kaufe ich mir dann Stricken, so einfach geht’s.

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Westfälische Affären

Westfälische Affären

Ein Kriminalroman von Katharina Gerwens

Ein netter kleiner Happen für zwischendurch. Mit seiner 330 Seiten starken Kriminalgeschichte erinnert mich dieser kleine Schmöcker an die Nordseekrimmis von Hannes Nygaard. Nur das es hier eben um waschechte Westfalen geht und ich bei der Beschreibung des einen oder anderen Charakters schon sehr schmunzeln musste. Aber das ist es ja, was ich an den Westfalen so mag. Sie sind dickköpfig, lästern gerne über die Nachbarn und umgeben sich immer mit einem leichten Hauch von Arroganz.

Die Geschichte ist nicht allzu groß und leicht überschaubar. Der neue Sparkassendirektor der verschlafenen Örtchens Kalverode wird von seiner Putzfrau tot aufgefunden. Schnell wird klar, es handelt sich hier um Mord und schon steht der illustre Polizeiapparat der Kalveroder Dienstelle voll unter Strom. Und das bei 35Grad im Schatten. Nach kurzen wühlen in der Vergangenheit des Verstorbenen wird deutlich das er ein regelrechter Schürzenjäger war, der für beinahe jeden Tag der Woche eine Frau hatte. Wär mir ja zu stressig. Als dann noch die totkranke Witwe auf der Bildflächer erscheint wird es kurz mal etwas wuselig bei so vielen Weibern.
Eine skurrile Puppenbeerdigung rundet das ganze aber wieder ab. So ist halt für jeden etwas dabei.
Im Großen und ganzen kein Buch das mich tief bewegt hat. Aber das muss es auch gar nicht. Ich finde es auch mal ganz schön zwischendurch ein Buch für zwischendurch zu lesen.

  • Humor: Wer sich über die Eigenarten der Westfalen amüsieren kann, kommt auf jeden Fall auf seine Kosten.
  • L’amour: Nicht wirklich. Auch wenn der verstorbene durch seinen Abgang so einige Herzen gebrochen hat. Doch mit solchen Hühnern habe ich nur wenig Mitleid.
  • Fantasie: Zwar eine sehr verrückte Geschichte mit den ganzen geliebten, aber möglich ist alles.
  • Fesselfaktor: Vielleicht ein bisschen. Aber auf keinen Fall soviel, das man das Buch nicht aus der Hand legen könnte. Ist auch mal ganz angenehm.
  • Tiefgang: Auf eine angenehme Art und Weise nein.
  • Schreibstil: Ähnlich wie bei Hannes Nygaard, sehr eingängig und leicht zu lesen.
  • Cover / Titel: Ich weis zwar nicht, was das Cover mit der Geschickte zu tun haben soll, aber der Titel past. Vielleicht sollen die Pferde ja sinnbildlich für die Weiber stehen, die sich das Opfer „gehalten“ hat. Wer weis…
  • Empfehlenswert: Wer ein nettes kurzweiliges Lesevergnügen sucht, dem kann ich die Westfälischen Affären auf jeden Fall empfehlen.
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Die Seiten der Welt

Die Seiten der Welt

Von Kai Meyer

Wie letzte Woche ja schon angekündigt ist dies nun meine erste Buchbesprechung nach dem neuen Leitfaden und ich bin jetzt und hier beim Schreiben schon sehr gespannt, ob es funktioniert.

Zu erst aber eine kurze Zusammenfassung der Handlung.
Furie wird bald eine Bibliomantin sein. Sie wartet nur noch das ihr Seelenbuch sie findet. Solange hilft sie ihrem Vater, Tiberius Farfax dabei die „Leeren Bücher“ zu finden und mit Hilfe der „schwarzen Tinte“ zu zerstören, um zu verhindern das die „Entscheibung“ eingeleitet wird.  Soweit alles klar?
Beim lesen dieser außerordentlich fantasiereichen Geschichte muss man sich drauf einstellen, das man alle paar Meter über irgendetwas stolpert, das definitiv nicht von dieser Welt ist. Aber keine Angst. Kai Meyer holt den Leser zu jeder Zeit ab und bettet jede Erklärung gefühlvoll in den Kontext ein.
So fantasiereich diese Geschichte auch ist, drängt sich mir doch der Verdacht auf, das Herr Meyer sich die Schnabel Bücher aus der „Stadt der Träumenden Bücher“ geliehen hat. Ebenso so wie die Exlibri Wesen sind, die hier aus den Büchern fallen und bei Tintenherz herausgelesen werden. Und wenn sich unser Helden jetzt nicht in einem Unsichtbaren Refugium, nur sichtbar für Bibliomanten, aufgehalten hätten, sondern am Bahngleis 9 ¾ zusammen mit Harry Potter, hätte mich das auch nicht gewundert. Aber all das verzeihen wir gerne, weil man sich über viel neu Ideen freuen und wundern kann. Wer hat je von einem sprechenden Sessel und einer laufenden Leselampe gehört. Ach Moment mal, war das nicht bei „die Schöne und das Biest…?

  • Humor: Nein, kann ich jetzt nicht behaupten. Die Geschichte ist zwar nicht gerade bierernst, aber an einen richtigen Brüller kann ich mich jetzt nicht erinnern.
  • Fesselfaktor: Auf jeden Fall. Aber von einer Kai Meyer Trilogie habe ich das auch erwartet. Das Buch ist durchweg spannend erzählt und es passiert eigentlich immer irgendwo irgendwas.
  • L’amour: en petit peut… Es gibt eine winzig kleine Leibesgeschichte zwischen Cat und Finian, den Freunden von Furia, die die Erzählung angenehm würzt, aber nicht zu aufdringlich ist. Bin mal gespannt wie es im zweiten Teil mit den beiden weiter geht.
  • Fantasie: Oh ja! So fantasiereich und fiktiv, das es mir schon fast zuviel ist. Immer wenn unsere Helden in Schwierigkeiten geraten, habe sie plötzlich irgendeine, dem Leser völlig unbekannte Fähigkeit und schon sind sie wieder raus aus der Patsche. Alles ein bisschen zu Unvorhersehbar.
  • Tiefgang: Nicht so wirklich. Ist aber auch nicht weiter schlimm. Da ich mit soviel fiktivem Kram abgelenkt wurde, habe ich nichts vermisst.
  • Schreibstil: Wie schon beim Aspekt „Fesselfaktor“ habe ich auch bei diesem Punkt, von einem Kai Meyer Roman nichts anderes erwartet. Wie immer sehr eingängig und gut verständlich geschrieben. Aber nie salopp oder umgangssprachlich.
  • Cover / Titel: „Die Seiten der Welt“ Nicht gerade sehr aussagekräftig, versprechen aber schon eine große Geschichte. Ebenso wie der aufwendig gestaltete Einband, gehalten in schwarz und Gold mit schöner Prägung. Sehr angesagte Kombination. Und ja, ich wurde nicht enttäuscht.
  • Empfehlenswert: Auf jeden Fall. Ich habe das Buch selber von einem Kollegen empfohlen bekommen und würde es jedem weiter empfehlen, der weis was einem beider der Lektüre eines Kai Meyer Romans alles begegnen kann.


				
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Roter Faden der Buchbesprechung.

Leitfaden der Buchbesprechung

Mit dem Start des Bücher-Bollerwagens am ersten Mai steht dieser Monat jetzt ganz automatisch für mich im Zeichen des gedruckten Wortes. Also wollte ich bei der Gelegenheit auch gleich meine Buchbesprechungen etwas in Form bringen.
Was dabei rausgekommen ist, habe ich mal in einem kleinen Text und Acht Stickpunkten, die ihr sowohl unten wie auch auf dieser Seite nachlesen könnt.

Oft fällt es mir schwer die richtigen Worte zu finden, um ein Buch angemessen zu beschreiben. Ab und an möchte ein Leser nur eine kurze Übersicht zum Inhalt des vorgestellten Buchs. Und manchmal brauche ich auch beim schreiben einer Rezension so etwas wie einige Eckpfeiler an denen ich mich orientieren kann, um nicht von „Höcksken auf Stöcksken“ zu kommen.
In Zukunft möchte ich meine Buchbesprechungen in die unten stehenden Punkte gliedern um es so für euch und auch für mich einfacher zu machen.
Es sind Punkte, die mir bei der Auswahl eines Buches immer sehr wichtig sind. Ich denke mit einer kurzen Anmerkung zu jedem Stichwort kann man sich einen schnellen Überblick über die Qualität eines Buches verschaffen, die bekanntlich ja für jeden einen anderen Schwerpunkt hat.

  • Humor: Kann entweder gut würzen, oder aber auch eine Geschichte erschlagen und ins lächerliche ziehen.
  • Fesselfaktor: Eine gut erzählte Geschichte kann seinen Leser auch ohne viel Aktionsgetuhe an sich fessel.
  • L’amour: Darf eigentlich auch nicht zu kurz kommen. Aber kitschig darf es auch nicht sein.
  • Fantasie: Es gibt ja genügend Leser die von fiktionalen Welten lieber Abstand nehmen. Die muss man ja warnen
  • Tiefgang: Meint die Dinge die zwischen den Zeilen stehen und die für mich ein gutes Buch ausmachen.
  • Schreibstil: Was für den einen leicht zu lesen ist, ist für den nächsten vielleicht sehr schwierig zu verstehen. Manch ein Schreibstil ist so eingängig, das man so nebenbei lesen kann. Bei einem anderen muss man schon all seine Konzentration aufbringen und den ein oder anderen Satz sogar zweimal lesen. Vielleicht der Subjektivste aller Punkte, aber bestimmt nicht unwichtig.
  • Empfehlenswert: Die meisten und vor allem auch die besten Bücher habe ich auf Grund von Empfehlungen gelesen.
  • Cover / Titel: Wenn ich mir im Buchladen ein Buch aussuche, ohne weitere Empfehlung, sind das Cover und der Titel zwei nicht unerhebliche Faktoren für einen Kaufentscheid. Die Frage ist, kann die Geschichte die Erwartungen erfüllen, die das Cover weckt und der Titel verspricht.

Wenn ihr in meiner Auflistung noch einen Aspekt vermisst, oder euch eine andere Anmerkung wünscht, bin ich für Kritik und Anregungen natürlich wie immer offen.

 

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Silber – Das dritte Buch der Träume

Silber – Das dritte Buch der Träume

von Kerstin Gier

Das ist schon immer das blöde an diesen Trilogien. Meistens dauert es ein Jahr, bist der nächste Band rauskommt und man hat mittlerweile schon wieder vergessen um was es geht. Das ist ja das schöne am regelmäßigen bloggen, man kann dann zurückblättern und nachlesen was bis dahin im ersten und zweiten Band geschah. Oder wie Mama immer sagt: „Warte bis alle drei Teile draußen sind und erst dann anfangen zu lesen“ Aber bitte, wer hat denn so viel Geduld? Ich jeden Fall’s nicht.

Der nun dritte und letzte Band der Traumtrilogie ist wie auch die ersten beiden Bände schon, ein locker leichtes Lesevergnügen für alle Fan’s von Teeny-Fantasy-Romanen. Ich fand’s super!
Die Geschichte um Liv, Henry, Mia, Grayson und all die anderen geht eigentlich genau so weiter, wie sie in Band zwei geendet hat, nur mit dem Unterschied, das die Zügel etwas angezogen werden. Mittlerweile geht es um die Gefahr der Gedankenmanipulation und die Angst vorm ersten mal… Wobei das eine mit dem anderen nichts zu tun hat. Das wäre dann doch eine Spur zu heftig für einen Teeny-Roman. So bleibt Frau Gier immer schön brav in skandalfreien Gewässern und baut doch auf ihre ganz eigene Art einen Spannungsbogen auf, der es einem sehr schwer macht das Buch aus der Hand zu legen. Aber es ist auch ein recht kurzweiliges Vergnügen. In der gebundenen Ausgabe ist diese Buch zwar stattliche 464 Seiten stark, doch entweder ist die Schrift sehr groß gedruckt, oder ich lese schneller. Für dieses spannende Finale mit Showdown habe ich nur drei Tage gebraucht. Für mich ist das schon sehr sportlich.

Besonders gut hat mir übrigens der Tittletattleblog gefallen. In der Geschichte eine art Tratsch-Blog über den Schulalltag. Geschieben von einer gewissen „Secrecy“, die ihren Lesern und Opfern immer eine Schritt voraus war und deren Identität nur eine auf die Schliche kam. Im waren Leben gibt es diesen Blog aber wirklich. Wenn er auch leider mit der Veröffentlichung des letzten Bandes, seinen ebenfalls letzten Eintrag hatte.
So hat halt jede Geschichte dann doch ihr Ende.

Und da ich endlich mal eine Linzparty für Buchvorstellungen gefunden habe, verlinken ich diesen Artikel direkt mal mit niwibo’s Buch-Rezensionen.

 

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Die sonderbare Buchhandlung des Mr.Penumbra

Die sonderbare Buchhandlung des Mr Penumbra

Von Robin Sloan

Dieses Buch ist doch mal wieder der beste Beweis das ein Buch wie eine Pralinenpackung ist. Man weis nie was drinnen ist. (Frei zitiert noch Forest Gump)

Ich habe vor einiger Zeit schon mal eine Beschreibung über dieses Buch gelesen und fand die Thematik sehr interessant. Und auch die Zusammenfassung auf dem Buchrücken macht Appetit, lässt aber etwas anderes vermuten, als man dann doch tatsächlich bekommt:

Clay Jannon ist eigentlich Webdesigner, doch die Rezession hat ihn seinen Job gekostet und so führt ihn eine Stellenanzeige in die durchgehend geöffnete Buchhandlung von Mr. Penumbra. Clay merkt sehr bald, das dies keine gewöhnliche Buchhandlung ist und hier irgendetwas nicht stimmt. Zusammen mit zwei Freunden macht er sich dadran, das Geheimnis der Buchhandlung zu lüften.
Findet ihre nicht auch das man hier den Eindruck bekommt, es geht um eine spannende Geschichte in einer Buchhandlung. Mit vielen tollen verweisen zu anderen Büchern und Geschichten. Son bisschen Tintenherz angehauchter Harry Potter Nachts im Museum. (In einer anderen Besprechung habe ich gelesen das dieser Clay die Nachtschicht hat. Daher die Assoziation mit „Nachts im Museum“.)
Tja, so kann man sich täuschen. In Wirklichkeit ist es eine Erzählung um einen ziemlich schrägen Geheimbund und viele Rätsel die zu lösen sind. Soweit noch ganz gut. Doch die eigentliche Kernaussage ist der Gegensatz zwischen altem Wissen und neuen Medien.
Das alte Wissen ist alles, was in gedruckten Büchern steht und noch nicht von Google (Google ist ein ganz heißes Thema in diesem Buch) digitalisiert wurde. Die neuen Medien sollen Helfen die Rätsel um dieses alte Wissen zu lüften, was auch teilweise gelingt.
Weist du, alte Bücher sind ein großes Problem für uns. Überhaupt altes Wissen – old knowledge. Wusstest du, dass 95% des Internets erst in den letzten fünf Jahren entstanden sind? Nun wissen wir aber, das das Verhältnis genau umgekehrt ist, wenn es um das gesamte menschliche Wissen geht – das altes Wissen sogar das meiste davon ausmacht.“
Das gefällt mir am meisten an diesem Buch. Wie der Autor diese Gegensätze immer wieder herausarbeitet. Neue Technologien wie Internet, schnelle Rechner, Bücherscanner und riesenhafte Speichermengen sind zwar eine ganz tolle und nützliche Sache. Aber doch eine eher verschwindet geringe Errungenschaft im Vergleich zu all dem Wissen, das die Menschheit bis zum heutigen Tag angesammelt hat. Ebenso die Diskussion über die Unsterblichkeit eines gedruckten Buches im Gegensatz zur schnelllebigkeit von digitalen Daten. Ganz besonders im Internet.
Auch sehr schön ist, das Clay als Romanfigur seine Leser immer mal wieder ganz direkt anspricht. „simuliertes Licht, das aus simulierten Fenstern hereinfällt, lässt in dem simulierten Laden markante Schatten entstehen. Wen das jetzt beeindruckt, der ist über dreißig.“ diese Kommentare ließen mich immer ein wenig schmunzeln, da sie auch immer passten. Ja, ich war beeindruckt.

Ich finde es sehr schade, das dieses sehr spezielle Buch nicht mit einer art Warnhinweis verkauft wird. „Vorsicht, nur etwas für Nörds und solche die es werden wollen“ Ich glaube, das hier so manch einer mit der Materie überfordert ist und ebenso wie ich einfach von diesem Buch etwas ganz anderes erwartet hat. Ich denke da nur an die Frau im Buchladen neben mir, der dieses Buch als spannende Geschichte für zwischendurch verkauf wurde. Man schaut den Leuten ja nur vor den Kopf. Aber ich bin mir da nicht so sicher, ob diese wirklich „nett“ aussehende Dame mit der Materie ausreichend vertraut ist. Ich für meinen Teil bin immer wieder an meine digitalen Grenzen gestoßen. Ich habe mir halt etwas anderes vorgestellt. Im Umkehrschluss kann ich mir vorstellen, das es eine Menge Leute gibt die das Thema ganz toll finden. Mir war es definitiv zu technisch.

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Happy Family

Happy Family

von David Safier

Ein Buch, das ich vor einiger Zeit von meiner Schwester zu Weihnachten geschenkt bekommen habe. Wir haben beide „mieses Karma“, ebenfalls von David Safier, gelesen und so hat mein schlaues Schwesterherz einfach mal kombiniert, das erste war gut, dann ist es das zweite bestimmt auch. Fast!

„Mieses Karma“ war schon wirklich gut. Lustig und humorvoll geschrieben, mit genau der passenden Mischung an Blödsinn und Fantasterei.
Bei „Happy Family“ hat Herr Safier es aber leider ein bisschen übertrieben mit seiner saloppen Art. Dieses Buch ist leider kein retorischer Leckerbissen, sonder eher ein MC-Sparmenue.  Aber da ich zu den Lesern gehöre, die ein Buch das sie angefangen habe nicht mittendrin weglegt, (und schon gar keins das man in zwei Tagen mal schnell wegschnuckern kann) habe ich es auch zuende gelesen und fand es dann am Ende garnicht mehr so schlecht. Es gab sogar, ganz in Safier-Manier eine Moral von der Geschicht. Aber dazu später.

Handlung und Darsteller sind eigentlich schnell erzählt. Emma Wünschmann ist unglückliche Mutter einer typischen Familie unserer Zeit. Frank Wünschmann ist der chronisch überarbeitete Ehemann. Fee Wünschmann, die  pubertierende Tochter hat permanent stress mit den Alten und Max Wünschmann ist der stille und in sich gekehrte Sohn.
Hoch motiviert zerrt Emma ihr Familie auf ein Kostümfest, um einer alten Bekannten zu beweisen wie fabelhaft ihre Familie ist. Das geht natürlich auf Grund fehlender Fabelhaftigkeit gründlich in die Hose. Zu allem Überfluss werden sie auf dem, recht turbulenten Nachhauseweg auch noch von einer Hexe verzaubert und sind vortan Familie Monster. Sie haben genau drei Tage Zeit um von der Hexe zurückverwandelt zu werden, die längst über alle Berge, Richtung Transsilvanien ist. Aber so schnell geben sich die Wünschmanns nicht geschlagen und jagen die Hexe um den halben Erdball. Auf ihrer Abenteuerlichen Reise begegne sie so gruseligen Gestallten, wie Angela Merkel als Wachsfigur, einer waschechten Mumie und schwäbischen Pauschaltouristen. Die Touristen sind mit das Beste. Ich habe Tränen gelacht. Alleine deswegen lohnt sich das Buch. Es sei denn man ist Pauschaltourist ohne Humor und heißt Bärbel oder Klaus.

Zur Moral:
Im Lauf der leider etwas flachen Erzählung wird aber immer deutlicher wo das eigentliche Problem der Familie liegt. Emma gibt ihr bestes um alle wieder zu einen und zu der Familie zu werden, die sie sich so sehr Wünscht.
Wenn ihr wissen möchtet, ob ihr das gelingt und was sie dafür tun muss, solltet ihr es vielleicht selber lesen. Ich will hier ja nicht zuviel verraten.

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Das unerhörte Leben des Alex Woods

Das unerhörte Leben des Alex Woods
oder warum das Universum keinen Plan hat

Von Gavin Extence

Dieses Buch ist eines der wenigen Bücher, bei denen ich mit der Wahl des Titel so gar nicht einverstanden bin. Der Original Titel, „The Universe Versus Alex Woods“ ist aber auch nicht besser.
I
ch finde das Leben des Alex Woods gar nicht unerhört, sonder zu Anfang sehr belustigend und zuletzt bemerkenswert.

Wie schon zu vermuten ist, ist dieser Roman eine Erzählung über das Leben des Alex Woods. Es beginnt damit, das Alex im Alter von 10 Jahren von einem Meteor am Kopf getroffen wir und das auch noch überlebt. Von nun an beginnt Alex Leben eine traurige Eigendynamik zu entwickeln. Durch die Kopfverletzung leidet Alex an epileptischen Anfällen, warum er ein Jahr lang nicht zur Schule gehen kann. Von da an verbringt er viel Zeit mit lesen und gilt ein Jahr später in der Schule als Streber. Die anderen Kinder verspotten ihn deswegen und noch einer Auseinandersetzung mit einigen seiner Mitschüler flüchtet sich Alex in den Gartenschuppen des Übellaunigen Mr Peterson.
Die Beiden, die unterschiedlicher nicht sein können freunden sich an und schnell wird klar, das sie in ihrer Gegensätzlichkeit, wie füreinander geschaffen sind. Sie profitieren von einander wie Jing und Jang und eigentlich könnte das Buch auch hier zu ende sein. Und sind sie nicht gestorben, dann leben sie noch heute. Aber wie das nunmal so ist, muss am Ende doch einer Sterben und das ist Mr Peterson. Der alte Mann leidet an PSP. Einer Krankheit, die auf das Nervensystem einwirkt und zur Folge hat, das man nach und nach seine Muskulatur nicht mehr unter Kontrolle hat. Mr Peterson entscheidet für sich, das er so nicht Sterben möchte und versucht seinem Leben ein Ende zu setzen. Alex ist da jedoch ganz anderer Meinung.

In diesem Buch ist das Thema Krankheit und Tod, und wie man damit umgeht ein beherrschendes Thema. In der Sunday Express ist dazu Folgendes geschrieben worden „Mit Witz und Wärme beleuchtet Gavin Extence eines der dunkelsten Themen unserer Zeit“
Ich finde dieser Satz trifft den Kern des Buches. Ich möchte aber gerne Noch ein Paar Zitate anführen, die mich sehr bewegt haben.

  • …aber so ist das nun einmal mit Begräbnissen. Begräbnisse sind nicht für die Toten. Sie sind für die Lebenden.“
  • …es ist ein Satz der von einem Atheisten viel absurder Klingt als er eigendlich ist: „ Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“
    (Alex zitiert an dieser Stelle Kurt Vonnegut aus seinem Buch Schlachthof 5)
  • …wenn man sich Gedanken über all das macht, was man noch erledigen muss. Je mehr man in die Zeit hineinpressen will, desto weniger entgegenkommend wird sie.“

Ich Möchte dieses Buch aber nur denjenigen unter euch weiterempfehlen, die die Augen vor der Realität nicht verschließen, sonder hinschauen und und die Dinge anpacken. Und bei aller Tragik des Lebens das Schmunzeln nicht vergessen.

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Und Gott sprach „Wir müssen reden“

 

Und Gott sprach:
„Wir müssen reden!“

Von Hans Rath

Dieses Buch habe ich letztes Jahr schon meiner Mutter zu Weihnachten geschenkt. Sowohl Titel wie auch Kurzbeschreibung habe mich ein bisschen an „der alte Mann und Mr. Smith“ erinnert. Das gefiel uns beiden auch schon sehr gut.  Hier erscheint Gott auf der Erde bei uns Menschen und schaut mal was wir eigentlich so machen.

Bei „und Gott sprach Wir müssen reden!“ ist es dann aber doch ein bisschen anders wenn auch nicht weniger humorvoll.
Der gescheiterte Psychotherapeut Jakob Jakobi scheint auf der ganzen Linie versagt zu haben. Ehe geschieden, Praxis nicht mehr existent, weil keine Patienten mehr, von der Familie zurückgestuft. So gebeutelt trifft er auf Abel Baumann. Einen, dem ersten Anschein nach, glücklosen Zirkusclown. Doch schnell stellt sich heraus das Baumann sich für Gott hält und Jakobs Hilfe braucht. Baumann hat sich in den Kopf gesetzt Jakob von seiner himmlischen Herkunft zu überzeugen. Jakob seinerseits hält Abel Baumann für einen sympathischen Spinner mit kurioser Persönlichkeitsstörung.

Im Verlauf des Buches werden immer wieder die grundlegenden Frage eines ungläubigen Menschen unserer Zeit gestellt.

– Warum hat Gott die Erde erschaffe:
Stell dir mal vor: „allein in einem Leeren Raum. Und das auch noch          für die Ewigkeit. Ohne Drinks. Ohne einen Film oder ein Buch(…) Ich    gehe davon aus das ich mich zu Tode gelangweilt hätte.“

– Warum Gott die Welt nicht besser macht:
„Gott kann mit seiner eigenen Welt nicht mehr Schnitt halten (…) Glaub mir ich würde auf diesem Planeten sehr gerne eine Menge Dinge verändern, aber mir sind die Hände gebunden. (…)offensichtlich mache ich irgendetwas falsch. Hilf mir es zu finden, damit die Menschen wieder an mich Glauben.“

Und noch einiges Spannende Themen mehr.
Immer wieder geht es um das eine Thema: warum die Menschheit nicht mehr an Gott glaubt. Diese Frage beantwortet Abel sich dann einfach selber: „Es ist wirklich ein bisschen viel verlangt an einen Gott zu Glauben, der ständig Fehler macht.“ Und was ist nötig das die Menschen wieder glauben?
An den Stellen fragt man sich als Leser dann nur zu oft, warum glaubt man eigentlich nicht. Oder tut man es doch… Vielleicht sehnt man sich sogar ein bisschen danach einem wie Baumann zu begegnen, damit man glauben kann. Aber warum braucht man immer einen Beweis? Es heißt doch schließlich an Gott glauben und nicht wissen. Abels bester Freund Heinz hat das etwas besser auf den Punkt gebracht als ich. Er verlässt sich bei der Frage ob Abel Gott ist ganz allein auf sein Gefühl: „es gibt nichts, das konkreter wäre als Gefühle. Das ist der Grund, warum die Menschen sich nicht nach Erkenntnissen sehnen, sondern nach Liebe, Glück und Freundschaft.“
Immer wieder Stößt man als Leser auf solche tollen Sätze die einen kurz inne halten lassen. Die man erstmal verdauen muss. Die einen zum nachdenken anregen.
Ich habe in diesem Buch bestimmt 10 Stellen angemarkt, die mir gefallen habe und die ich hier zitieren wollte. Aber das wäre dann doch eine etwas lange Rezension geworden. Außerdem will ich ja auch nicht alles vorwegnehmen.
Aber nicht das ihr jetzt meint das ist ein bierernstes Buch mit lauter religiösem Schmarrn … Die ganze Story ist mit soviel Humor, Ironie und Sarkasmus gewürzt, das man es nur schwer weglegen kann. Mir hat es ausgesprochen gut gefallen, weil wirklich viel drin ist.

Ich habe dieses Buch zwar schon Anfang des Jahres gelesen, aber weil es irgendwie auch eine ganz tolle Weihnachtsgeschichte ist, dachte ich mir das es doch besser unter den Weihnachtsbaum passt als ins Osternest.

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Die Achse meiner Welt

Die Achse meiner Welt

Von Dani Atkins

Die Achse meiner Welt von Dani Atkins ist ein Geschichte über die zweite Chance und wie sie ein Leben beeinflussen kann.

Ich habe mir dieses Buch eigentlich nur gekauft, weil die Kurzbeschreibung auf der Rückseite mich an „Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner“ erinnerte. Aber es ist ein völlig andere Buch wenn auch mit einem ähnlichen Thema.  

Es beginnt damit, das die Hauptperson Rachel sich mit Ihren fünf Freunden am Ende der Highschoolzeit noch ein letztes mal zum Essen triff. Danach wollen die meisten die kleine heimatliche Stadt in der nähe von London verlassen um alle auf unterschiedliche Colleges zu gehen. Doch es soll ganz anders kommen. Durch einen schweren Unfall wir Rachels ganzes Leben aus der Bahn geworfen und nicht nur das ihre.
Nach fünf leidvollen Jahren heiratet ihre damals wie heute beste Freundin. Zu’r Hochzeit wird selbstverständlich auch Rachel eingeladen. Sie entschließt sich nach Hause zu fahren, wo ein Treffen der alten Freund unumgänglich ist. Doch plötzlich kippt die Achse von Rachels Welt.

Als Leser ist man an dieser Stelle genauso verwirrt wir Rachel selber und es wir auch nur sehr langsam deutlich, was eigentlich passiert ist. Ich glaube das ist der Grund warum ich dieses Buch so fesselnd fand wie lange kein zweites. Als Leser bangt man die ganze Zeit ob und wann die Achse wieder kippt und der Alptraum von Vorne losgeht.

Wie schon erwähnt konnte ich dieses Buch kaum weglegen. Es hat mich wirklich tief bewegt. Die Geschichte um Liebe und Leid, um Rachel und Jimmy,  Um die zweite Chance und ob man  sie wirklich haben will, oder ob es wirklich eine Chance ist oder doch nur ein Traum. Ich will auch wie immer nicht zuviel verraten. Nur soviel sei gesagt: Für diese Lektüre braucht man wieder aller Erwartungen wirklich Nerven.