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Jahresrückblick 2023

Mein letzter Jahresrückblick ist bedauerlicher weise schon länger als ein Jahr her. Und das ist schade. Eigentlich sollte man so etwas ja jährlich machen, sonst macht es nicht viel Sinn.
In diesem Sinne ist das hier mein Versuch das nun sterbende Jahr 2023 mal ein bisschen in Worte und Bilder zu fassen. Nicht unbedingt für die Nachwelt, als viel mehr für mich selber.

Arbeit

Tatsächlich sehe ich, wenn ich mit meinem inneren Auge auf dieses Jahr zurück blicke, eine ganze Menge Arbeit. Das meine ich jetzt nicht negativ. Ganz im Gegenteil. Ich hatte dieses Jahr ausnahmslos tolle Jobs mit noch tolleren Partnern und Kunden.
Für meine Verhältnisse bin ich sogar richtig weit rumgekommen. Ich war immerhin in Köln und in Berlin auf zwei großen Messen.
Ich durfte mit Prominenz arbeiten aber auch mit alten Kollegen, die mir sehr ans Herz gewachsen sind. Ich konnte meinen Horizont erweitern und durfte viel neues lernen.
Beruflich war es wieder aller Erwartungen ein super Jahr. Und dabei wollte ich schon die Flinte ins Korn werfen und mal etwas ganz anderes machen. Aber wie das immer so ist… Vieles weis man erst zu schätzen wenn es plötzlich nicht mehr da ist.

Schlupflocharchitektur

Anfang des Jahres habe ich meinen ersten Töpferofen gekauft. Dazu kamen, ebenfalls Anfang des Jahres, mein neugestaltetes Schupflochartelier direkt bei uns auf dem Hof. Das hat mich in meiner Arbeit als Schlupflocharchitektin natürlich einen riesen Schritt weiter gebracht. Ich kann jetzt ganz unabhängig meine Bienensteine töpfern und brennen und auch neue Produkte für Wildbienen, Gartenvögel und Co gestalten und entwerfen. Tatsächlich bin ich mit meiner Gartentöpferei noch ganz am Anfang. Doch konnte ich mir dieses Jahr schon sehr viel Wissen und Praxis aneignen. Der Anfang ist gemacht.
Es gab auch einige sehr schöne Markttage in 2023. Der Tag der Biene, an dem wir einen Stand auf der Landesgartenschau in Höxter hatten ist mir noch am eindringlichsten im Gedächtnis geblieben. Es war wirklich grandios. So viele Menschen die interessiert waren am Schutz unserer Windbienen und heimischen Insektenwelt. Ich habe so tolle Gespräche geführt und fabelhafte Menschen kennen gelernt, die alle das selbe Ziel vor Augen haben. Da weis man wieder warum man das macht.
Und wenn ich hier beim Schreiben so auf meinen Garten runter schau und der adipösen Spatzengesellschaft am Futterhaus zuschaue, dann weis ich es auch. So sollte es in jeden Garten aussehen. Das ist das Ziel.

Bewohner

2023 hat sich in der Tat einiges getan hier im Hinterland. Einige Bewohner sind gegangen, andere sind neu dazu gekommen. Denn einer meiner wichtigsten Grundsätze ist: “Wo ein Platz frei wir, soll er wieder besetzt werden“ Das hört sich für viele Hart an. Und sicherlich trauere ich auch eine Zeit um den oder die, die gegangen sind. Aber der Lauf der Zeit geht weiter. Und der Sinn meines Daseins hier auf diesem Hof ist es nun mal, so vielen wie möglich ein gutes Leben zu ermöglichen. Davon bin ich fest überzeugt.
Ganz früh im Jahr ist Berta unsere älteste Henne gestorben. Ich glaube sie hatte ein wirklich gutes Hühnerleben. Sie war wirklich alt. Und dann darf ein Huhn auch mal sterben. Ebenso wie Hanne. Sie gehörte auch zu den ersten Hühnern die vor vielen Jahren hier ankamen. Sie musste ich jedoch leider einschläfern lassen.
Stöpsel, unser vollkommen durchgeknallter und hyperaktiver Hamster starb nach einem wirklich langen Hamsterleben ganz plötzlich im Spätsommer.
Und dann war da noch Konstantin. Einer der beiden Igel die ich vor wenigen Wochen hier aufgenommen habe. Ich habe Konstantin an einem eisigen und verschneiten Samstag Mittag im Garten gefunden. Mit seinen 400g war er viel zu leicht und auch vom Wuchs noch zu klein für den langen Winter, den wir ja eigentlich noch vor uns haben. Erst hat er sich ganz gut entwickelt. Hat viel gefressen und auch schnell zugenommen und wurde fast ein wenig zutraulich. Aber dann war er eines Morgens ganz plötzlich tot. Einfach so. Ohne Vorwarnung. Das hat mich tatsächlich am meisten getroffen.
Aber so ist es nun mal. Igel sind Wildtiere. Da steckt man nicht so drin.
2023 kamen natürlich auch einige neue Bewohner zu uns ins Hinterland. Wir haben drei neue Hennen, die ich leider nicht so gut auseinander halten kann. Darum heißt eine Clementine und die anderen zwei, die sich sehr ähneln Irmy. (Namentliche Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind rein Zufällig).
Unser schönes Hamstergehege sollte auch nicht leer bleiben. Marico, ein extrem scheues Hamstermädchen, zog im Herbst bei uns ein. Ich dachte mir, mal etwas Ruhe nach dem vollkommen überdrehten Stöpsel kann auch nicht schaden. Aber das war ein Trugschluss. Nach nur drei Monaten heißt Marico jetzt Marie (mein Mann konnte sich den Namen einfach nicht merken) und ist sehr lieb und zutraulich. Das ist natürlich schön zu sehen, wenn man einem so kleinen und verängstigtem Tier die Sicherheit und Geborgenheit geben kann die sie anscheinend gebraucht hat.
Unser letzter Neuankömmling ist Gustav. Der noch verbleibende Igel. Gustav saß eines Abends Anfang November ziemlich verfroren und mit 320g viel zu klein vor meiner Tür. Erst ging es ihm gar nicht gut und er musste auch tatsächlich zum Tierarzt und dann noch mal zwei Wochen in der Igelstation behandelt werden.
Mittlerweile scheint er das schlimmst hinter sich zu haben, frisst sich gerade reichlich Speck an und geht hofendlich noch in den Winterschlaf.
Und dann gab es noch eine Begegnung die mich wirklich sehr gefreut hat. Dieses Jahr hat ein Kiebitz-Pärchen in Sichtweite von unserem Land gebrütet. Zwar leider erfolglos, aber immerhin. Vielleicht ist es ein Anfang und sie kommen nächstes Jahr wieder. Der Kiebitz ist immerhin „Vogel des Jahres 2024“. Es war auf jeden Fall ein so beeindruckendes Erlebnis, immer wieder die Flugkünste dieser Luftakrobaten beobachten zu können. Und das alles ganz ohne Fernglas von der Gartenbank aus.

Das Hinterland

Auch bei uns auf dem Land hat sich im letzten Jahr so einiges getan.Im Frühjahr haben wir auf der Blühfläche vorm Haus, knapp die Hälfte neu eingesät. Tatsächlich war das nicht ganz einfach und mein Vorgehen auch nicht ganz schlau. Aber aus Fehlern lernt man. Und ein Ökosystem wie unsere Blühfläche gibt es halt nicht von der Stange. Trotzdem ist es spannend zu beobachten wie sich das Leben hier entwickelt und die Artenvielfalt steigt. Wenn ich Abends beobachte, wie die Feldhasen auf dem noch warmen Sand der neuen Flächen liegen und sich wärmen, wenn ich später am Abend beobachte wie die jungen Eulen vom Nachbarhof über unserer Blühfläche ihre ersten Flugversuche machen und wenn man spät in der Nacht den Fledermäusen zuschaut wie sie genau die Grenzen der Fläche immer wieder abfliegen, weil nur hier eine so große Insektenpopulation zu finden ist, dann weis ich, doch was richtig gemacht. Das ist der Lohn.Im Garten hat sich dagegen weniger getan. Aber ganz bewusst. Nicht weit von uns bietet ein Permakulturhof seit diesem Jahr eine Gemüse-Ernte-Kiste an. Das fand ich so super wie unterstützenswert. Alle zwei Wochen haben wir ein Kiste bekommen, Rand voll mit allem was auf dem Hof geerntet wurde. Aus diesem Grund habe ich meine eigenen Hochbeete dieses Jahr nur mit Wildkräutern und Blumenmischungen als Experimentierfläche genutzt und selber keinen Gemüse angebaut. Das war auf der einen Seite sehr praktisch, weil ich mich um nicht viel kümmern musste, auf der anderen Seite aber auch ein bisschen schade. Eigentlich hat mir die eignen Ernte doch gefehlt. Es geht doch nichts über noch sonnenwarme, frisch gepflückte Tomaten direkt von Strauch.

Gelesen

Rückblickend bin ich ganz fasziniert, das es wirklich mal zeiten in meinem Leben ganb in denen ich es geschafft habe jeden Monat hier ein Buch zu besprechen. Tatsächlich schaffe ich das heute nicht mehr und auch in diesem Jahr bin ich weit davon entfernt.
Trotzdem habe ich es immerhin geschafft 5 Bücher durchgeschmökert. Die waren auch wirklich alle gut und sollen hier ihre Erwähnung finden.

Alles in Allem…

… war 2023 ein Jahr auf das ich sehr gerne zurückblicke. Klar war nicht immer alles so sonnig wie sich das hier gerade liest. Es gab auch einige Situationen und vor allem Menschen die mich wirklich tief enttäuscht haben. Aber daraus habe ich gelernt.
Auch gab es Momente, die mich überfordert haben, und mich natürlich traurig gemacht haben.
Aber so im Nachhinein kann ich sagen, das mir diese Erfahrungen geholfen haben, mich und meine Fähigkeiten besser einzuschätzen und meine Weg zu finden. So hatte auch das Jahr 2023 seine Facetten. Und ich will das garnicht werten, was gut oder schlecht war. Eins ist auf jeden Fall sicher. 2023 war Bunt.

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Der Igel ist das Wildtier des Jahres 2024

Ich habe mich wirklich sehr gefreut, als die Deutsche Wildtierstiftung letzte Woche das Wildtier des Jahres 2024 vorgestellt hat. Der Igel hat das rennen gemacht.

Zufällig habe ich c.a. eine Woche vorher zwei Igel in meinem Garten gefunden die für diese Jahreszeit und Witterung einfach zu klein waren. Das ist jetzt nichts Ungewöhnliches, wenn auch nichts Gutes. Ich finde fast jedes Jahr Igel die Hilfe brauchen. Im Allgemeinen bringe ich sie dann in die fachkundigen Hände der nahegelegen Igelstation. Aber irgendwie hatte ich dieses Jahr die fixe Idee die beiden Stachelritter selber durch den Winter zu bringen. Die Igelstation hat schließlich schon genug zu tun und so schwer kann das doch nicht sein. Schließlich hatte ich vor einigen Jahren schon mal zwei Igel im Winterquartier.

Somit zogen letzte Woche erst Gustav und dann Konstantin mit Sack und Pack bei uns im Badezimmer ein.
Auf der einen Seite freu ich mich Ihnen Helfen zu können. Auf der Andern Seite frage ich mich warum gerade der Igel immer wieder Hilfe braucht und es scheinbar so schwer hat.

Tatsächlich ist das auch der Grund warum der Igel zum Wildtier des Jahres gekrönt wurde. Er hat es in unserer Kulturlandschaft, in unseren Städten und Parks aber auch in unseren Gärten wirklich erschreckend schwer. Das ist Fakt und das macht mich sehr traurig!

Grund genug, mich im kommenden Jahr intensiv mit dem Igel und seinen Bedürfnissen auseinander zu setzten. Ich bin mal sehr gespannt, was ich alles in meinem Garten umsetzten kann um es dem Igel ein wenig einfacher zu machen, sich bei uns wohl zu fühlen und ein Leben zu führen das seinem Wesen entspricht.

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Insektentränke

Nein, das soll kein Froschlaich sein und hat auch nur eher unabsichtlich eine gewisse Ähnlichkeit mit Pillepopen

Aber was ist es?

Eine Insektentränke natürlich.

Ich für meinen Teil finde das Thema Insektentränke immer etwas schwierig, weil es da wirklich nur wenig Hübsches oder Praktisches auf dem Markt gibt.

Also habe ich mir mal so meine Gedanken gemacht und geschaut wie ich das töpferisch umsetzen kann.

Wichtig ist, das die Insekten gut landen können und immer so etwas wie kleine Pfützen vorfinden, aus denen sie trinken können ohne dabei selber zu ertrinken. Oft werden einfache Schalen oder Blumenuntersetzer mit Steinen oder Blähton vorgeschlagen. Ich persönlich finde das sehr schwierig. Denn immer wenn ich das Wasser frisch machen will, was bei mir täglich passiert, muss ich ja die ganzen Steine mit auskippen oder irgendwie in der Schale halten. Das ist unpraktisch und unpraktische Dinge lässt man schnell wieder sein und dann haben die Insekten wieder kein Wasser.

Bei meinen Tränke sind die „Steine“ Teil der Schale und haben zusätzlich noch eine kleine Vertiefung, in der sich kleine Pfützen bilden. So kann jedes durstige Insekt bei einem entsprechend niedrigen Wasserstand problemlos landen und Wasser schlürfen.

Und hübsch ist sie auch noch. Jede Schale ist Quasie ein Unikat. Für mich ist es wirklich wichtig, das die Dinge, die Ich mir für unsere Gartenbewohner und Ihr Wohlergehen so überlege, auch einem gewissen ästhetischen Anspruch stand halten.

Im Augenblick bin ich noch etwas in der Experimentierphase. Aber spätestens zu den ersten Frühlingsmärkten im nächsten Jahr möchte ich die ersten Tränken anbieten. Ich bin schon sehr gespannt wie die angenommen werden.